Posts Tagged ‘Politik’

AAA: Gedanken zum Volksentscheid

September 7, 2015

In meiner Heimat wurden Wahlberechtigte gestern aufgerufen, an einer Abstimmung zu einer Aufhebung einer Reform zur Gerichtsstruktur des Bundeslandes teilzunehmen. Für die Gültigkeit dieses Versuchs direkter Demokratie hätte jeder Dritte einen gültigen Stimmzettel abgeben müssen. Beteiligt hat sich jedoch nicht mal jeder Vierte. Die Chance, einen Nichtwähler anzutreffen, steht also bei 3 zu 1. Ich finde das toll… nicht.

Im Gegenteil – dieser Ausgang erscheint mir eigentlich schlimmer als jegliches mögliche Ergebnis. Ob nun „Ja“ oder „Nein“ mehr Stimmen bekommt, war mir im Endeffekt egal. Warum? Weil es für beide Sichtweisen Argumente gibt: weniger Gerichte zur Kostensenkung oder Erhalt zur Bürgernähe. Ich fühle mich nicht in der Lage, vehement für einen Standpunkt zu streiten. Unabhängig davon habe ich für mich eine Entscheidung getroffen und an der Wahl teilgenommen.

Dass es für so viele Mitmenschen scheinbar nicht für eine Teilnahme reichte, würde ich mit der Thematik begründen. Man darf Politik mitgestalten und dann zu einer Fragestellung, die womöglich auf Gleichgültigkeit stößt. Den Sachverhalt einigermaßen umständlich formulieren und gegebenenfalls mißverständlich auf dem Stimmzettel abbilden, reichten vielleicht aus. Und es wäre auch denkbar, dass Volksvertreter diese Strategie bewusst wählten, wie es eine Meinung (letzter Absatz) wiedergibt.

War der Aufwand nun also für die Katz? Wird man es sich fürs nächste Mal besser überlegen, ob man einen Volksentscheid anstrebt? Möchten wir auf diese Weise mehr Gründe sammeln, mit der Regierung unzufrieden zu sein? Oder stimmt was mit dem System nicht?
Ich wette, die Referenzen lassen sich je nach „Lager“ entsprechend herstellen. Darf ich es mir wünschen, dass auch für andere Themen 3 von 4 Leuten mit Gleichgültigkeit reagieren? Wir mögen doch ruhige Herden lieber, oder?

Es verbleibt enttäuscht
F.

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Schöne neue Welt… am A****

Dezember 17, 2014

Allein die Tatsache, dass ich mich beim Titel selbst zensiere, sollte (mir) zu denken geben. Allerdings bin ich auch generell eher zurückhaltend, zumindest im Schriftlichen übermäßig Kraftausdrücke zu gebrauchen. Wie dem auch sei…

Dieser Tage fällt es mir besonders schwer, die Nachrichten zu verfolgen. Wo soll ich da nur anfangen?

  • Der neue Bericht über das gesetzeswidrige Vorgehen von “Behörden”, welches für entscheidende Beteiligte offenbar keine Konsequenzen haben wird. Stattdessen Reaktionen darauf, die erschütternder kaum ausfallen könnten.
  • Ein Meinungsbild, nach dem von Ordnungshütern nicht zu erwarten ist, über die legalen Grenzen ihres Handelns Kenntnis besitzen zu müssen. “Unvermeidbarer Verbotsirrtum” hin oder her.
  • Der Versuch, ein ehrenswertes Anliegen wie Datenschutz in halbherzigen Umsetzungen immer noch anpreisen zu wollen, obwohl sich seit den Offenlegungen im Sommer 2013 faktisch fast nichts am System geändert hat.
  • Die Tatsache, dass jeglicher Protest zu Abhörungspraktiken nahezu sinnlos erscheint.
  • Der ungleiche Kampf um Steuervorteile zwischen Politik und Wirtschaft.
  • Der Rückwärts-Trend, liebgewonnene Freiheiten wie Regierungs- bzw. Systemkritik oder (friedliche) Demonstrationen, einzuschränken oder gar zu verbieten.
  • Das (bedauerlicherweise verständlich) schlechte Klima für gewissenhafte Menschen, die auf Ungerechtigkeiten und Rechtsbrüche seitens der Obrigkeit hinweisen. Nach dem Motto “nicht das Problem angehen, sondern denjenigen, der darauf aufmerksam macht”.
  • Aktuelle Bewegungen, die gegen Minderheiten im teils religiösen Kontext gerichtet sind und auf unbegründete Ängste aufbauen.

