Posts Tagged ‘Korruption’

Politische Alternativen?

Mai 17, 2013

Wie dem geneigten Leser vielleicht schon bewusst geworden ist, haben wir bald wieder die Qual der Wahl. Warum gleich zu Beginn so zynisch? Nun, selten finde ich mich so niedergeschlagen wieder, wenn es um die politische Landschaft in Deutschland geht. Sei es irgendwelche Vetternwirtschaft oder versemmelte Hundert-Millionen für fragwürdige Anschaffungen. Da muss ich noch gar nicht den internationalen „Wirtschaftsfeldzug“ oder die gut „geschmierte“ Lobby-Maschinerie berücksichtigen. Ohne Letztere geht es ja scheinbar gar nicht.

Aber zu den Alternativen:
Die einen machten sich einen Namen als Anti-Euro-Partei, obwohl sie die Gemeinschaftswährung an sich nicht abschaffen wollen, sondern „nur“ regional aufteilen. Vertrauenserweckend wirkte der Fakt, dass dort Leute mit akademischen Hintergrund (bzw. vielleicht sogar auch mit Ahnung) eingebunden sind.
Tja, und dann kamen vor wenigen Tagen entmutigende Details über innerparteiliche Machtkämpfe durch den Nachrichtenticker. Irgendwie wurde da ein Vorstand nur wenige Tage nach Antritt mit Vertrauensentzug belohnt. Nun, das ließe sich vielleicht auch so interpretieren, dass hier noch Politik agil gelebt wird.

Ebenso wird auch bei der anderen Fraktion mit der Segel-Rhetorik Basisdemokratie bis zum Kopfzerbrechen bemüht. Dies bekam ich überraschend deutlich über meinen Twitter-Feed mit, der doch ein paar mitteilungsbedürftige User enthält. Nur leider sorgen innere Streitigkeiten nicht gerade für ein positives Außenbild. Das hängt natürlich mit der Frage zusammen, ob die Wählerschaft so viel gelebte Transparenz ertragen möchte. Nicht zuletzt erhalte ich den Eindruck, dass politisches Engagement auch zum Nervenkrieg ausarten kann, wenn man an die „richtigen“ Kollegen gerät. Aber ist die Alternative hinter verschlossenen Türen besser?

Na ja, die Programme sind dann wohl bald fertig und öffentlich einsehbar. Der Rest wie Werbespots, Plakate und Parolen sollte mit kritischen Blick betrachtet werden. Und letztendlich sind es spätere Abstimmungen, die beweisen, wie viel wert alle Versprechungen sind.

Dabei haben die Neulinge in der Parteienlandschaft natürlich einen Bonus. Man kann noch nicht einschätzen, wie schnell das Ausrichten nach Lobbyisten erfolgen wird. Andererseits kann dort auch wenig Geleistetes angepriesen werden.

Fest steht nur, was sich unsere Regierung sowie Opposition geleistet haben und wie dort die Tendenzen aussehen. Alles nur Fähnchen im Wind des Kapitalismus? Schade, dass das Gemeinwohl keine Lobby hat.

Es verbleibt unschlüssig
F.

Logbuch : Frühjahrsmüdigkeit

Februar 3, 2013

In der Vorahnung, dass es mir heute abend schwer fallen könnte, einen Eintrag zu verfassen, tue ich das zur Abwechslung etwas früher. Sollte heute noch etwas Berichtenswertes geschehen, reiche ich das vielleicht morgen oder beim nächsten Eintrag nach.

Diese Woche fing so ziemlich identisch wie die Wochen zuvor an. Richtig spaßig wurde es erst am Dienstag-Abend, als sich die lokale Couchsurfing-Community im Studentenkeller einfand, wo wir eine Testrunde Sopio spielten. Außer mir kannte das Spiel keiner. Und da es eine relativ große Runde war, fielen mir die vielen Erklärungen etwas schwer. Im Anschluss daran vernahm ich irgendwann Bollywood-Gesang vom anderen Tischende und war mir sicher, dass die Runde für viele Beteiligte sehr unterhaltsam war.

