Posts Tagged ‘Science Fiction’

Ansichtssache: Terminator Genisys

Juli 22, 2015

Also zunächst einmal möchte ich mich kurz über diesen Namensgebung “Genisys” aufregen… Warum das “i”? Das verstehe ich einfach nicht. Wäre ein zweites “e” nicht so viel sinnvoller?

OK, weiter geht es mit der nüchternen Betrachtung: Wenn man all die Déjà-vu-Aspekte und Handlungselemente abzieht, komme ich zu dem Schluss, dass dieser Film eigentlich nur dazu da war, um Arnold Schwarzenegger zum Einen wieder mit der Terminator-Franchise zu verbinden und zum Anderen sein Alter “logisch” zu begründen. Das alles wird dann mit viel Bumm-Bumm-Action Marke Greenscreen garniert, was stellenweise auch imposant ist. Überhaupt sind so manche Remake-Anleihen und Remix-Ideen durchaus gelungen und spannend. Jedoch verliert sich die Wirkung durch abstruse Erklärungsversuche in Dialogen. Stichwort Zeitreisen-Talk. Und nicht zuletzt schwächelt der Film dank der unzureichend ausgearbeiteten Charaktere. Stichwort Klischees. (“Ich kenne dich zwar nur über Erzählung und gerade mal seit ein paar Stunden in echt, würde aber für dich sterben.”) Und dann sehen die zwei Hauptdarsteller auch noch aus wie aus dem Model-Katalog. Es fehlt ein weiteres Mal der Mut zur Kante – quasi Effekte-Bizeps bis zum Abwinken, aber keinen Arsch in der Hose für konsequentes Storytelling. Ein eher unerwarteter Pluspunkt sind dafür die humoristischen Momente der Selbstironie. Ich glaube mehr Lacher hatte kein Teil davor.

Fazit: Die Fans sollte es freuen, dass nach über zwanzig Jahren mal wieder ein annehmbarer Terminator-Film entstanden ist, der sogar Spielraum für die Zukunft bereit hält. Andererseits wäre es töricht zu denken, bei diesem Teil handle es sich um einen Abschluss. Inwiefern in der nächsten Fortsetzung Arnold mehr in echt oder mehr animiert dabei sein wird, bleibt abzuwarten. (7/10)

Ansichtssache: Elysium

August 23, 2013

Neill Blomkamp ist ein Name, den ich mir merke. Denn seit „District 9“ steht dieser Name für anspruchsvolle Science Fiction. Und nachdem mich die Effekt-Blockbuster des Jahres („Oblivion“, „After Earth“ und „Pacific Rim“) bisher nicht vom Hocker hauen konnten, lag meine Hoffnung auf „Elysium“. Dies wurde durch den Trailer begünstigt, da dieser wenig von der Handlung preisgab.

Nun habe ich den Film gesehen und kann sagen: jawohl, Herr Blomkamp, weiter so. Das ist SciFi Action, wie ich mir das wünsche. Stichwort Dystopie. Ein simpler Plot mit ganz leicht sozialkritischen Nuancen. Gute Effekte, die nicht im Vordergrund stehen. Glaubhafte Charaktere. Keine erzwungene Romanze. Ein Handlungsverlauf, der einen mitfiebern lässt. Und ein Protagonist, der Ecken hat.

Darüber hinaus gefiel mir das Ende, weil es konsequent ist und damit gewissermaßen hollywood-trend-trotzend. Ich hatte jedenfalls den Eindruck, dass der Regisseur hier genau das durchgezogen hat, was er umsetzen wollte.

Mein einziger Kritikpunkt: ich hätte gern mehr von der Welt erfahren.

Fazit: Für mich ist „Elysium“ der beste (eigenständige) SciFi-Film des Jahres – mit einem überraschend hohen Action-Anteil. (9/10)

Es verbleibt immer noch am Bloggen
F.

