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Logbuch : Frühjahrsmüdigkeit

Februar 3, 2013

In der Vorahnung, dass es mir heute abend schwer fallen könnte, einen Eintrag zu verfassen, tue ich das zur Abwechslung etwas früher. Sollte heute noch etwas Berichtenswertes geschehen, reiche ich das vielleicht morgen oder beim nächsten Eintrag nach.

Diese Woche fing so ziemlich identisch wie die Wochen zuvor an. Richtig spaßig wurde es erst am Dienstag-Abend, als sich die lokale Couchsurfing-Community im Studentenkeller einfand, wo wir eine Testrunde Sopio spielten. Außer mir kannte das Spiel keiner. Und da es eine relativ große Runde war, fielen mir die vielen Erklärungen etwas schwer. Im Anschluss daran vernahm ich irgendwann Bollywood-Gesang vom anderen Tischende und war mir sicher, dass die Runde für viele Beteiligte sehr unterhaltsam war.

Für den Mittwoch wurde der Kinoabend geplant. Zu schauen gab es „Lincoln“ – das neue Historien-Drama von Steven Spielberg, welches mit hochkarätiger Besetzung glänzt. Der Film ist auch sehr gut produziert. Jedoch sollte man ein wenig Interesse für den Inhalt mitbringen, denn sonst könnte die Überlänge spürbar werden. Ich vergebe 7 von 10 Punkten.
Kleine Randbemerkung: Ja, ich wusste nicht viel über die damaligen Umstände und war dementsprechend schockiert über die Korruption, welche bereits in einer so jungen und idealistischen Demokratie wie dem jungen Amerika ablief. Andererseits ist es auch erstaunlich, wie viel Fortschrittsgedanke in den Reihen der Republikaner scheinbar vorherrschte.

Am Tag darauf griffen wir bei der Mittagsrunde die Thematik um Korruption wieder auf und stellten fest, dass es wohl ohne gar nicht gehen würde. Dementsprechend wenig fiel uns ein, die Handhabe transparenter zu gestalten. Auch eine Ahndung ist eher sinnfrei, da es meist gesetzestreu passiert bzw. sich sonst andere Wege finden lassen würden.
Zum Abend besuchte ich M. in seiner neuen (großen) Wohnung. Wir redeten über Comics, was mir mehr Spaß macht, als ich es meist vermute, und über das Lehrer-sein.

Und dann der Freitag – der große Tag für C.. Zahlreich war der Andrang. Der Raum war voll. Es ging um neuzeitliche Geschichte. Dem Inhalt konnte ich überraschend gut folgen, wenn auch ich manche Formulierungen übertrieben komplex fand. Und dafür, dass es in einer zweiten Runde um allgemeine Fragen gehen sollte, war diese doch ziemlich dicht am Dissertationsthema. Egal. Die Leistung wurde einstimmig befürwortet und damit war die Stimmung gut. G. und ich ließen uns nicht zweimal bitten, beim Buffet-Verzehr behilflich zu sein. 😉
Danach war ich kurz zu Hause und machte mich für den Abend fertig, der mich zu Chris‘ neuer Bleibe führte. Dort fanden sich nach und nach ein paar heitere Iren und CS-Leute ein. Den einen Amerikaner habe ich bedauerlicherweise (noch in „Lincoln-Nachwirk-Stimmung“) etwas ungeschickt begrüßt – nach dem Motto „früher fand ich dein Land besser“. Na ja, kann passieren.
Der Weg zum Bunker, wo eine Erasmus-Party stattfand, wurde durch humoristische „Megafon-Ansagen“ erheblich aufgewertet – zumindest für die Beteiligten. (Vielleicht weniger für Passanten.)
Im Bunker spielten sie einen bunten Mix von Pop, Indie und Rock. Natürlich durfte „Gangnam Style“ da nicht fehlen. Nur stellte ich spätestens an dem Punkt meine Müdigkeit fest, da ich das Lied sonst wesentlich besser aufnehme als ich es an dem Punkt konnte. Mit anderen Worten: ich wollte nach Hause und bin dann auch gegangen. Zu Hause hörte ich noch ein paar Balladen und verschwand im Schlummerland.

Einen Samstag nahezu so früh aufzustehen wie an einem Alltags-Wochentag, ist für mich meist nicht so erfreulich. Keine Ahnung, welchen Eindruck ich auf L. gemacht habe, die ich zu meiner Verblüffung in der Bahn zum Bahnhof traf. Auf der Zugfahrt hörte ich viele mir altbekannte (rührende) Balladen, die ich immer noch mitsingen kann.
Für den Nachmittag stand ein Einkaufsbummel auf dem Plan, der bei Real neuerdings mit Murmeln prämiert wird. (Asterix-Murmeln) Zum Abendessen sollte es eigentlich Grützwurst geben, aber diese war nicht im Sortiment. Nicht mal an der Fleischtheke. Schade. (Ausweich-Option Kassler) Ich fand weiterhin noch eine „Ladenhüter-Saftsorte“, die einem praktisch hinterher geworfen wurde (bei über 70% Preissenkung). Ich kann nun sagen, dass Cocos-Ananas-Saft an und für sich gar nicht so übel schmeckt. Aber zum Normalpreis müsste ich den dennoch nicht haben.
Für den Abend habe ich neben ein paar erlesenen „Grab Bags“ (kleinen Chips-Tüten von meinen Reisen) noch an meine Tradition gedacht. So sah ich also erneut zum Murmeltiertag den Film „Groundhog Day“ („Und täglich grüßt das Murmeltier“) –  einer meiner Favoriten bzw. „All-Time Classics“.