Für den Mittwoch wurde der Kinoabend geplant. Zu schauen gab es „Lincoln“ – das neue Historien-Drama von Steven Spielberg, welches mit hochkarätiger Besetzung glänzt. Der Film ist auch sehr gut produziert. Jedoch sollte man ein wenig Interesse für den Inhalt mitbringen, denn sonst könnte die Überlänge spürbar werden. Ich vergebe 7 von 10 Punkten.
Kleine Randbemerkung: Ja, ich wusste nicht viel über die damaligen Umstände und war dementsprechend schockiert über die Korruption, welche bereits in einer so jungen und idealistischen Demokratie wie dem jungen Amerika ablief. Andererseits ist es auch erstaunlich, wie viel Fortschrittsgedanke in den Reihen der Republikaner scheinbar vorherrschte.

Am Tag darauf griffen wir bei der Mittagsrunde die Thematik um Korruption wieder auf und stellten fest, dass es wohl ohne gar nicht gehen würde. Dementsprechend wenig fiel uns ein, die Handhabe transparenter zu gestalten. Auch eine Ahndung ist eher sinnfrei, da es meist gesetzestreu passiert bzw. sich sonst andere Wege finden lassen würden.
Zum Abend besuchte ich M. in seiner neuen (großen) Wohnung. Wir redeten über Comics, was mir mehr Spaß macht, als ich es meist vermute, und über das Lehrer-sein.

Und dann der Freitag – der große Tag für C.. Zahlreich war der Andrang. Der Raum war voll. Es ging um neuzeitliche Geschichte. Dem Inhalt konnte ich überraschend gut folgen, wenn auch ich manche Formulierungen übertrieben komplex fand. Und dafür, dass es in einer zweiten Runde um allgemeine Fragen gehen sollte, war diese doch ziemlich dicht am Dissertationsthema. Egal. Die Leistung wurde einstimmig befürwortet und damit war die Stimmung gut. G. und ich ließen uns nicht zweimal bitten, beim Buffet-Verzehr behilflich zu sein. 😉
Danach war ich kurz zu Hause und machte mich für den Abend fertig, der mich zu Chris‘ neuer Bleibe führte. Dort fanden sich nach und nach ein paar heitere Iren und CS-Leute ein. Den einen Amerikaner habe ich bedauerlicherweise (noch in „Lincoln-Nachwirk-Stimmung“) etwas ungeschickt begrüßt – nach dem Motto „früher fand ich dein Land besser“. Na ja, kann passieren.
Der Weg zum Bunker, wo eine Erasmus-Party stattfand, wurde durch humoristische „Megafon-Ansagen“ erheblich aufgewertet – zumindest für die Beteiligten. (Vielleicht weniger für Passanten.)
Im Bunker spielten sie einen bunten Mix von Pop, Indie und Rock. Natürlich durfte „Gangnam Style“ da nicht fehlen. Nur stellte ich spätestens an dem Punkt meine Müdigkeit fest, da ich das Lied sonst wesentlich besser aufnehme als ich es an dem Punkt konnte. Mit anderen Worten: ich wollte nach Hause und bin dann auch gegangen. Zu Hause hörte ich noch ein paar Balladen und verschwand im Schlummerland.