Ansichtssache: Man of Steel

Juni 23, 2013

Ich denke, dass es kein gutes Signal setzen würde, wenn ich es mir als Comic-Fan erlauben würde, für diesen Film nicht ein paar Absätze zu verfassen. Ein großer Superman-Fan war ich ja nie, auch wenn es ein paar wenige Ausrutscher im Lesestapel gibt – z.B. die fantastische „Secret Identity“-Miniserie von Kurt Busiek oder die ersten Geschichten der 2003er-Serie „Superman/Batman“ (allein schon wegen Michael Turner als Gastzeichner). Andere sogenannte „Must-Reads“ wie Grant Morrisons „All-Star Superman“ oder der Neustart der „Action Comics“-Reihe hauten mich auch nicht vom Hocker. Jedoch werde ich mir bei Gelegenheit (als hochgelobte Werke) noch „Secret Origins“ von Geoff Johns sowie „Birthright“ von Mark Waid genehmigen, um meinen Eindruck abzurunden. Ansonsten reicht mir auch der Superman-Anteil aus Serien wie „Justice League“ und so weiter – zumal die aktuellen Reihen nicht gerade viel Unterhaltungswert bieten. Aber nun zum Film:

Nachdem die letzte Verfilmung vielerseits wegen mangelnder Zügellosigkeit hinsichtlich Supermans Fähigkeiten kritisiert wurde (er hatte immerhin meist nur schwere Dinge angehoben), war für eine weiteren filmischen Anlauf ein größerer Action-Anteil zu erwarten. Und das erfordert entsprechende Gegenspieler.

Dass ein Regisseur wie Zack Snyder mit effektgeladenem Spektakel umgehen kann, hat er mehrfach bewiesen. Nur fiel dabei schon mal die Geschichte flach aus (siehe „Sucker Punch“). Die Geldgeber wollten dem vorbeugen und holten mit Christopher Nolan und David S. Goyer die Namen heran, die dem geneigten Kinogänger nach der „The Dark Knight“-Trilogie vielleicht noch in Erinnerung sein könnten. Ebenfalls wie bei den letzten Batman-Filmen castete man zudem auch hier namhafte Schauspieler für Nebenrollen. Und hat es was gebracht?

Ich würde dem ein zögerliches „joah“ entgegnen. Denn für einen Superman-Film stimmt bei „Man of Steel“ vieles. An der Besetzung gibt es aus meiner Sicht nichts zu kritisieren. Auch die Gegner wurden mit verständlicher Motivation versehen. Dass bei einer Nachbearbeitungszeit von über einem Jahr das CGI erstklassig ausfällt, erfüllt ebenfalls meine Erwartungen.

Positiv überraschten mich darüber hinaus der Einschub von Krypton (was ich zunächst eigentlich überflüssig finden wollte), der immense Science-Fiction-Anteil, die (ungewohnte) Vielschichtigkeit von Supermans biologischem Vater Jor-El und die Charakterisierung von Lois Lane, die hier wesentlich sympathischer und smarter auftritt als in aktuellen DC-Comics. Und nicht zuletzt empfand ich den Handlungsverlauf mit den Rückblenden gelungen.

Wo sehe ich Verbesserungsbedarf? So komisch es klingen mag, bei Superman einen realistischen Ansatz verfolgen zu wollen, sind doch einige grenzwertige Details vorprogrammiert. In diesem Fall die Verkörperung der Authoritäten durch zwei Militärmenschen. Als ob es keine höheren Hierarchie-Ebenen geben würde (Stichwort Krawattenträger).

Auch wenn mir das „Gekloppe“ zum Finale nicht zu viel wurde, so hätte ich mir stellenweise eine elegantere Auflösung gewünscht. So hätte der Zyniker in mir nicht den Gedanken „wäre das nicht auch zügiger gegangen?“ als Argument aufführen können.

Und schließlich mein Topp-Makel am Film: die fehlende Aufarbeitung. Es ist kein großer Spoiler, wenn ich schreibe, dass im Film Schäden entstehen. Dinge gehen kaputt. Das sah man schon im Trailer. Und ja, es gehen ganz viele Dinge kaputt. Nur fehlt mir in den letzten Szenen die Reflexion der Zerstörung – ein kurzer News-Einschub (wie bei „The Avengers“), ein paar Eindrücke der Räumungsarbeiten (wie bei „Watchmen“) oder vielleicht eine große Kundgebung/Rede (wie bei „Deep Impact“). Das Auslassen eines solchen kleinen Epilogs (gerade im Vergleich zum riesengroßen Prolog auf Krypton) finde ich enttäuschender als eine fehlende After-Credits-Szene, welche ein „Shared Universe“ andeutet.