Hinzu kommen die zeitlosen Klassiker-Themen wie Diskriminierung, Lobbyismus, etc., welche immer mal wieder zwischendurch für schlechte Laune sorgen. :/

Es verbleibt mit der Hoffnung auf kühle Gedanken zu diesen hitzigen Themen
F.

Logbuch : wahlweise Schokolade

Mai 25, 2014

Normalerweise zögere ich beim Schreiben aufgrund von Überlegungen zum Aufbau. Heute liegt es eher an schmerzenden Händen. Warum konnte ich auch nicht einfach 15 Minuten auf die nächste Bahn warten und bin stattdessen über 2 km durch die Stadt gegangen – mit schwerer Tasche. Ich vermute, es war wegen der frischen Luft. Egal…

20.05.14 : Endlich mal kein Gehetze zum Sport. So sollte das eigentlich immer dienstags sein. Gelingt mir nur nicht so oft. Im Anschluss daran habe ich meinen Wahlbrief weggebracht. Ja, die Verdrossenheit zu sehr auszuleben, war dann doch keine Option für mich. Nur kann ich nicht sagen, dass ich mich danach besser fühlte.
Ein leckeres Abendessen erheiterte mich da schon mehr. Nicht zuletzt dank neuen Folgen der „Late Late Show“.

21.05.14 : Der Mittwoch lief ein bissel aus dem Ruder. Bis zum Musikredaktionstreffen war alles normal. Danach waren wir noch bei der „mobilen Disco“ am Stadthafen, wo sich wohl ganz „Hipster Rostock“ aufgehalten hat. Dass ich auf meinem Heimweg noch einen „Zwischenstopp“ bei Informatikern einlegte, erwies sich als folgenschwere Entscheidung. Immerhin: es gab einen Schokoriegel. (Ja, mein Geist war schwach. Und ich vergass die Kekse, die ich noch hatte. Die restliche Auswertung wird vertagt.)

22.05.14 : Die Tatsache, dass ich nach so einem ereignisreichen Abend mit nur minimaler Verspätung den nächsten Tag beginnen konnte, finde ich immer noch bemerkenswert. Weniger bemerkenswert waren die Umstände, die mir den Tag erschwerten – also das heiße Wetter und eine schwere Tasche. (Kann ja nicht ahnen, dass ich keine Jacke brauchen würde.) Das Treffen der Technikgruppe war relativ kurz und wir bekamen lecker Salat von LOHRO-Freunden.
Mit anderen Worten: je später der Abend, desto besser die Laune. Und der neue X-Men-Film „Zukunft ist Vergangenheit“ rundete den Tag ab. (8/10)

23.05.14 : Am Freitag bin ich früh aufgestanden, damit ich früher mit der Arbeitswoche fertig werden konnte. Und etwas aufgeregt war ich auch, denn meine erste 3-Stunden-Sendung fand am Nachmittag statt. Und wie das mit anderen Sendeformaten ist, muss man sich da erst rantasten. Ich war erstaunt, wie viele „vorgegebene“ Elemente es gab… und wie oft ich das Wetter vorlesen durfte. Nach dem „Homerun“ machte sich dann auch der Tag bemerkbar – ich war etwas erschöpft. Den Rest gab mir ein umfangreiches Abendessen. (Stichwort Fresskoma) Es waren zwar einige Unternehmungn für den späteren Abend im Gespräch, aber gegen 22 Uhr entschied ich mich für Schlaf.

