Logbuch : Auf der Suche nach Koriandergrün

Der November ist im Gange und für mich damit etwas zusätzlicher Aufwand an der Tagesordnung, weil ich gewissermaßen nebenbei eine Veranstaltung plane, wie ich es auf die Dimension bezogen nur selten tue. Ja, und sonst?

03.11.14 : Wochenstart um 4 Uhr. Wegen ehrenamtlicher Radio-Quasselei. Teilnahme an der Montagsrunde. Arbeitsalltag. Abendessen mit Infotainment. Dann musikbezogene Bloggerei und… aufkommende Leselaune. Mein Interesse galt der aktuellen She-Hulk-Serie, deren baldiges Ende vor Kurzem verkündet wurde. Und nun auf dem neusten Stand bin ich traurig darüber, weil die Serie sehr gut geschrieben ist. (Unabhängig davon wunderte ich mich über meine Durchhaltekraft angesichts eines so langen Tages.)

04.11.14 : Bis zum Abendessen sah mein Dienstag wieder ganz nach Routine aus – ich hätte ich haargenau den gleichen Text schreiben können wie in der Vorwoche. Tja, wenn da nicht dieser Poetry Slam im Peter-Weiss-Haus gewesen wäre, zum ich mich nach dem Abendessen noch aufmachen konnte. Die Beiträge waren aus meiner Sicht durchwachsen und die Gewinner des Abends überwiegend nicht meine erste Wahl. Und wie bei solchen Darbietungen fast Standard bei mir, fühlte ich mich animiert, ebenfalls in die Tasten zu hauen. Viel geschehen ist in dem Zusammenhang allerdings nicht… außer vielleicht der Vollendung eines Sprechgesang-16-Zeilen-Verses über Backwaren.
Zum Tagesabschluss ging es noch kurz für einen Spät-Einkauf bei REWE, wo ich vor dem Kuchenregal schwach wurde.

05.11.14 : Mein Tagesablauf für einen Mittwoch ist auch schon fast Routine. (Böses R-Wort.) Ich kam zur Ansicht, dass ein wöchentliches Treffen zu Web-Themen für einen Verein wie LOHRO eigentlich sehr sinnvoll ist, auch wenn „Führungskräfte“ mit Abwesenheit glänzen. Und ich stellte fest, dass der Umgang mit E-Mails im Kontext von Verteiler-Adressen und suboptimalen Web-Interfaces für Anfänger mit Eingewöhnungsschwierigkeiten verbunden sein kann. Anbieterwechsel? Ja, das was mein erster Gedanke für einen Lösungsansatz.
Das Treffen der Musikredaktion begann ungewohnt selbstkritisch, hatte jedoch auch konstruktive Phasen. Und nicht zuletzt ging ich mit einer 50/50-Quote für meine Vorstellungen heraus.
Der Besuch im Hackspace schien auch keine schlechte Idee gewesen zu sein, obwohl ich mir manch zynische Kommentare nicht verkneifen konnte. Manche Steilvorlagen nutze ich zu gern.

06.11.14 : Oh, was habe ich mich auf diesen Tag gefreut. Endlich sollten sich meine Fragen beantworten, wie denn wohl der neue Film von Christopher Nolan ist. (Ich war schon kurz davor, mir eine frühe Version des Drehbuchs zu suchen.)
Zuvor war ich nach der Arbeit noch bei LOHRO, um ein paar Songs einzupflegen und mir etwas Aufwand für die Vorbereitung der nächsten Sendung abzubauen. Nebenbei hörte ich D.’s erste „fachbezogene“ Sendung, wenn man das so sagen kann, welche mich nicht gerade vom Hocker gerissen hat. Viel Spielraum nach oben also. Und dann ließ mich S. noch ein wenig ungeduldig werden, weil ich dann doch langsam zum Kino gehen wollte. Vor der Frieda 23 traf ich zufälligerweise auf C. und brauchte nicht allein hingehen. Der Kartenkauf gestaltete sich als schwierig und der Andrang war groß. Von dem Nervenkrieg wegen den o2-Gutscheinen bekam G. gar nichts mit, da er erst nach unserem BK-Kurzdinner zur Gruppe stieß.
Ja, der Film „Interstellar“ ist schon ein Brocken. Nicht nur wegen der Länge, sondern auch wegen der Fülle an Inhalt und Figuren. Anspruchsvolle SciFi-Unterhaltung gibt es nicht mehr häufig im Kino. Und ich kann mir vorstellen, dass der zwischenmenschliche Anteil den Freunden von aktionsgeladenen Effektszenen etwas die Freude nehmen mag. Mir hat die Mischung sehr gefallen, wenn auch ich teilweise eine zügigere Gangart des Geschehens oder vielleicht einfach einen fluffigeren Soundtrack gehabt hätte. Ingesamt bin ich sehr zufrieden – bestimmt ein Film des Jahres. (8/10)

07.11.14 : Einen derart überlangen Film vor einem Früheinsatz im Radio zu schauen, ist nicht die beste Idee. Aber wo ein Wille ist,… Ich hatte schon bessere Tagesstarts. Und die Vorbereitungsphase verlief eher schleppend. Wie gut, dass die Lieder schon im System waren.
Die große Motivations-Talfahrt ereilte mich dann wie gewohnt am Nachmittag. Dem entgegenwirken tat dann ein spontanes Meeting. Ich fühlte mich auf dem Heimweg dann sogar überaus produktiv. Einen Einkauf und ein Abendessen später, wollte ich den Tag dann doch wieder frühzeitiger beenden. Ironischerweise passten in diese Stunden neben einem Chat über Filme dann noch über 12 Avengers-Comics, die ich lesen bzw. aufholen „wollte“, um dann mit der Event-Serie „Axis“ beginnen zu können, damit ich wieder die aktuelle „Magneto“-Ausgabe lesen konnte. Ja, ein µ an Frust war darüber schon vorhanden. Es sind solche Einschübe, die mir als Einzel-Serien-Fan nicht gefallen.

08.11.14 : Da mir der öffentliche Nahverkehr einen Strich durch Reiseplanung machte, war ich sehr erfreut über die Alternative der Mitfahrgelegenheit. Die Ankunft in der Heimat begann mit einer Einkaufstour, die sich zu einer Odyssee ausweitete. Grund dafür, war die buchstäblich letzte Zutat für das Hähnchen-Curry, welches ich am Abend kochen wollte: Koriandergrün. Real hatte nichts, Famila hatte nichts, Edeka hatte nichts… aber dann fanden wir doch noch etwas in unserer „alten“ Kaufhalle. Das Kochen bereitete mir Spaß und das Essen noch mehr.
Für das Abendprogramm hatte ich zwei Filme zur Auswahl, was sich jedoch erledigte, als ich merkte, dass eine weitere letzte „Wetten Dass…?“-Sendung stattfand. Oje, welch grausame Unterhaltung, trotz hochkarätiger Gäste. Anders als bei meinem Curry wollten die Zutaten dort einfach nicht harmonieren.

09.11.14 : Schlemmerfrühstück, Gewusel mit Playlisten, Planungsgedöns, eine Zugfahrt mit den ersten „Axis“-Comics… und dann ein wenig Recherche für meine nächste Sendung, welche in… oh, ich muss ins Bett. 😛

Es verbleibt eifrig
F.

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