Fazit: „Man of Steel“ muss man aus meiner Sicht nicht gesehen haben. Dazu erfreuen sich die Details um Superman einer zu hohen allgemeinen Bekanntheit. Die Geschichte, die erzählt wird, bietet insofern nicht viel Neues. Ergo punktet der Film nur in Nuancen der Neugestaltung und in der ausartenden Effekthascherei. Ein guter, moderner Remix für Genre-Fans sozusagen. (7/10)

Es verbleibt mit Nerven aus Stahl
F.

PS: um noch mal auf die Anlehnung zur Batman-Filmreihe zurückzukommen – auch da bot mir „Batman Begins“ nicht wirklich viel Neues. Erst mit „The Dark Knight“ konnten die Filmemacher ordentlich aufdrehen, nachdem die Entstehungsgeschichte bedient wurde. Vielleicht klappt das ein weiteres Mal.

Ansichtssache: Oblivion

April 11, 2013

Endlich wieder ein Science-Fiction-Film im Kino, könnte man sich denken. Wären da nicht die letzten Ausrutscher wie „Prometheus“ oder „Total Recall“ von 2012 noch schmerzlich in Erinnerung. Denn wogegen die technischen Tricks immer ausgereifter werden, stumpfen die Drehbücher zunehmend ab. Aber wie ist es nun bei diesem Werk?

Eins gleich zum Anfang: wer Tom Cruise absolut nicht mag, wird hier leiden – denn es ist wieder (mehr oder weniger) eine One-Man-Show seinerseits. Der Hochkaräter namens Morgan Freeman hilft da auch nicht viel.

Die Story bietet einen bunten Mix aus bekannten SciFi-Epen – unter anderem „Matrix“, „Terminator“, „2001 – Odyssee im Weltraum“ und (natürlich) „TRON Legacy“. Dies meine ich aber nicht negativ, weil so etwas auf viele neue Filme zutrifft. Und nicht zuletzt rätselte ich mehrfach, wie es mit der Geschichte wohl weitergehen würde. Stichwort Plot-Twists.
Kritisch muss ich jedoch zugeben, dass die Charaktere (wie so oft) auf der Strecke bleiben, wenn es um Tiefe und Sympathiewerte geht. Und der Film lässt sich sehr viel Zeit, um in Gang zu kommen. Das merkt man spätestens beim vergleichsweise kurzen Finale.

An der Besetzung kann ich nicht meckern. Soll heißen: auch ein anderes Alpha-Tier als Hauptdarsteller hätte die Handlung nicht besser werden lassen.

Kurzer Einwurf zu den Effekten: es ist wirklich selten, dass ich davon ausgehe, einen Film in 3D zu sehen, und dann an der Kinokasse überrascht werde, dass der Film gar nicht mit 3D ist. Dafür gibt es meinerseits einen Pluspunkt an die Produktion.

Aber auch sonst sind die visuellen Eindrücke, mit der „Oblivion“ ja bereits durch Trailer und Plakate wirbt, sehr schön umgesetzt. (Vom windstillen Haus in den Wolken mal abgesehen.) Ist zwar alles sehr amerikanisch, aber das sollte nicht verwundern. Der Rest der zerstörten Welt war bestimmt keinen Szenenwechsel wert. (Wobei es eigentlich schade ist, dass man solche Randszenen der Zerstörung als kleine Sequenz nicht eingebaut hat.)

Fazit: „Oblivion“ ist ein relativ harmloser SciFi-Remix mit eindrucksvollen Bildern und ein paar gelungenen Wendungen im Geschehen. Nur wirken die Figuren in diesem Drama ziemlich fade. (7/10)

Es verbleibt mit Vorfreude auf den nächsten Kinobesuch
F.