24.05.14 : Eine gute Wahl. Denn so konnte ich das Wochenende zeitig Richtung Insel reisen und somit der Stadt entfliehen. Highlight des Tages waren die letzten Folgen der aktuellen Staffel „Modern Family“, die ich mir noch aufgespart hatte. Und auch die erste Ausgabe der „Maya Rudolph Show“ hat mich sehr gut unterhalten. Fürs Abendessen tobte ich mich wieder in der Küche aus – ein weiterer Anlauf für Chili (con carne). Ergebnis: der Schärfegrad wurde wieder etwas angehoben. Reisnudeln als Beilage würde ich jedoch nur noch in Notfällen akzeptieren. Und auch Streukäse mit zerpflücktem Sanebel zu ersetzen, sollte kein Standard werden. Das Abendprogramm: „Das hält kein Jahr“ und die zweite Halbzeit des Champion-League-Finales, welches ich gern nach 92 Minuten beendet gesehen hätte.

binz_2014-0525.05.14 : Selbst die Sonnenstrahlen auf meinem Kopf verhinderten nicht, dass ich endlich wieder ausschlafen konnte. Das Wetter war traumhaft, das späte Frühstück auch. An Nachmittag machten wir einen Spaziergang entlang der Strandpromenade. Auf einem Spielplatz fand ich Schaukeln, die natürlich getestet werden mussten. Ich komme immer noch nicht darüber hinweg. dass man in Binz nun fürs bloße „mal an den Strand gehen“ nun zahlen soll. Warum sollte ich für etwas zahlen, was ich mein ganzes Leben lang gratis machen konnte?
Ich denke, das kann nicht nur am Altern liegen, dass „früher alles besser war“. Es gibt zahlreiche Entwicklungen, die mich den Kopf schütteln lassen. Und die Krönung heute war die erste Hochrechnung zur Europawahl, weil eine absolute Mehrheit der hiesigen Wähler (nicht der Wahlberechtigten!) scheinbar nicht dazulernt. Na wie schön, dass sich die fleißigen Lobbyisten weiterhin an die gleichen Pappenheimer wenden können.
Na ja, auf dem Weg in die Stadt stellte ich erstaunt fest, dass es in Prora ein Festival namens „Her mit dem schönen Leben“ gab. Und wie eingangs bereits erwähnt, bin ich nach Hause gelaufen.

Ausblick: die kommende Woche verspricht mindestens einen heiteren Abend und aller Voraussicht zwei Live-Sendungen 😛

Es verbleibt zu später Stunde
F.

Logbuch : zum Schlafen zu Hause

November 10, 2013

Der Titel hätte auch „5 Abende weg“ heißen können und interpretiert meine Auffassung von Häuslichkeit dieser Tage. Tja, irgendwie ergab sich da viel „Ablenkung“. Aber der Rehe nach…

Der Montag wurde mit einem Kinoabend aufgewertet. G. fuhr mit Auto, was Wartezeiten bezüglich ÖPNV umgehen ließ. Der Film „The Fifth Estater“ bzw. „Inside WikiLeaks – Die fünfte Gewalt“ überraschte mich mit viel Hang zur Visualisierung sowie der hohen Rate an Schleichwerbung für Club-Mate. Ansonsten steht (wie zu erwarten) das Drama zwischen den Persönlichkeiten im Vordergrund. Im Nachhinein erstaunt mich noch die kurze Zeitspanne zwischen Geschehen und Verfilmung. Schön auch, dass die Ereignisse aus meiner Sicht möglichst neutral nacherzählt wurden. (8/10)

Am Dienstag fiel mir auf, wie wenig Spielraum ich mir manchmal bei der Planung lasse. Denn eine kurze Verzögerung sorgte sogleich für Eile, um Anschlusstermine wahrnehmen zu können. Entschläunigung geht anders. Na ja, jedenfalls nahm ich zum Abend zusammen mit P. die Möglichkeit wahr, lokalpolitisches Engagement hautnah mitzuerleben. Neben der sachlichen Kommunikationsweise fiel uns die überaus weitsichtige Planung im Zusammenhang einer aufkommenden Wahl (im Mai 2014) positiv auf. Inwiefern es in diesem Bereich eine Fortsetzung geben wird, kann ich noch nicht sagen.

Die Bemusterung im Rahmen des Treffens der Musikredaktion verlief letzten Mittwoch relativ unspektakulär, zumal wenig neue Titel vorgestellt werden konnten. Im Anschluss löste sich die Runde ziemlich schnell auf, was teilweise an einem Fußballspiel lag. Da ich mir dachte, dass S. die Übertragung bestimmt verfolgen würde, schaute ich spontan bei ihr vorbei. So unterhaltsam es auch war, seit einer Weile wieder Fußball im TV zu sehen, war das Ergebnis dann doch eher enttäuschend.

