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Ansichtssache: Amour

Februar 25, 2013

Ganz knapp vor der Oscar-Nacht 2013 möchte ich noch meinen Senf zu diesem Film aus Frankreich geben, der zumindest dort schon mit Preisen versehen wurde.

Die Handlung in einem Satz: Ein älteres Ehepaar hält zusammen – mit zunehmenden Schwierigkeiten.

Und das fand ich schon schwieriger zu ertragen als beispielsweise einen Splatter-Horror.
Noch deutlicher? Okay…
Nach 30 Minuten war ich mehr oder weniger schon bedient (inklusive Vorahnung über den weiteren Verlauf).
Nach 60 Minuten hatte ich Angst vor der Antwort auf die Frage, ob das noch schlimmer wird.
Nach 90 Minuten wollte ich nur noch, dass der Film zu Ende geht.

Und damit zu meiner Kritik: der Film ist zu lang. Ja, die Macher möchten das nicht im Nebenbei abhandeln, was in all den Momentaufnahmen passiert. Nur grenzt das für mich teilweise schon an Qual, wenn unangenehme Situationen bis ins Letzte ausgekostet werden müssen. Ich meine, dass ein Zusammenschnitt auf die halbe Spielzeit (also etwa 1 Stunde) ausreichen würde, ohne das Ziel groß zu verfehlen.
(Nur was, wenn es genau das Ziel ist, den Zuschauer mit dem Drama zu traktieren? Dann sind die Macher echt fies.)

Produktionstechnisch besticht das Werk durch Schlichtheit. Da so ziemlich alles in der (geräumigen) Wohung abspielt, könnte dies fast ein Bühnenstück werden. (Wenn auch kein Leichtes.) Und ja, schauspielerisch wird hier viel geboten, was natürlich für Hauptdarstellerin Emmanuelle Riva eine Herausforderung gewesen sein muss. Realismus ohne Ende. So viel Realismus, dass ich am Ende beinahe froh bin, dass es sich hier um Schauspieler handelt.

Dennoch frage ich mich, warum der Film seinen Titel trägt, denn „Liebe“ möchte ich zumindest nicht mit dem Inhalt in Verbindung bringen. Da fallen mir eher eine Reihe anderer Begriffe ein.

Fazit: „Amour“ ist etwas für Interessierte und Zuschauer, die 2 Stunden Drama abkönnen. Keine leichte Kost! (Mit Ausrufezeichen.) Dennoch vermittelt der Film ohne Beschönigung Einblicke in das Beziehungsleben, wie man es selten sieht, sehen will oder gezeigt bekommt. (7/10)

Es verbleibt nicht wirklich gerührt
F.

PS: Damit habe ich es wohl erstmals geschafft, alle Nominierten in der Kategorie „Bester Film“ vor der Oscar-Verleihung gesehen zu haben. Meine Favoriten sind „Life Of Pi“ und „Silver Linings Playbook“, auch wenn wohl eher „Zero Dark Thirty“ oder „Argo“ gewinnen werden. „Les Misérables“, „Lincoln“ und „Django Unchained“ wären zwar auch möglich, aber nicht so wahrscheinlich. Noch weniger Chancen räume ich neben meinen Favoriten noch „Beasts Of The Southern Wild“ ein. Aber richtig unwahrscheinlich ist doch wohl „Amour“. Eigentlich schon etwas gemein von der Academy, diesen Film gegen die anderen Schwergewichte ins Rennen zu schicken.

Logbuch : Urlaub und sonst so

Februar 24, 2013

Da hatte diese Woche noch nicht angefangen und ich war am Wundern, wie ich am Montag den Wocheneinkauf am besten einplanen sollte – bis mir erheitert auffiel, dass ich ja Urlaub habe. So verankert ist der Alltag also. Wie lief also diese ungewöhnliche Woche für mich ab?

Erst mal Ausschlafen – ausgiebig. Dann ganz in Ruhe ein paar Neuigkeiten im Netz abrufen. Die Betonung liegt auf „in Ruhe“. Entschläunigung im großen Stil. Wann ist Zeit fürs Training? Egal, gehe ich halt eine Stunde später. Einkaufen? Ach, keine Eile, solange der Supermarkt noch auf ist. Frisches Brot vom Bäcker geholt – fürs Abendessen. Und danach mit der Bahn ins „ferne“ Evershagen für L.’s Abschiedstreffen (für Couchsurfer und Freunde). Hat Spaß gemacht.