Einen Samstag nahezu so früh aufzustehen wie an einem Alltags-Wochentag, ist für mich meist nicht so erfreulich. Keine Ahnung, welchen Eindruck ich auf L. gemacht habe, die ich zu meiner Verblüffung in der Bahn zum Bahnhof traf. Auf der Zugfahrt hörte ich viele mir altbekannte (rührende) Balladen, die ich immer noch mitsingen kann.
Für den Nachmittag stand ein Einkaufsbummel auf dem Plan, der bei Real neuerdings mit Murmeln prämiert wird. (Asterix-Murmeln) Zum Abendessen sollte es eigentlich Grützwurst geben, aber diese war nicht im Sortiment. Nicht mal an der Fleischtheke. Schade. (Ausweich-Option Kassler) Ich fand weiterhin noch eine „Ladenhüter-Saftsorte“, die einem praktisch hinterher geworfen wurde (bei über 70% Preissenkung). Ich kann nun sagen, dass Cocos-Ananas-Saft an und für sich gar nicht so übel schmeckt. Aber zum Normalpreis müsste ich den dennoch nicht haben.
Für den Abend habe ich neben ein paar erlesenen „Grab Bags“ (kleinen Chips-Tüten von meinen Reisen) noch an meine Tradition gedacht. So sah ich also erneut zum Murmeltiertag den Film „Groundhog Day“ („Und täglich grüßt das Murmeltier“) –  einer meiner Favoriten bzw. „All-Time Classics“.

Und heute? Heute habe ich ausgeschlafen! (Ja, das verdient ein Ausrufezeichen.) Nach dem Frühstück widmete ich mich einem weiteren Paperback aus meiner Reihe „Gelegenheitskäufe, die sich schon stapeln lassen“. Es ging wieder um die Wildcats, ein Superhelden-Team, welches aktuell keine laufende Serie hat, mich aber komischerweise noch fasziniert. Und so würde ich auch das Paperback bewerten: nur was für Fans.

Es verbleibt sehr nachdenklich
F.

Logbuch : gefangen im RTL2-Land

Januar 27, 2013

Wenn es ein Ereignis in den vergangenen 7 Tagen gibt, auf welches ich die Woche reduzieren könnte, dann ist das der Besuch im „Nightparc“. Aber der Reihe nach – und damit hallo zu einem weiteren Wochenrückblick.

Der Montag verlief erneut erstaunlich „standardisiert“ – bin schon gespannt, ob mir das morgen auch gelingen wird. Also nichts wirklich Berichtenswertes. Zum Wochenstart gibt es üblicherweise meist viele Updates und Terminplanungen für die kommenden Tage.

Am Dienstag machte ich es mir bequem für einen Filmabend. „Flight“ ist durchaus sehenswert, wenn man danach nicht gleich einen Flug nehmen möchte oder gerade ein Abstinenz-Phase in Sachen alkoholische Getränke durchlebt. (7/10)

Wenn ich die Kalender-Angaben richtig deute, ist es mir Mittwoch gelungen, früh ins Bett zu gehen. Wobei ich an dem Tag noch einen interessanten Podcast von Kevin Smith gehört haben (aus seiner Reihe „Fatman on Batman“). Dort war Autor Kyle Higgins zu Gast, der zufälligerweise einen sehr ähnlichen Einstieg ins Comic-Lesen fand wie ich (damals in den 90er Jahren) und zu dessen Lieblingscharakteren auch Nightwing gehört. Aktuell schreibt er sogar diese DC-Comic-Serie und ist auch ambitioniert, einen guten Run hinzulegen. Nur leider kommt das bei mir nicht so rüber. Ich war ja damals schon nach den ersten 6 Heften bedient – im Sinne von „nicht begeistert“. Auch die weiteren Ausgaben, die ich noch überflogen habe, waren maximal „okay“. Aber na ja… ich habe mir trotzdem seien Mini-Serie „Gates of Gotham“ vermerkt, die er mit Scott Snyder geschrieben hat.

Donnerstag war wieder Couchsurfing-Treffen-Tag – und diese Woche ging es sogar mal an einen Ort, den ich in Rostock noch nicht besucht hatte. Das Gastbrauhaus Trotzenburg liegt relativ abseits von der Innenstadt, ist aber dank Straßenbahn sehr gut zu erreichen. Und wenn man schon mal in einem Brauhaus ist, steht relativ schnell fest, was es zu probieren gibt. Zudem gesellten sich wieder ein paar „Stammgäste“ zur Runde sowie ein „Neuzugang“.

