52 Songs 2015 #42

52songs2015

In dieser subkulturell geschichtsträchtigen Woche passt eigentlich das Thema Zukunft sehr gut. Manchmal stelle ich mir die Frage, wie sich die Musik im Laufe der Zeit verändert – z.B. welcher Song mittlerweile akzeptabel wahrgenommen wird, jedoch vielleicht vor 7 Jahren (oder mehr) total wirr und komisch erscheinen würde.

Ich versuche allein schon wegen meinem Musikjournal in Bezug auf Musikgeschehen auf dem Laufenden zu bleiben, wenn auch eher in den Genres, dir mir gefallen. Und so kommt es mir mit der Zeit vor, dass ich bestimmte Trends in der Songgestaltung erkenne – seien es nun Anleihen aus den 80er Jahren oder Dubstep-Parts, die mal kurzzeitig „in“ waren. Heute würde ich die Trap-Ansätze als „hip“ einstufen – sowie krasse Breaks zum Chorus, die den musikalischen Aufbau für eine klingelton-artige Melodie über den Haufen werfen.
Für Musiker/Interpreten mag sich die Frage nach dem  Folgen von Trends vielleicht nur dann stellen, wenn die eigene Kreativität nachlässt oder sich das „Leben von der Musik“ eher nach Arbeit als nach Wunschtraum anfühlt. Und manchen Fans mag das auch egal sein, solange neue Lieder dabei rausspringen. Ich bin da als Fan manchmal nicht sicher, wie ich das finden soll. Klar möchte ich gern Nachschub für meine Playlist, allerdings merke ich auch gelegentlich, wenn das Füllen eines Album wie eine Pflicht erscheint. Da soll dann wohl ein „Erfolgsstandard“ gehalten werden – nach dem Motto „wenn die Masse ein Lied des Schemas A angenommen hat, mögen nun mehr Songs nach diesem Schema folgen“ oder so.

Eine Künstlerin, welche mir in diesem ganzen Kontext in den Sinn kommt, ist M.I.A., von der ich glaube, dass sie keinen Trends folgt. Eher macht sie ihr eigenes Ding und erreicht zuweilen mit ihrer Musik einen Punkt, bei dem der Hörer herausgefordert wird. Bestes Beispiel ist der Song „Bring The Noize„, den ich sehr früh nach Erscheinen im Jahr 2013 entdeckte. Eher zum Abgewöhnen schräg fand ich das Werk damals. Er hätte aus einer anderen Zeit kommen können. Ich weiß nicht, inwiefern der erstmalige Hör-Eindruck mit dem Zeitgeist zusammengehangen haben mag. Vielleicht ist das Lied selbst heute noch anfangs schwer zu greifen. Oder die Gewohnheiten haben uns mittlerweile schon an schlimmere Grenzen gebracht. Jedenfalls zählt der Song nun zu meinen Favoriten der Künstlerin und auch ihres vierten Albums „Matangi“, auf dem der sogar als „Extended Version“ zu finden ist. Sowohl musikalisch als auch textlich überzeugt mich die teils anklagende uns teils predigende und fast bedrohliche Grundstimmung.

Es verbleibt einst erwartungsvoller bezüglich der Zukunft
F.

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