Für Donnerstag stimmte ich mich mit Y. ab, um abends zum Moya zu fahren, wo ein Science Slam stattfand. Dieser war eigentlich ganz okay. Es gab ja auch nur 4 Teilnehmer, von denen ich sogar einen kenne. Stichwort: kleine Welt.

Am Freitag schlug G. einen ST-Besuch vor, was wiederum meine Abendplanung etwas überholungswürdig werden ließ. Denn mit Tasch würde ich somit nicht davor ins Kino gehen. Bzw. davor bummelte ich noch mit Freunden durch die Innenstadt, um die Installationen zur diesjährigen Lichtwoche zu bestaunen. Die Pyro-Show vorm Uni-Hauptgebäude waren mir dann aber schon fast zu viel des Guten. Aber immerhin zog es die Massen an. Ich glaube, ich habe noch nie so lange bei Subway anstehen müssen. Ach ja, ich sah mir also ein zweites Mal den zweiten Thor-Film an und ging danach zur Bad Taste Party. Warum? Weil ichs kann. 😛

Am Samstag gönnte ich mir die Auszeit in der Heimat, wo ich mich wieder ans Chili-kochen machte – erstmals mit den neuen Gewürzen aus Hamburg. Und ja, das merkte man. Ebenfalls kreativ wurde ich bei der Getränkewahl. Schon mal Bananensaft mit Fassbrause probiert? Ist nicht übel. Anders als „Wetten Dass“. Nicht mal eine gut gelaunte Céline Dion konnte da viel retten. Die Zahl der Leute, die ich für die Moderation der Sendung als geeigneter betrachte, wächst und wächst.

Und heute war ich endlich wieder in Leselaune. So konnten einige Comics von der ToRead-Liste abgearbeitet werden – darunter mehrere Ausgaben des „All-New Ultimate Spider-Man“. Außerdem sah ich eine wunderbare Episode der „Late Late Show“ mit Craig Fergusson. Die Sendung ist herrlich verrückt.

Es verbleibt zahlreichen Terminen für die kommende Woche
F.

Logbuch : Planänderungen

September 1, 2013

Diese Woche verlief mehrfach anders als gedacht, was einige Vorhaben beeinflusste. Und nicht zuletzt sorgte das Wetter dafür, dass alles überwiegend Spaß gemacht hat.

Die Höhepunkte am Montag waren die MTV Awards und der Abschluss der „Ex Machina“-Reihe. Bei Ersterem war ich von Bruno Mars beeindruckt, bei Zweiterem ärgerte ich mich über das Ende, weil es aus meiner Sicht zu zynisch war im Vergleich zum Gesamtwerk.

Der Dienstag ähnelte sehr dem der vergangenen Woche.

Am Mittwoch war ich etwas ausgelastet, was unter anderem an der Vielzahl an Terminen lag und daran, dass einer doppelt so lange dauerte wie angenommen bzw. der Folgetermin vorverlegt wurde. In der Musikredaktion verlief die Bemusterung ungewohnt schnell. Und ich konnte einen geselligen Zwischenstopp im Irish Pub einbauen, bevor ich zu F.’s Abschiedssause ging.

Für Donnerstag sollte es ein Kinobesuch zu „R.I.P.D.“ sein. Der Film liefert ziemlich genau das ab, was man im Trailer schon erahnen konnte – und ist aus meiner Sicht ein guter „Men in Black“-Remix (also nicht bloß ein Abklatsch). (7/10)

Am Freitag wollte ich ursprünglich einen Wochenendausflug in die Ferne antreten, was aber abgesagt wurde. Stattdessen erfuhr ich beim Musikredaktionstreffen von einer Grillrunde anlässlich des Abschieds einiger LOHRO-Helfer. (Ganz ehrlich. Ich kann/will die Abschiede in diesem Jahr/Sommer schon nicht mehr zählen.) Dementsprechend richtete ich mich darauf ein. Der Abend war lustig – inklusive mehrerer Ortswechsel. Dass ich es so nicht mehr zum Seifenblasenmanifest in die Südstadt geschafft habe, macht mich auch gar nicht traurig.

Das Wochenende verbrachte ich wieder in der Heimat, wo zur Zeit das Duckstein-Festival gastiert. Aber was musste ich feststellen? Der Stand mit den Belgischen Waffeln ist nicht da! Und das bei Vergrößerung der Fläche. Oh, diese Enttäuschung hat mich den ganzen Abend begleitet.