Ansichtssache: Black Mirror

März 4, 2013

Potzblitz! Wer dachte, dass die Briten SciFi nur gut mit blauen Polizei-Boxen hinbekommen, der hat wohl noch nicht von „Black Mirror“ gehört. Ich selbst habe davon erst kürzlich in Fefes Blog erfahren und konnte mir nicht viel darunter vorstellen – wobei der Titel mich an das erste Batman-Paperback von Scott Snyder erinnerte. Kurzerhand nutzte ich meine Freizeit, um mehr über diese TV-Serie zu erfahren.

Kurz zu den Eckdaten: von der Serie gibt es erst 2 Staffeln mit je 3 Folgen, die etwa 44 Minuten lang sind. Es gibt keine reguläre Cast und keine übergreifenden Themenkomplexe. Jede Episode ist wie eine neue Welt. Am besten könnte man die Serie mit „Outer Limits“ vergleichen – also eine Art Anthologie.

Der zusammenhängende Aspekt ist der Titel, der sich auf den Fortschritt in Technik (und damit in der Gesellschaft) bezieht. Denn ein „Black Mirror“ steht für nichts anderes als ein Bildschirm – also Computer, Flatscreens oder Smartphones. Und so kann man die Serie als zynische Reflexions-Satire betrachten.

In den bisherigen Folgen geht es dabei um Politik, Massenmedien, Überwachungsmanie, Gesellschaftsersatz, Folterstrafen und noch mehr Politik. Vieles davon im ersten Moment an den Haaren herbeigezogen, und dann doch irgendwie schockierend, weil man die Inhalte für die Zukunft vielleicht gar nicht als so abwegig betrachtet.

Erstaunlich finde ich dabei die Ideenvielfalt der Serie, die jede Folge zu einem mitreißenden Kurzfilm werden lässt. Auch die Produktion ist für (europäische) TV-Verhältnisse aus meiner Sicht sehr aufwendig.

Gerade die Pilotfolge hat (trotz unrealistischen Tendenzen) einen Schockwert, den man so schnell nicht vergisst, und kommt dabei noch ohne Science Fiction aus. Die restlichen Folgen bekommen zwar einen deutlicheren SciFi-Anteil, sind aber nicht so sehr auf Sensation ausgelegt.

Fazit: ich bin begeistert, dass es eine so sozialkritische Serie um moderne Technologie und deren Folgen gibt. Den Mix aus Thriller, Drama und SciFi finde ich sehr ansprechend und kann ihn Fans von Stoffen wie „Matrix“, „The Truman Show“, „In Time“ und „Der 200 Jahre Mann“ empfehlen. (8/10)

Es verbleibt mit erschreckend vielen „schwarzen Spiegeln“ ausgestattet
F.

Ansichtssache: Dredd

November 21, 2012

Ich gebe zu, ich war kurz davor, diesen Kinobesuch auszulassen. Irgendwie erschien mir der Eindruck (durch Trailer und Kritiken) ein wenig zu durchwachsen. Aber Owley’s Ausführungen ließen mich dann doch wieder neugierig werden.

Zur Handlung braucht man nicht viel sagen/schreiben. Da wurde im Trailer schon ausreichend verraten. Aber dies ist ein Film, den man eigentlich nicht wegen der Geschichte schaut, sondern wegen der Umsetzung.

Und ja, diese Umsetzung wirkt wesentlich unterhaltsamer als der 90er-Jahre-Trash mit Sylvester Stallone. Dabei erweckt „Dredd“ den Eindruck, er stämme aus den 80ern.
Inwiefern die Comic-Verfilmung der Vorlage entspricht, kann ich nicht beurteilen, da ich 2000AD (& Co.) nicht lese – und mir die Comic-Figur Judge Dredd nur in einem Crossover (mit DC’s Lobo) begegnete. (Ich glaube, da konnte sein Motorrad fliegen.)

Jedenfalls würde ich behaupten, dass der Film handlungstechnisch  wie die Hauptfigur rüberkommt – konsequent und linientreu bis zum Ende.