Dienstag hatte ich noch ein paar Termine (ohne Ausschlafen) – darunter eine der nun seltener werdenden Mittagsrunden in der Mensa. Schleichende Abgewöhnung sozusagen. Und danach als Tageshighlight ein Nickerchen am Nachmittag.

Für den Mittwoch stand seit Wochen ein anderer Termin auf meinem Plan, der sage-und-schreibe 90 Minuten davor telefonisch gecancelt wurde (um 7 Uhr 30). Das raubte mir nach einer bescheiden schönen Nacht (aufgrund innerer Unruhe) so ziemlich den letzten Nerv und ich legte mich wieder hin. Zum Abend gönnte ich mir die Vorpremiere von „Warm Bodies“ (siehe Filmkritik). Danach war ich noch munter und habe ein paar Playlists erstellt. (Zu finden bei 8tracks.)

Und auch die Nacht zum Donnerstag bekam mir irgendwie nicht. Schlecht geschlafen 2.0 sozusagen. Na ja, irgendwie rappelte ich mich dann doch noch auf. Grund: ich wollte die erstbeste Vorführung der neuen „Les Misérables“-Verfilmung mitnehmen. Und lustigerweise war ich da nicht allein – so traf ich im Kino C. und F., die selbiges vorhatten. Gut zweieinhalb Stunden gegrölter Mono- und Dialoge hatten mir dann auch gereicht (siehe Filmkritik). Am Abend habe ich dann noch ein paar Daten sortiert, was auch seine Zeit kosten kann.

Freitag zog es mich in die Heimat, wo ich noch mehr Ruhe fand – und meine Leselaune. Keine 3 Stunden war ich dort und hatte schon 5 Comics gelesen. Freizeitliche Produktivität angekurbelt. Zum Nachmittag kam auch die Sonne mal raus. Ich war ein wenig in Binz bummeln. Beim Einkauf fand ich eine neue Sorte Volvic – mit Apfel und Zimt. Na? Was dachte ich mir wohl? Richtig, „das klingt so widerlich, ich muss es probieren“. Es schmeckt, wie man es sich vorstellen würde – für Zwischendurch interessant, aber flaschenweise nicht unbedingt zu empfehlen. Und am Abend sah ich „The Master“. Der Film war ganz anders, als ich mir das vorgestellt hatte. Ich verzichte da lieber auf eine Kritik.

Ein Wochenende beginnt für mich am besten mit einem ausgiebigen Frühstück, welches gern auch spät sein darf. So geschehen. Croissants hatte der Bäcker da schon gar nicht mehr, aber immerhin noch Brötchen. (Und die waren auch wichtiger.) Danach war ich in Filmlaune und habe (rechtzeitig vor den Oscars) noch „Amour“ und „The Impossible“ gesehen. (Zu Ersterem werde ich gleich noch was schreiben.) Letzterer ist eher durchschnittlich als hervorragend. Anders sieht das bei der Sorte des Jahres von Ritter Sport aus. „Kokos“ erinnert stark an Bounty in Schokoladenform. Also gar nicht mal übel.
Wegen Sympathieträgern wie Bruno Mars und Justin Timberlake tat ich mir abends größere Stücke „Wetten Dass“ an. Die Abschnitte mit besagten Künstlern waren auch ziemlich unterhaltsam. Den Rest sollte man sich besser schön…denken.

Heute habe ich mich an Kaiserschmarrn (aus der Tüte) versucht, der mir nicht so ganz gelungen ist, da die Pfanne zu heiß war. Röstaroma in Ehren, aber wenn es teilweise an Aktivkohle erinnert, hört der Spaß/Genuss auf. Zumindest die selbstgemachte Erdbeer-Marmelade konnte noch was retten. Auch das Möhren-Fenchel-Gemüse zum Dinner war nicht der Bringer, weil es sehr an Kräutertee erinnerte. (Aber das ging nicht auf meine Kappe.)

Abschließend noch eine Erfolgsmeldung: ich habe „Gun Machine“ von Warren Ellis nun durchgelesen. Gut 40 % an einem Tag. Es freut mich, zu verkünden, dass es besser geschrieben ist als der erste Roman des Autors („Crooked Little Vein“, was man hier allen Ernstes mit „Gott schütze Amerika“ übersetzt hat). Insofern eine Empfehlung wert für Freunde von „Crime Fiction“ bzw. Polizei/Serienkiller-Hickhack im Kontext der Geschichte Amerikas. (Ja, ganz schön viel Amerika für einen Britischen Schreiber.)

Es verbleibt (immer noch) im Urlaub
F.