Heute habe ich gelesen und kam abends natürlich nicht am Polit-Zirkus vorbei, der sich TV-Duell nennt. Ich fand es nicht so langweilig wie befürchtet, bin allerdings auch nicht so ganz zufrieden mit dem Ergebnis bzw. was darüber diskutiert wird. Und Stefan Raab wirkte eher störend in dieser Runde. Egal.

Lese-Ecke: Gestern erfuhr ich via Newsarama von einem wichtigen Ereignis in der aktuellen „Captain America“-Reihe und entschied mich spontan, da einzusteigen. Leider war die Geschichte so arg untypisch für mein Verständnis von guten Cap-Stories. Er wird in eine andere Dimension verschleppt und fungiert dort mehrere Jahre als Ziehvater für ein Baby. Ich könnte keine Comic-Figur benennen, bei der mich so eine Art von Plot interessieren würde. Entspechend wenig schockiert war ich über das Ereignis, welches für die Serie einen Wendepunkt darstellt – allerdings eher im Kontext mit der Vorgänger-Serie.

Empfehlen kann ich stattdessen „The Private Eye“ – eine weitere Serie von Brian K. Vaughan. Der Autor macht einfach zu viel richtig. In gerade mal drei Ausgaben (von wahrscheinlich 10) dieser Maxiserie finden sich so viele positive Aspekte, dass mir als Comic-Leser das Herz aufgeht. Von der Grundstimmung her erinnert die Serie etwas an „Blade Runner“. Und auch die digitale Verbreitung in verschiedenen Formaten (auch PDF) sowie Sprachen über ein eigenes Portal finde ich genial, da es kostenloses Testlesen ermöglicht.

Es verbleibt demnächst als Praktikant
F.

I saved the world today

Juli 1, 2013

Ich widme diesen Eintrag unter der Rubrik „Music Monday“ heute einem Lied, welches zwar nicht mehr so neu ist, aber dafür in seiner zeitlosen Schönheit so aktuell wie damals 1999. Eher zufällig hörte ich letzte Woche in das Eurythmics-Album „Peace“ rein, von dem der Titel die erste Single war, und erfreute mich an den stimmigen Liedern, die zum Nachdenken anregen.

Selbiges kann ich von den Nachrichten der letzten Wochen nicht sagen. Diese erscheinen mir fast schon wie Beiträge eines Zyniker-Wettbewerbs – seien es die Enthüllungen oder die Aufschreie, welche mehr gespielt als ehrlich wirken. Eine Frage wie „wer ist der Böse?“ war wohl noch nie so schwer zu beantworten wie heute. Derweil sollte man sich von nun an auch besser wundern, wer etwas davon hat, wenn schlimme Dinge passieren. Denn theoretisch kann doch nun alles verhindert werden bei all der vorsorglichen Datenerhebung. So müsste es sein, oder? Andernfalls besteht doch nur die Gefahr, dass ein Leben mit einem Klick futsch ist. Und in der Zwischenzeit feiert der DAX sein 25. Jubiläum.

Ach ja, hier der Link

Es verhleibt nachdenklich
F.

Logbuch : ein Wochenende wie kein anderes

Mai 27, 2013

Da schreibe ich am Freitag noch, dass nicht viel passiert ist, und finde mich 3 Tage später mit sehr viel Geschehen in der Zwischenzeit wieder.

Am Abend fand eine sehr unterhaltsame Zusammenkunft bei C. statt, bei der ich unter anderem 2 neue Gesellschaftsspiele kennenlernte (Stichwort Flüster-Fragerunde). Ursprünglich wollten wir dann zum Studentenkeller aufbrechen, unternahmen jedoch den Versuch mit den Gutscheinen von M. ins DejaVue zu gelangen, wo eine Mediziner-Feier stattfand. Das klappte nicht und so änderten wir den Kurs auf die erstere Adresse. Dort war es erfreulich geräumig, was die Fülldichte angeht. Wie das Motto war, müsste ich nachlesen. Jedenfalls hat es Spaß gemacht. Auf dem Heimweg wurde es nicht nur schon beinahe wieder hell, es hat auch ordentlich geregnet.