Auch ist dies ein Film, bei dem die Schauspieler kaum brillieren können – und das auch gar nicht nötig ist, solange ein Mindestmaß an Stimmigkeit (das Wort „Glaubwürdigkeit“ wollte ich nicht nehmen) vorhanden ist. Und das trifft allemal zu.

Der zurückhaltende Einsatz von Effekten passt auch – abgesehen von der 3D-Konvertierung, die hier (wie könnte es auch anders sein) nicht notwendig war. Ich würde da von „Low End SciFi“ reden, wenn viele Settings ohne Green-Screen-Technik auskommen. Das Budget wird nicht wahllos verschleudert, was mich wieder an den 80er-Jahre-Eindruck denken lässt.
Punkte sammelt das Werk noch durch die musikalische Untermalung, die in Spannungsmomenten schonungslos elektronisch brummt.

Was die Brutalität angeht, bin ich der Meinung, dass hier der Kontext stimmt – was es leichter hinnehmbar erscheinen lässt. Ja, die Figuren tun sich weh (Stichwort Schusswechsel), aber es wird nicht wirklich zelebriert (mit einer Ausnahme).

Fazit: „Dredd“ ist ein Old-School-SciFi-Action-Film mit einer überaus geradlinigen Umsetzung, die Retro-Gefühle weckt. Die Story ist simpel, aber nicht dämlich. Unterhaltsam, wenn man sich drauf einlassen kann. (7/10)

Es verbleibt ohne richterlichen Beschluss
F.

Ansichtssache: Cloud Atlas

November 21, 2012

Wie ich einem Freund heute bestätigen konnte: ja, der Film ist schon raus. Und ich habe den auch bereits gesehen. Eindrücke gefällig?

Zunächst: nein, ich kenne die Vorlage nicht, kann mir aber dennoch vorstellen, das Buch nun zu lesen – in der Hoffnung, dass in den über 600 Seiten mehr Erklärungen zu finden sind.

Wie man bei dem wuchtigen Trailer bereits ahnen kann, ist dieser Epos von Film eine Art Training für die Aufmerksamkeit. Denn bei all den Zeitebenen und Schicksalen braucht es ein wenig Geduld, um überhaupt in den Handlungsfluss zu kommen.
Ich will damit nicht sagen, dass die ersten Minuten anstrengend sind, aber sie fordern doch ein wenig.

Wie gut, dass man im Laufe des Films immer mehr mit Informationen gefüttert wird, so dass am Ende die Vorstellung eines Gesamtbilds entsteht, welches aber immer noch sehr komplex ist. Das muss nicht schlimm sein, bietet aber noch Spielraum für Interpretationen.
Spätestens auf die Frage, was die Macher mit dem Werk nun eigentlich aussagen wollen, werde zumindest ich stutzig. Grund: die Fülle und Vielschichtigkeit an Inhalten.

Und ja, das wird auch zum Manko. Bei so viel Input bleibt der Unterhaltungswert teilweise auf der Strecke.
Ebenfalls dürftig fallen die (vielen!) Charaktere aus, die man zum Teil nur in wenigen Minuten sieht – wo soll da also noch groß Inhalt über Motivation herkommen, wenn man mit der Haupthandlung vorankommen möchte?
Dennoch empfinde ich jeden Darsteller als eine gute Wahl. Und Tom Hanks sieht man doch eh gern. Der Film wird manchmal zum Ratespiel, wie die Darsteller in der nächsten Zeitebene (mit welchem Aussehen) eingebaut werden.

Eins möchte ich an dieser Stelle anmerken: ich habe ja durchaus viele Filme gesehen, aber selten ein so ambitioniertes Projekt. Bei „Herr der Ringe“ war die Handlung wenigstens überwiegend linear – mit deutlicher Rollenverteilung. „Cloud Atlas“ erscheint einem dagegen wie der willkürliche Zusammenschnitt einer Staffel „Doctor Who“ (eine SciFi-Serie mit Zeitsprüngen). Da grenzt es schon an ein Wunder, dass am Ende alles irgendwie Sinn macht.