Letzterem verdankte ich dann gleich am späten Freitag die spontane Planänderung, nach dem Kinobesuch in Lütten Klein noch ins ST zu gehen. Zuvor durfte ich bei M. einem taufrischen Ubuntu-Rechner Windows 7 „aufdrücken“, was netzwerkseitig ein paar Ungereimtheiten hinterließ, die nun hoffentlich behoben sind. (Stichwort Treiber) In Lütten Klein gönnte ich mir seit Langem wieder einen Döner, bevor wir in „getrennter Runde“ „Gangster Squad“ sahen. Dieser Film schockiert zunächst mit Gewaltdarstellungen und entwickelt sich dann zu einem spannenden Polizei-Krimi, welcher teilweise auf wahren Begebenheiten im Amerika der 40er Jahre basieren soll. (7/10)
Welch Ironie, dass ich an einem Tag sowohl eine schockierende Dokumentation über dubiose Machenschaften während des Wiederaufbaus Deutschlands als auch einen Film mit Themenschwerpunkt Korruptionsbekämpfung gesehen habe. Schade, dass es nur einen Aspekt davon im wahren Leben der Gegenwart zu geben scheint.
Ach ja, der ST-Besuch war auch ganz nett – dafür, dass ich eigentlich niemand Bekannten dort gesehen habe und statt dessen „erkannt“ wurde. (ein komischer WTF-Moment)

Dementsprechend spät wollte ich am Samstag aufstehen, was allerdings teilweise „sabotiert“ wurde, da es nur eine Wand von meinem Bett entfernt Räumungsarbeiten gab, auf die ich im Halbschlaf lieber verzichtet hätte. Na ja, habe ja ausreichend Kopfhörer in Reichweite. Meine erste „Amtshandlung“ nach dem Aufstehen war dann ein Einkaufsbummel, um die Vorräte aufzufüllen. Kurz darauf war es an der Zeit für die Tagesbeschäftigung, die mich zu S. brachte, wo wir Hefeteig zu Käse-Schinken-Stangen und einer Käse-Schinken-Kringel-Torte verarbeiteten. Auch der (gekaufte) Keksteig, den ich seit Wochen im Kühlschrank hatte, wurde endlich gebacken. (Sandkekse mit Marzipan-Kern) Und dann war da noch ein kleines Schoko-Fondue plus Obstsalat. Welch ein Festmahl. Dazu noch ein Indiana-Jones-Film – und die Welt war in Ordnung. Aber der Tag war noch lange nicht vorbei.
Zum Abend lud M. die Couchsurfing-Runde ein – sozusagen als „Pre-Show“ vor dem Weggeh-Abend. Und dieser wandelte sich scheinbar im Minutentakt. Ursprüngliche Idee war die „Lohro-Klubnacht“, dann machten wir uns zum LT-Club auf (inklusive Schneegestöber) und landeten danach im Bus nach Lütten Klein, wo ich erstmals den „Nightparc“ erleben durfte. Wie man dem Titel vielleicht entnehmen könnte, hatte das schon ein wenig was von Kulturschock. Da halfen auch keine Freigetränke. Vielleicht war es auch einfach ein suboptimaler Tag bzw. zu spät. Von den drei Floors gefiel mir der „Black/Hip-Hop“-Raum noch am besten. Schöner war jedoch die Tatsache, dass der ÖPNV auch in den frühen Morgenstunden seinen Dienst leistete und wir trotz Neuschnee reibungslos nach Hause kamen. (keine Selbstverständlichkeit)
Die einzig offene Frage nach dem Tag war: Wer hat bloß für Joey angerufen? 😛

kickerHeute nahm ich gleich nach dem Aufstehen die Gelegenheit war, mit Freunden Indisch essen zu gehen. Im Anschluss daran las ich ein Paperback und entschied mich spontan für die von J. vorgeschlagene Schneeballschlacht am Hafen. Zum Aufwärmen gingen wir dann in den Pleitegeier, wo ich zum Kicker-Spielen überredet wurde und mich nicht mal so schlecht angestellt habe. Schließlich fand ich meinen Wochenabschluss mit einer neuen Folge „Saturday Night Live“, Filmbewertungen und -empfehlungen bei trakt.tv und diesem Eintrag.