Tja, nach so einer Nacht werde ich bestimmt nicht vormittags Brötchen holen. Stattdessen ließ ich mir sehr viel Zeit mit dem Aufstehen und besorgte ein paar Mitbringsel für den Fußball-Abend bei S. und K.. Da M. ankündigte, eigens für den Anlass selbstgemachtes Chili mitzubringen, sollte meine Begleitschaft ein ausgereifter Hunger werden. Und dann ließ der Hauptgang auch noch auf sich warten. Na ja, so durfte ich über gesundes Finger Food mit zwei leckeren Dips herfallen. Auch der außergewöhnliche Saft der Marke „Kiwi, Limette, Aloe Vera“ verdient eine Erwähnung.
Ach ja, das Chili war ziemlich intensiv und doch sehr anders im Vergleich zu meiner Zubereitungsmethode – in Kombination mit aufgebackenem Weizenbrot hervorragend. So hervorragend, dass ich nach dem Nachschlag in der Spielpause kurz vor dem Fresskoma war. Leider ging das Fußballspiel nicht so aus, wie ich es mir gewünscht hätte. Da sparten wir uns dann auch die Berichterstattung im Anschluss und guckten eine Folge „Numb3rs“ mit Wil Wheaton in einer Gastrolle. Es ging zwar um Comics, war aber doch sehr unspektakulär und übertrieben konstruiert.

Am Sonntag habe ich mir endlich die Serie „Derek“ angesehen, was ich (wie könnte anders sein) schon länger vorhatte. Die Serie stammt zwar vom Komiker Ricky Gervais, ist aber weniger ulkig als gedacht. Stattdessen sorgt das Setting in einem britischen Altersheim eher für rührende und nachdenkliche Szenen.
Nebenbei schlug M. einen Spieleabend vor, der im Pleitegeier stattfinden sollte. So hatte ich das auch in diversen Netzwerken bekanntgegeben. Nur gab es keine große Resonanz, weshalb wir stattdessen L. besuchten, die ganz frisch wieder in der Stadt angekommen war. Dort hatten wir auch ein paar heitere Spielrunden. Und da M. mit Auto unterwegs war, musste ich mir auch keine Gedanken wegen der Heimfahrt machen. Die Chance habe ich dann auch genutzt.

Und zwar so gut, dass ich heute eine Weile brauchte, bevor ich überhaupt an den Wochenstart denken konnte. Da ist es von Vorteil, eine terminfreie Zone im Kalender zu haben.
Mein Tagesinhalt bestand dann mehr oder weniger aus einem 90-minütigen Dokumentarfilm über Afghanistan, den man auf der Homepage von Vice finden kann („This Is What Winning Looks Like“). Die darin enthaltenen Einblicke machen zwar wenig Hoffnung, empfinde ich dennoch als sehr relevant in Bezug auf aktuelles Weltgeschehen. Eigentlich reicht da auch die Kurzfassung in Textform. Denn das Video bringt einem die Realität schon fast zu nahe.

Zu guter Letzt möchte ich an diesem Music Monday noch auf ein schönes Lied verweisen:

Es verbleibt in Gedanken
F.

Politische Alternativen?

Mai 17, 2013

Wie dem geneigten Leser vielleicht schon bewusst geworden ist, haben wir bald wieder die Qual der Wahl. Warum gleich zu Beginn so zynisch? Nun, selten finde ich mich so niedergeschlagen wieder, wenn es um die politische Landschaft in Deutschland geht. Sei es irgendwelche Vetternwirtschaft oder versemmelte Hundert-Millionen für fragwürdige Anschaffungen. Da muss ich noch gar nicht den internationalen „Wirtschaftsfeldzug“ oder die gut „geschmierte“ Lobby-Maschinerie berücksichtigen. Ohne Letztere geht es ja scheinbar gar nicht.

Aber zu den Alternativen:
Die einen machten sich einen Namen als Anti-Euro-Partei, obwohl sie die Gemeinschaftswährung an sich nicht abschaffen wollen, sondern „nur“ regional aufteilen. Vertrauenserweckend wirkte der Fakt, dass dort Leute mit akademischen Hintergrund (bzw. vielleicht sogar auch mit Ahnung) eingebunden sind.
Tja, und dann kamen vor wenigen Tagen entmutigende Details über innerparteiliche Machtkämpfe durch den Nachrichtenticker. Irgendwie wurde da ein Vorstand nur wenige Tage nach Antritt mit Vertrauensentzug belohnt. Nun, das ließe sich vielleicht auch so interpretieren, dass hier noch Politik agil gelebt wird.

