Posts Tagged ‘Assassin’s Creed’

AAA: Assassin’s Creed

Dezember 29, 2016

Wenn Bücher oder Comics keine vielversprechenden Konzepte hergeben, bedienen sich Filmstudios auch gern mal bei Computerspielen. Denn auch in der Branche werden manchmal traumhafte Gewinne erzielt. Und bevor man ein Risiko mit komplett originellem Drehbuch-Material eingeht, erscheint doch ein Franchise mit Bekanntheitsgrad viel lukrativer. (Das finde ich übrigens schade.) Damit verbinde ich gleich die Frage: Sollte es endlich (wieder) eine (uneingeschränkt) empfehlenswerte Videospiel-Verfilmung geben?

Assassin's Creed Das Duo Kurzel/Fassbender hatte zuletzt schon knapp vor einem Jahr mit einer Macbeth-Verfilmung gut funktioniert. Warum also nicht einfach das Genre wechseln und den nächten Versuch wagen? Gesagt, getan. Und für einen Film diesen Kalibers ist die Produktionszeit schon sportlich gehalten – mit gerade mal 15 Monaten. Dabei kursierten die Pläne eines „Assassin’s Creed“-Kinofilms schon seit Jahren. Das wäre eigentlich ausreichend Zeit gewesen, dem Drehbuch einen gewissen Feinschliff zu verpassen.

Aber nein. Erneut bauten die Verantwortlichen auf hübsche Effekte, viele Kampfszenen und eine namhafte Besetzung. Und so bekommt das Publikum eben wieder viel Getöse um Nichts. Warum handelt die Wissenschaftlerin so zielstrebig? Ist doch egal. Schau, wie sie durch die mittelalterlichen Hausschluchten kämpfen!

Bloß nicht zu viel nachdenken! Und ja, das soll eigentlich nicht das Problem sein. Aber gute Action-Filme bieten wenigstens unterhaltsames Beiwerk durch Charaktere oder Situationen. Weniger gute Filme bleiben ernst – mit dem Risiko, dass es irgendwann lächerlich wird. Und genau dies ist der Fall. Die Tonne an Pathos, die über eine Vielzahl ausgelutschter Klischees vergossen wird, tut dem Film mit der schwachen Handlung keineswegs gut.

Wieder einmal steht eine auserwählte Person im Mittelpunkt, wieder einmal gab es Konflikte mit der Familie und wieder einmal geht es um ein kleines Objekt, welches über Sieg oder Niederlage entscheidet. („It’s magic. You don’t have to explain that.“)

Nebenbei entgeht mir, welcher von Seiten ich nun eigentlich den Erfolg wünschen sollte – der in Grau oder der in Dunkelgrau. Null Bezugspunkte. Stattdessen der Hauch einer Einordnung in die moderne Zeit, wo doch die Menschen dem Konsum unterworfen sind. Was schon beinahe wieder „meta“ wirkt, wenn ich mich frage, warum ich für dieses lieblose Werk Zeit und Geld investiert habe.

Aber war nun alles schlecht? Nein, weil manch Szene wirklich schön gestaltet wurde und sich die Schauspieler alle Mühe geben, ihren hölzernen Dialogen („von edlem Geblüt“) Leben einzuhauchen. Vielleicht wäre ich auch glücklicher, wenn man auf die (wieder einmal) total unnötige 3D-Konvertierung verzichtet hätte.

Fazit: Dieser Film ist in erste Linie etwas für Fans – entweder vom Spiel/Konzept der Saga oder von einem der Hauptdarsteller. Andere können sich den durchwachsenen Fantasy/SciFi-Mix sparen oder nach Alternativen suchen – zB. „Macbeth“ vom Team Kurzel/Fassbender. (6/10)

PS: Lustig, dass ich nach dem Kinobesuch Zeuge eines Gesprächs wurde, bei dem die Bedeutung des Begriffs Credo hinterfragt wurde. (Fimtitel vergessen, d’uh!?) Dabei wurde dieses „Motto“ der Assassinen im Film mehrfach (gebetsartig) aufgesagt.

Advertisements