Es verbleibt verständlicherweise  irgendwie erschöpft
F.

Lift me up

August 12, 2012

Manchmal höre ich gern in Alben rein, die irgendwie vom Radar verschwunden sind. Erinnert sich noch jemand an das Album „Bionic“ von Christina Aguilera von 2010? (Also damals, als sie noch schlank war.) Es wurde mit relativ viel Tamtam angekündigt und ist dann mehr oder weniger „untergegangen“ – vielleicht wegen zu viel Belanglosigkeit. Nun könnte man meinen, dass es richtig so ist. Aber wie viel anderer (belangloser) Pop-Output wird dank Hype gepusht wie sonst was. Na egal.

Zum Wochenrückblick:

Montag wurde mehr oder weniger spontan zum Kinoabend. „The Dark Knight Rises“ gehört damit zu den von mir am häufigsten gesehenen Filmen dieses Jahres. Davor gab es noch lecker Döner (inklusive exotischer Limonade) in der KTV. Leider wurde meine Bestellung (ohne Zwiebeln, mit Käse) ignoriert und ich bekam das Standard-Produkt. (#1)

Dienstag sollte es eins der ungewöhnlichsten CouchSurfing-Treffen unserer lokalen Community geben. Trotz frischem Wind ging es an den Stadthafen, dann kurz zum Dobi, auf den Kanonenberg und wieder an den Hafen. (#2)

Mittwoch war wieder regulärer Kinoabend – dieses Mal mit der (von mir lang erwarteten) Premiere von „Prometheus“, dem neuen SciFi-Film von Ridley Scott. Ich werde hier keine große Kritik verfassen und komme gleich zum Fazit: Der Film hat auffällige Schwächen in der Handlung, kann aber personell sowie technisch sehr gut punkten. Eigentlich ein Dilemma für Cineasten. Aber es gibt Schlimmeres. (#3)

Donnerstag ging es zur Eröffnung auf die diesjährige HanseSail. Und holla, was war das ein Andrang. Gutes Wetter und Prominenz machen es möglich. Wichtiger war mir persönlich der Genuss-Faktor durch exotische Snacks und die gab es auch. Ich hatte ungarisches Fladenbrot, ein Grillfleisch (mit Knochen) und den obligatorischen Slush-Drink (Stichwort Gehirnfrost).

Am Freitag hatte ich auf einer Feier das seltene Erlebnis, für mein T-Shirt gelobt zu werden. Es war eins von „The Sounds“, welches ich einst bei eBay ergattert hatte, nachdem ich traurig feststellte, dass es im aktuellen Bestand keine schönen Fan-Sachen gab. (#4)

Der Samstag begann relativ entspannt und führte mich sogleich in die Innenstadt, wo ich die Science@Sail aufsuchte. Grund war neben dem aktuellen Programm der Schauvorlesung ein Gastvortrag zum Thema Titanic. Das Besondere daran ist, dass der Professor ein meisterhafter „Erklärbär“ ist, wenn es um das Verbinden von Unterhaltungsmedien mit Naturwissenschaft geht. Im Anschluss daran war ich mutig und wagte mich erneut auf die HanseSail (und das am Samstag, wo ich sonst ein Bogen um das Areal machen würde). Aber was tut man nicht, wenn Freunde in der Stadt sind.
Zum Abend hin waren wir nicht nur in einem Fahrgeschäft (inklusive Überschlägen), sondern sogar im tiefsten Trubel der Feierwütigen (Stichwort Party-Turm). Mir wurde da schon ein wenig mulmig bei all dem Gedränge. Mein Instinkt wurde leider bestätigt, als ein paar Ruhestörer anfingen inmitten der Menge Feuerwerksutensilien losgehen zu lassen. Na ja, aber da waren wir schon fast auf dem Rückweg. Zum Abschluss des Abends konnte eine UltraStar-Session für Stimmung sorgen. (#5)

Und heute? Heute stand ich bemerkenswert früh auf, um einen Zug in die Heimat zu nehmen. Dort angekommen ging es auch gleich auf einen Spaziergang durch den Ort. Und am Nachmittag genehmigte ich mir ein paar Stunden PS3-Gedaddel.