Ebenso wird auch bei der anderen Fraktion mit der Segel-Rhetorik Basisdemokratie bis zum Kopfzerbrechen bemüht. Dies bekam ich überraschend deutlich über meinen Twitter-Feed mit, der doch ein paar mitteilungsbedürftige User enthält. Nur leider sorgen innere Streitigkeiten nicht gerade für ein positives Außenbild. Das hängt natürlich mit der Frage zusammen, ob die Wählerschaft so viel gelebte Transparenz ertragen möchte. Nicht zuletzt erhalte ich den Eindruck, dass politisches Engagement auch zum Nervenkrieg ausarten kann, wenn man an die „richtigen“ Kollegen gerät. Aber ist die Alternative hinter verschlossenen Türen besser?

Na ja, die Programme sind dann wohl bald fertig und öffentlich einsehbar. Der Rest wie Werbespots, Plakate und Parolen sollte mit kritischen Blick betrachtet werden. Und letztendlich sind es spätere Abstimmungen, die beweisen, wie viel wert alle Versprechungen sind.

Dabei haben die Neulinge in der Parteienlandschaft natürlich einen Bonus. Man kann noch nicht einschätzen, wie schnell das Ausrichten nach Lobbyisten erfolgen wird. Andererseits kann dort auch wenig Geleistetes angepriesen werden.

Fest steht nur, was sich unsere Regierung sowie Opposition geleistet haben und wie dort die Tendenzen aussehen. Alles nur Fähnchen im Wind des Kapitalismus? Schade, dass das Gemeinwohl keine Lobby hat.

Es verbleibt unschlüssig
F.

Der ganz normale Wahnsinn

April 28, 2013

Da staut sich manchmal Einiges an politischem Inhalt bei mir an, dass ich mich aufgefordert fühle, ein paar Absätze dazu zu verfassen.

Auslöser war die Nachricht am Freitag, die aus meiner Sicht viel zu wenig Beachtung fand. In einer weiteren Nacht-und-Nebel-Aktion setzt unsere Regierung Dinge um, die man nicht an die große Glocke hängen will – in diesem Fall die Verlängerung der Urheberrechtsfristen. Und nicht nur die Medien ziehen da mit. Nein, sogar die Opposition sitzt mit an Bord!
Spätestens hier machen mir die Grünen klar, dass sie im Zweifelsfall wie die C?U und die Liberalen handeln würden, wenn die Lobby ruft. Das hätte ich eher von der SPD erwartet.
Wie schön, dass sich die Ökos kurz danach auf ihrem Parteitag Mut für den Wahlkampf machen. Mittlerweile bin ich an einem Punkt, an dem ich das Publikum bewundere, welches sich heutzutage noch politische Reden anhören kann. All die schön verpackten Aussagen, von denen man sich mindestens die Hälfte sparen könnte, liebe Freundinnen und Freunde.
Da wünsche ich mir lieber eine Datenbank, in der das Abstimmungsverhalten der Redenschwinger nachvollzogen werden kann. Denn das sind die Fakten, mit denen eine Partei werben sollte. Alles andere ist Schall und Rauch – soll sich gut anhören und mehr nicht. Wie oft kann man sein Vertrauen verlieren?

Da beruhigt es mich auch nicht, welche Krisen andere Länder beschäftigen. Durch (zugegebenermaßen etwas reißerisch aufgemachte) Beiträge des amerikanischen TV-Magazins „Vice“ bekommt man in angenehmer Infotainment-Länge verschiedene Themen aufbereitet. Dazu zählen:

  • die Folgen der Strahlungsbelastung im Irak (vermutlich durch die verwendete Munition im Krieg)
  • das Schutzbedürfnis von Politikern auf den Philippinen (wo es ausreichend Waffen in der Bevölkerung gibt)
  • die Irrungen und Wirrungen bei Familienplanung in China (Stichwort Frauenmangel)
  • Selbstmordanschläge in Afghanistan (verübt durch Minderjährige)
  • Flucht aus Nordkorea (Stichwort Menschenhandel)
  • der Grenzkonflikt zwischen Indien und Pakistan
  • die Radikalisierung in Spanien und Griechenland
  • die Schusswütigkeit in den USA, wo Kinder in religiösen Privatschulen für den Ernstfall „trainiert“ werden

Zu Letzterem gibt es ein Video von der Festnahme eines der mutmaßlichen Verantwortlichen für das Marathon-Drama in Boston, bei dem so viele Schüsse abgefeuert werden, dass man es fast für eine Parodie halten könnte. Da macht die nicht bestätigte Meldung, das Zählen der Schusswunden sei nicht möglich, irgendwie Sinn.