Wer bei all der Handlung und den vielen Figuren noch einigermaßen durchblickt, dürfte wohl erfreut feststellen, wie gut die Produktion ist – damit meine ich Effekte und Make-Up. Und ja, auch Letzteres ist hier wirklich eine Leistung (wenngleich manche die „Asia-Augen“ als befremdlich einstufen mögen). Definitiv ein Kinoerlebnis.

Was mir wiederum noch ein wenig den Spaß nahm, war die Brutalität, die aus meiner Sicht nicht so drastisch hätte dargestellt werden müssen. Die Freigabe ab 12 Jahren hätte hier ein Ausrufezeichen gebrauchen können.

Fazit: „Cloud Atlas“ ist ein wuchtiger SciFi-Epos mit Kult-Potential, guten Darstellern und einer erstklassigen Produktion. Nur büßt der Unterhaltungswert etwas durch die Komplexität ein. (7/10)

Es verbleibt unter den Wolken
F.

Spaceman

September 3, 2012

Wie hießen die noch? Babylon Zoo oder so, die damals so einen Titellied hatten, von dem mir nur das schlumpfig hoch-gepitchte Segment zum Anfang und zum Ende gefiel. Aber dann gab es noch The Killers, die einen Song mit diesem Titel veröffentlichten, welcher schon mehr nach meinem Geschmack war.

So, was veranlasst mich für diesen Eintrag (wenn nicht ein obligatorischer Wochenrückblick)?
Ich nutzte heute auf einer Zugfahrt die Gelegenheit, um eine Comic-Serie zu lesen, die im Herbst 2011 begann und vor Kurzem mit der Nummer 9 ihren Abschluss fand. Und diese Reihe heißt „Spaceman“ (erschien bei Vertigo Comics) – geschrieben von Brian Azzarello und illustriert von Eduardo Risso. Die Geschichte ist mindestens so düster wie die Zeichnungen, spielt in einer apokalyptischen Zukunft und handelt von Ausgestoßenen der Gesellschaft sowie Sensationsgier der Medien. Das Ganze wird natürlich abenteuerlich verpackt und wartet mit einem Ende auf, dass zum Nachdenken anregt, was wiederum mit der Zwischenhandlung zu tun hat (Spoilergefahr). Somit ist dieses Werk alles andere als leicht oder kindisch. Ich will ja nichts andeuten, aber sollte das verfilmt werden, könnte daraus Kult werden.

So… von einer trostlosen Zukunft zur Gegenwart:
Schon gehört. was eine bestimmte Bestseller-Liste im Bereich Sachbuch anführt? Es ist ein Buch, welches gestern in einer anderen bestimmten Talkshow beleuchtet wurde – Thema „Internet verblödet“. Was soll man dazu sagen? Nun, eigentlich nicht viel. Denn das wurde schon von professionellen Kommentatoren heute in diversen News-Portalen analysiert. Und ja, natürlich ist das Frustpotential gegeben – dafür sorgt allein das provokante Thema bzw. die Formulierung.
Und eigentlich wird meine Meinung gut von einem der Gäste in dieser ominösen Sendung vertreten. Denn letztendlich ist der Kümmern (also das Beschäftigen) wichtig. Pauschale Vorschriften bringen da eher weniger aus meiner Sicht.

Und noch mal zurück zum Aspekt „Verdummen“ oder vielmehr die Ursachen: Was wurde nicht schon alles verteufelt in dieser Richtung – Drogen, Zucker-Ersatzstoffe, Geschmacksverstärker, Fernsehen… und nun Internet. Tja, Kinder haben es da echt nicht leicht in dieser Zeit.

Zur Aufmunterung folgt nun ein Absatz über jemanden, den ich nicht F. nennen kann (verständlich, oder?) – daher also D.
Der D. ist einer dieser Leute, die Eindruck hinterlassen – und das kann unterschiedliche Gründe haben. Selten wäre das meiner Meinung nach wegen guten Pointen. Und genau da kam meine Kreativität ins Spiel. Hier hatte ich die Idee des „humoristischen Upgrades“ – Einlagen wie auf Knopfdruck, die der allgemeinen Heiterkeit beitragen. Schwierig wird es da nur mit den Themenfeldern, die auf verbales Glatteis führen können. „Challenge accepted“ also? Na, mal sehen…

Es verbleibt
F.