Anmerkung: Die Nummerierung bei der Rekapitulation des Wochengeschehens bezieht sich auf Tage, an denen ich erst sehr spät wieder zu Hause war. Ich vermute, dass es sich dabei um eine ungewöhnliche Ausnahmeerscheinung handelt. Jedenfalls fiel mir das selten so deutlich auf, wie in dieser Woche. Hätte ich Haustier, sollte mir das zu denken geben.

Und nun zu einer Sektion, die ich bereits vor ein paar Tagen verfasst hatte, aber irgendwie (siehe letzten Absatz) nicht beenden konnte. Und zwar geht es um ein paar Eindrücke aus aktuellen Nachrichtenmeldungen: Oder auch: was mit der Welt nicht stimmt.

So ist das also. Große Firmen (und Banken) können sich durch Geldzahlungen von Vorwürfen (und damit verbundenen rechtlichen Konsequenzen) befreien. Ist das nicht ein 1A Beispiel, wie man in der Wirtschaft agieren sollte? Einfach mal allen dubiosen Angelegenheiten nachgehen. Und wenn man erwischt wird, kommt eine „kleine“ Sonderzahlung und weiter kann es gehen.
Da brechen Banken gern das eine oder andere Gesetz (Gewinn geht vor) und müssen keine Konsequenzen fürchten. Na ja, es kann auch schwierig werden, wenn man sich mit kriminellen Organisationen einlässt. Wie gut, dass Aufsichtsbehörden scheinbar immer vorerst still bleiben. Und noch schöner ist es, wenn Regierungsangehörige die Seiten zur Privatwirtschaft wechseln und dort ihr Fachwissen einsetzen können.

Und wenn mal gegen dubiose Geschäftstreiber vorgegangen wird, passiert so etwas: Minderjährige werden stundenlang verhört, weil ein Elternteil auf einer Verdachtsliste steht, die mit Steuerhinterziehung zu tun hat. Und das in einem „Vorzeigestaat“ der Demokratie und Freiheit.

Apropos Freiheit: Ein Innenministerium möchte soziale Netzwerke überwachen, um danach ihre Agenda auszurichten. Reicht das Telefon-Abhören nicht mehr? Oder erhofft man sich dadurch bessere Öffentlichkeitsdarstellung?

Ach ja, PR-Angestellte frisieren Wikipedia-Einträge von Politikern, um ein besseres Licht zu erzeugen. Da frage ich mich, ob das nicht entgegen der Intention der Wikipedia-Idee steht.

Stichwort PR: „Paywalls“ ist ein Begriff, der sich auf die Vergütung von Berichterstattern bezieht. Aktuell ist es ja so, dass sehr viele Nachrichten frei zugänglich im Netz zu finden sind. Leute können sich über viele Themen informieren. Ob diese bequeme Art des Wissenserwerbs eine Utopie ist, wäre eine Diskussion wert.
Was passiert aber, wenn Informationen nicht mehr frei erhältlich sind? Gut, bisher ist dies nur bedingt denkbar, da es meist einen Nachrichtenkonkurrent gibt, der die Meldung „unbeschränkt“ anbietet. Noch ist das vielleicht so. Und es gibt nicht umsonst Konzepte zu einer Kultur-Flatrate. Bleibt nur zu hoffen, dass es am Ende nicht an der Unvernunft von einflussreichen Minderheiten „scheitert“. Ja, wir und unsere Medien.

Das nächste Thema ist ein Klassiker (So alt wie die Menschheit?): Korruption.

Da wird behauptet, hiesige sei der Straftatbestand der Abgeordnetenbestechung nur unzureichend geregelt. Aber mal ehrlich: warum sollten sich Politiker ins eigene Fleisch schneiden? Sie sind doch auch nur Menschen. Oder welcher Bürger käme auf die Idee, freiwillig mehr Steuern zu zahlen bzw. Strafsätze zu erhöhen, die einen unter Umständen selbst betreffen? Sind wir am Ende des Tages also alle kriminell veranlagt? Ein trauriger Gedanke.