Zum Abschluss möchte ich noch auf eine Zeile aus dem Buch/Film „Nachtzug nach Lissabon“ verweisen, welche mir im Kopf blieb: „Wenn die Diktatur eine Tatsache ist, ist die Revolution eine Pflicht.

Es verbleibt nachdenklich
F.

Gilgamesh

März 2, 2013

Erst kürzlich habe ich diesen Titel wieder für mich entdeckt – und das im doppelten Sinne. Einerseits heißt so das eine Lied von Gypsy & The Cat, welches ich mehrfach gesucht hatte (versehentlich unter „The Magic Wall“), und andererseits beziehe ich mich damit auch auf das gleichnamige ganze Album, das ich empfehlen kann. Mittlerweile hat die Band ja schon wieder ein neues Album draußen, für das ich mich aber noch nicht wirklich begeistern konnte (im Sinne von Neugier und so).
(Ach, Einleitungen wie diese fehlten mir.)

Nachtrag zum letzten Eintrag: Die Politiker haben seit Freitag für eine Enttäuschung mehr gesorgt. (LSR) Am bemerkenswertesten daran finde ich die „Enthaltung“ der überregional bekannten Spitzenvertreter. Nur weiter so! Kann man hoffen, dass sich manche Wähler beim nächsten Urnengang daran ein Beispiel nehmen.

Apropos Wahlen: Über Fefes Blog habe ich mir heute ein paar Details zur britischen UKIP-Partei durchgelesen (Stichwort Programm) und sehe es als ein weiteres Beispiel dafür, dass es politisch in Großbritannien nicht viel besser aussieht.

Aber warum schreibe ich das hier? Vielleicht um zu signalisieren, dass es mir nicht ganz so egal ist, was in der Welt passiert. Als Konsequenz lebe ich dafür mit zusätzlichen Quellen für schlechte Laune. Daher kann ich verstehen, wenn sich Zeitgenossen für den Quark gar nicht erst Zeit nehmen wollen.
Und ist das nun gut? Muss ich das beurteilen? Für jedwede Auslegung gibt es im Netz ausreichend Untermauerung. Wie soll man da Objektivität bewahren? Vielleicht mit einer Portion Skepsis – selbst wenn Sachverhalte für die eigene Auffassung wunderbar dargestellt werden.

Beispiel: bedingungsloses Grundeinkommen. Klingt zunächst super. Ich selbst bemerkte den Haken am Begriff zunächst nicht – nämlich das Adjektiv „bedingungslos“. Denn wie kann eine Versorgung losgelöst von Bedingungen sein? Man stelle sich einen Automaten vor, der auf Knopfdruck 20 Euro ausgibt – ohne Bedingung. Gerissene Leute würden davor stehen und sich die Taschen voll machen, vielleicht sogar noch dafür sorgen, dass andere nicht so schnell am Zuge sind etc.. Denn „ohne Bedingung“ impliziert „ohne Limit“. Wenn nach der allgemeinen Auffassung jeder Bürger nur einmal (pro Zeitintervall) an der Reihe ist, wäre das schon die erste Bedingung. „Bürger“ ist aber auch eine Bedingung, die es zu definieren gäbe. Und das müsste nicht zuletzt wahrscheinlich erfasst werden, um Missbrauch vermeiden oder feststellen zu können. (Demnach ggf. noch Registrierung als Bedingung.) Merke: „bedingungslos“ im wortwörtlichen Sinn grenzt an Utopie.
Nichtsdestotrotz ist das Konzept einer (irgendwie geregelten) einheitlichen Grundversorgung interessant… und vielleicht auch einen Versuch wert, wenn die Bereitschaft groß genug ist.

Es verbleibt der Musik von Gypsy & The Cat lauschend
F.