52 Songs 2015 #29

52songs2015

Für das Thema dieser Woche musste ich echt hartnäckig sein. Nicht mal vier Reminder reichten aus, um von L. eine Reaktion zu bekommen. Dann erhielt ich folgende Formulierung: Wie hat sich das Durchschnittsalter von Musikern aus dem Genre Pop zum Zeitpunkt ihres internationalen Durchbruchs innerhalb der letzten 40 Jahre entwickelt?
Say what? Vor allem noch in dieser Zeitspanne. Ich übersetze diese Anfrage mit “zunehmendem Jungendwahn”, zumal ich Durchbruch als schwer objektivierbar erachte und es allmählich mit der Zeit knapp wird. Fakt ist, dass ich in meiner Zeit als (Mainstream-)Musik-Fan durchaus meine wahrzunehmen, dass die Vermarktungsmaschinerie gern auch am jüngeren Ende der Zielgruppen nach Profit grast. Und nicht zuletzt der Boom der Castingshows sorgte für eine Welle bedauernswerter Menschen, deren Träume schamlos als Futter für “Scripted Reality” herhalten.

Dass selbst Teenie-Stars, die es erfolgsmäßig “geschafft” haben, sind nicht unbedingt beneidenswert. Beispiele wie Michael Jackson oder Aaron Carter, die mir gerade einfallen, belegen, wie verhunzt eine Jugend sein kann und dass Reichtum nicht zwangsläufig für immer anhält. Und auch musikalisch überzeugen die Junior-Popsternchen unserer Zeit wie vor wenigen Jahren Justin Bieber oder Miley Cyrus vornehmlich nur dank hipper Produzenten. Ohne solche Hit-Maschinerie im Hintergrund bliebe da wohl nur hübsche Werbe-Gesichter ürbig. (Gleiches Prinzip gilt übrigens auch für die Gruppenverbände.) Es gibt natürlich auch Ausnahmetalente wie Jake Bugg, der allerdings (glücklicherweise) nicht als Teenie-Idol vermarktet wird.

So, und nun zur Frage, auf welchen Song ich mich in diesem Kontext festlegen möchte. Es ist ein “Musiker”, der seinen Durchbruch aus meiner Sicht eher bedingt schon geschafft hat, wenn auch eher im Zielgruppen-Umfeld bzw. einschlägigen Medien. Aufgefallen ist mir Austin Mahone in erster Linie durch das zugegebenermaßen geniale Intro zum Song “What About Love”. Ich war einst vor zwei Jahren sogar so kühn und schlug das Werk für die LOHRO-Rotation vor, was mit der Bemerkung “Gibt es das auch auch als Instrumental-Version?” quittiert wurde. Das Video ist dermaßen auf Trends getrimmt, dass man sich schon fragen, inwiefern es sich um einen Mode-Werbefilm handeln mag.

Um noch einmal auf die thematische Vorgabe zu kommen: ich vermute, es gibt seit Jahrzehnten Musiker, die im Teenager-Alter internationale Bekanntheit erreichen. Aber erst seit der Jahrtausendwende finde ich das Ausmaß extrem.

Es verbleibt gealtert
F.

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