Und heute? Heute habe ich ausgeschlafen! (Ja, das verdient ein Ausrufezeichen.) Nach dem Frühstück widmete ich mich einem weiteren Paperback aus meiner Reihe „Gelegenheitskäufe, die sich schon stapeln lassen“. Es ging wieder um die Wildcats, ein Superhelden-Team, welches aktuell keine laufende Serie hat, mich aber komischerweise noch fasziniert. Und so würde ich auch das Paperback bewerten: nur was für Fans.

Es verbleibt sehr nachdenklich
F.

The one

Januar 29, 2012

Eher zufällig erfuhr ich, dass Kylie Minogue zu diesem Titel ein Video produzieren ließ, welches dann auch noch eine andere Version (also ein Remix) vertonte. Interessant – und daher auch mal eine Erwähnung wert.

Ansonsten verlief die Woche relativ wechselseitig. Das Bezeichnung passt, da ich weder sagen kann, dass die Tage überwiegend toll waren, noch dass ich die Woche gern vergessen würde. Zusammenfassend ist gegen einen Quiz-Abend, viel Schlaf, einen Filmabend und ein sehr leckeres Dinner nichts einzuwenden. Nur die Stellen mit der Übermüdung, dem unangenehmen Versehen im Wohnbereich und den turbulenten Planänderungen auf Arbeit fanden halt auch ihre Beachtung.

Beachtung hat der Film „J. Edgar“ ebenfalls verdient – ich würde ins Pflichtprogramm der Schulen aufnehmen. Er ist zwar sehr amerikanisch, versucht aus meiner Sicht jedoch, einigermaßen neutral zu sein. Die Geschichte des FBI hat dank des Gründers auch irgendwas von einer Perfektion der Lüge. Ganz großes Stichwort ist dabei Machtmissbrauch – ein zeitloser Klassiker, wenn es um Politik geht. Ich war überrascht, wie früh dieses Land mit Terrorismus zu tun hatte – damals, als das Feindbild „Sozialist“ entstand (also noch vor „Islamist“). Die „rote Gefahr“ wird selbst heute noch referenziert, wenn die Regierung mit dem Kurs nach links ausschlägt. Tja, was erwartet man auch von einem Staat, der Kreationisten toleriert.
Fazit: informativer Film, gute Schauspieler – nur etwas verwirrend am Anfang wegen der Zeitsprünge.

Wo ich schon thematisch bei Amiland bin, kann ich ja gleich politisch bleiben. Ich staune gelegentlich daürber, wie ein Wahlkampf dort drüben hier zum Nachrichtenthema wird. Ich meine, nüchtern betrachtet könnte es uns relativ egal sein, welche Namen unter den Republikanern gehandelt werden, wenn es um einen späteren Kandidaten geht. Gut, für Spott bezüglich Engstirnigkeit sind diese Interessenvertreter immer gut. Aber wie so oft, ist das nicht so einfach.

Es gibt Momente, da erscheint einem „das System“ wie ein schlechter Scherz. Ich meine damit Statements, die Wähler überzeugen sollen, irgendwie nett klingen, aber die Bezeichnung „Versprechen“ nicht verdienen. Da ist es auch egal, welche Partei man betrachtet. Und warum ist das so? Warum sind Volksvertreter scheinbar machtlos? Weil „das System“ steht und sich, wenn überhaupt, nur minimal bewegen lässt. Regierungschefs kommen und gehen, der „Briefkasten“ für Lobbyisten bleibt der Gleiche. Und auch international wirkt so etwas wie einen Alleingang illusorisch. Da kann dem Volk sonst was versprochen sein – wenn der Bündnispartner A zickt, dann fügt man sich.
Denn hier ist der Punkt: Wandel ist allgemein unerwünscht. Und warum? Weil der für Unsicherheit sorgt. Und ab einer bestimmten Gesellschaftsebene sorgt man gern dafür, einigermaßen sicher zu bleiben.

Sicher gehen will man auch in Hollywood. Daher sind Mainstream-Filme oftmals unkreativ. Denn warum ein Risiko eingehen, wenn ein 0-8-15-Skript mit Star A oder B einen mäßgigen Erfolg verspricht. Dazu kam mir neulich eine Idee, die ich ganz gratis veräußere. Wie wäre es, wenn man bei einem typischen Film einfach alle Rollen radikal „gender-wechselt“ und das einfach als Parallelwelt verkauft (Stichwort Frauenbild).
Ein Beispiel zur Verdeutlichung: nehmt den Trailer zu „Dame, König, As, Spion“ und stellt euch vor, jeder männliche Part würde durch eine Frau ersetzt werden – mit genau der gleichen Story und Stimmung (keine Parodie). Natürlich wäre das nicht mehr historisch korrekt oder gar realistisch (Stichwort Hausmann), aber das muss ein Film doch nicht sein. Na ja, ich finde die Idee jedenfalls interessant.

Zum Abschluss noch ein Beitrag zur Aufklärung der Ahnungslosen. Guckt einfach mal kurz dieses Video:

Es verbleibt ein
F.