Tja, da gab es so manche Denkanstöße, auf die man vielleicht verzichten könnte. Aber was solls? Das kann passieren. Wie schönes Sommerwetter.

Es verbleibt mit gelegentlichem Bedarf nach Aufmunterung
F.

Drink

März 18, 2012

Der heutige Titel verweist auf die aktuelle Single von Lil Jon, die mit Unterstützung der Gruppe LMFAO erfolgsversprechend erscheinen mag, jedoch zu sehr nach deren früherer Kollaboration „Shots“ vom LMFAO-Album (und auch sonst irgendwie uninteressant bzw. plump) klingt. (Hab da meine Hausaufgaben gemacht.) Zudem ist der Titel eine Anspielung auf mein Wochenende, welches mit massenweise Tee, Wasser und Saft begossen wurde, weil ich erkältet bin. (Es musste ja so kommen bei dem Gehuste in der Gegend.)

Und was passierte sonst so? Meine Woche war erneut ziemlich verplant, was teilweise für Erheiterung sorgte, jedoch auch irgendwann anstrengend wurde.
Ich denke, das Highlight war „Kurt Krömer live“ am Dienstag, denn bei dem Humor kann ich lachen. Zwar hatte der Comedian keine großen Bildschirme und war daher nur in klein und echt zu sehen, aber alles andere war ziemlich perfekt – also jeden Cent wert.
Zu den weiteren Abenden zählten auch in dieser Woche mehrere Kinobesuche. Und wer denkt, drei Abende in der Woche sind schon viel, sei gesagt, dass ich heute beinahe ein weiteres Mal ein Lichtspielhaus aufgesucht hätte, was aber kurzfristig ausfiel. Also hier nun die Film-Ecke:
Bin ich froh, dass ich mir „Haywire“ nicht habe entgehen lassen, denn der Film war für mich nahezu perfekt, auch wenn die Kritiken im Netz eher durchwachsen sind. Ich mag den Stil von Steven Soderbergh, der hier eine Mischung aus „Ocean’s Eleven“ und „The Bourne Identity“ abliefert. Fazit: spannendes Agenten-Drama mit toller Hauptdarstellerin.
Weniger spannend, umso dramatischer verläuft die Geschichte in „Shame“, bei dem der Zuschauer einen Einblick in das Leben eines gut situierten New Yorkers erhält. Trotz „zwischenmenschlicher Kontakte“ lebt dieser kein traumhaftes Leben. Fazit: bestürzend, irgendwie intensiv und sehr ernst.
Für leichtere Kost sorgt dieser Tage das „Best Exotic Marigold Hotel“ in den Kinos – eine wunderbare britische Komödie um Indien und rüstige Rentner mit ihren Eigenarten. Fazit: sehr unterhaltsam und voller Exotik (für europäische Verhältnisse).

Auch gelesen habe ich wieder – und zwar eine abgeschlossene Mini-Serie um Marvels „Junior-Version“ der Avengers, die ziemlich lange in der Mache war (dafür aber ohne Ersatz-Zeichner auskam). Leider war die Optik auch das Beste an „Avengers: The Children’s Crusade“, denn obwohl Autor Allan Heinberg sonst ein Händchen für glaubhafte Charakterisierung hat, verzettelt er sich hier mit Schocker-Momenten und Auflösungen. Überhaupt fand ich die Grundhandlung nur bedingt interessant. Dass dies nun zu einer Reihe von Konflikten führte, ging mir dann irgendwann auch auf die Nerven. Grundlose Kämpfe zwischen Superhelden, weil man keine Zeit zum Ausreden einräumt, ist ein sehr überreiztes Thema. Auch die Verluste wirkten nahezu erzwungen. Fazit: die Serie kann man sich (trotz Rückkehr und Ableben von Figuren) echt sparen.