52 songs #33

Februar 13, 2012

So, und mit dem Wochenbeginn folgt schon der nächste Beitrag – Music Monday Style. 😛 Ein neuer Beitrag für das Blog-Projekt „52 Songs“ der Gedankendeponie wird eben fällig. Die Woche 33 beschert uns folgendes Thema: Science Fiction.

Also im ersten Moment konnte ich mit dem Thema nichts anfangen. Nicht falsch verstehen – ich mag Science Fiction. Aber als Song-Thema? In erster Linie denke ich an Filme, Serien oder Bücher/Comics. Aber in Liedern finde ich das Thema weniger. Gut, nach ein wenig Bedenkzeit fielen mir auch Lieder ein, zu denen ich gewissermaßen einen Themenbezug konstruieren könnte – mal leicht und mal schwieriger. Musikvideos sind ja nicht umsonst teilweise sehr teuer produziert und mit Effekten beladen worden. Jedoch ist das oftmals nur des Aufwands wegen (Stichwort Look) und nicht wegen der Stimmung oder Texte des Songs. Beispiel? „Play“ von Jennifer Lopez – das Video schreit SciFi, aber der Song bei Weitem nicht. Auch sollen wohl viele Computer-Effekte, die auf Stimme und Musik angewendet werden, einen futuristischen Eindruck hinterlassen – das ist mittlerweile bei jeder zweiten Pop/Dance-Platte so.
Was bleibt also noch außer Textbezug? Nun, ich kenne ein paar Lieder, in denen auch mal das Wort „Alien“ oder gar „Science Fiction“ vorkommt, aber zufrieden stellte mich das meist auch nicht. Warum „meist“? Weil ich tatsächlich ziemlich schwanke, wenn es um die Wahl zu diesem Thema geht.

Ich meine, ich könnte problemlos einen Track von Daft Punk’s „TRON: Legacy“-Soundtrack nehmen und der Fall wäre erledigt. Aber nein, das reicht mir nicht. Warum? Weil es in erster Linie Soundtrack wäre. Da könnte ich auch die Melodien verschiedenster SciFi-Franchises nehmen – Star Trek, Star Wars, Avatar, etc.

Zusammenfassend: Futuristische Sound-Kulisse, Stimmenverfremdung, SciFi-Musikvideo, Textreferenzen, Filmbezug – jeweils getrennt vorhanden reicht mir nicht. Da muss ein „Kombipack“ her.

So – und nach ein wenig Gestöbere in der Sammlung (und weil ich dann auch mal fertig werden will) habe ich nun mein Wahl getroffen. Die Band hatte ich schon innerhalb des Projektes, aber das passiert nun mal.

Gründe für die Wahl: Die Musik hat hörbar elektronische Einflüsse (check), die Stimme des Sängers wird an kleinen Stellen verändert oder gedoppelt (check), das Video erinnert an Retro-SciFi/Fantady (check), der Text ist purer SciFi (check) und trotz all diesen Merkmalen verbindet man das Lied nicht gleich mit einem Film. So, ich bin zufrieden.
Als Bonus noch einen Auszug aus dem Songtext, der mir erwähnenswert erscheint: „It’s all in your mind“ – und ist es nicht genau das, was gute(n) „Science Fiction“ ausmacht?
Die Musik ist auch nicht komplett computer-gesteuert, sondern weist noch den Einsatz von Instrumenten auf, was ebenfalls als SciFi ausgelegt werden kann – nach dem Motto: „Nur Maschinen sind auch nicht toll“.

Ich präsentiere „Spaceman“ von The Killers :


[ach ja, wie vergesslich, YouTube ist in Deutschland ja verstümmelt – also hier ein anderer Link]

Ja, das Single-Cover ist nicht gerade aussagekräftig. Es war halt Teil einer Serie von Grafiken, welche die vier Bandmitglieder im Mosaik-Stil portraitiert haben. Schade nur, dass zwei davon nicht im Single-CD-Format erhältlich sind – hätte den Sammlern bestimmt gefallen.

Es verbleibt als Fan von SciFi
F.