Was ich mir nach gut 500 Wörtern nicht sparen werden, betrifft ein neues Hobby. Und zwar habe ich Podcasts für mich entdeckt – also frei erhältliche Audio-Aufzeichnugen von Monologen oder Gesprächen.
Ich habe ja hier die Kategorie „easy blogging“, welche für Einträge bestimmt ist, die sich praktisch selber schreiben. Dieser Eintrag wird nicht darunter fallen, weil ich in den vergangenen Tagen (dank der Verlinkung durch P. bei G+) auf einen Podcast-Beitrag gestoßen bin, der doch ziemlich ernst ist. Und ja, ein paar relevante Punkte davon möchte ich hier vermerken.
Dazu zunächst die Erinnerung, dass Zweifel prinzipiell nichts Schlechtes sein muss. Also nur, weil ich hier ein paar Aspekte anführe, bedeutet das nicht gleich, dass es richtig oder falsch sein muss. (Stichwort Hinterfragen)
Es gibt Zeiten, da wäre es mir beinahe lieber, politisch weniger aufgeschlossen zu sein, gerade wenn man von Dingen im Bereich „Beeinflussung“ hört, wie ich sie hier zusammenfassen werde.

  • Macht so etwas wie „Fraktionszwang“ eigentlich Spaß? Ich meine, wäre es nicht ehrlicher, wenn die „Volksvertreter“ so abstimmen, wie sie denken? (Oder bin ich da zu idealistisch?)
  • Ein Lehrsatz aus dem Podcast, den ich hoffentlich behalten werde, ist „Gewinn wird gern privatisiert, Verlust dafür sozialisiert“ – einfach mal drüber nachdenken.
  • Wie irrational ist der Glaube daran, dass man selbst im Nu zu „den Reichen“ gehören könnte, weswegen man es der „Oberschicht“ nicht so schnell übel nimmt, wenn diese es sich gut gehen lässt?
  • Wie stark finden psychologische Mechanismen, die man auch Verkäufertricks (wie „Bait-and-Switch“) nennen könnte, soziale Akzeptanz – unabhängig, wie stark diese dank Lobbyismus in der Politik vertreten sind? Beispiele dazu gefällig?
    „Zustimmungen lässt man sich am besten schriftlich geben.“
    „Erst kommen teure Vorschläge – als Kontrast zu den sinnvolleren Angeboten.“
    „Geschenke führen zu Schuldgefühlen, die sich ausnutzen lassen.“
    „Runterhandeln erzeugt Druck, bei der Kaufentscheidung zu bleiben.“
    „Nach anstrengender Einigung lassen sich Last-Minute-Änderungen gut durchkriegen.“
  • Wie kann man sich vor gekauften Experten als Beratern schützen?
  • Und dann noch eine wichtige Fragestellung: „Triggert die Präsenz einer Begründung die Akzeptanz?“ Soll heißen: Gelingt es mit dämlichen Formulierungen (die bei genauerer Betrachtung auch sinnfrei sein können), eine Maßnahme mit Murren hinzunehmen?
  • Dann wäre da noch die Thematik „Geldfluss für Empfehlungen“ mit Ausprägungen wie Payola bei Musik oder Kickback-Zahlungen bei Vermittlern.

Nun etwas aus der Abteilung „Vernetzung“: ich habe wieder ein paar neue „Follower“ bei Twitter gewonnen, welche mir aber irgendwie sehr „unpersönlich“ erscheinen. Bringt es der PR von irgendwelchen Firmen-Accounts echt so viel ein, wahllos Hunderten von Leuten zu folgen – in der Hoffnung, ein Prozentsatz erwidert das Abo?

Und schließlich noch der Vermerk, dass ich beim „Spiel Gläserner Mensch“ wieder ein neues Level erreicht habe, indem ich mir gestern eine Treuekarte meiner favorisierten Bäcker-Kette zugelegt habe. (Gabs im Sonderangebot.)

Es verbleibt mit ausreichend Teetassen
F.