Logbuch : mehr Tacheles

Gestern kam mir die zwielichtige Erkenntnis, dass ich wohl ohne Arbeit und den freiwilligen „Dienst“ beim Lokalradio gleich zwei größere Vakuum-Mengen in meinem derzeitigen Leben hätte. Und das erscheint mir zwielichtig, weil ich mir über die Bedeutung noch nicht ganz klar bin. Es gibt Momente, an denen ich nicht mal genau weiß, ob mir der Weg zum Leben als Drohne (siehe „Arbeitsbiene“) angenehm erscheint.
Das große Bild namens Weltgeschehen nehme ich zwar hin und wieder wahr, finde allerdings auch daran Gefallen, wegsehen zu können – also wieder in meine „kleine“ Perspektive zu wechseln. Perspektive. Der Begriff allein könnte mich zynisch werden lassen.

Aber mal kurz zum Rückblick:

13.05.14 : Normalerweise würde ich mir an so einem Tag gegen halb 7 ein lecker Abendessen gönnen. An dem Dienstag wollte ich dann doch nicht dem Zusammentreffen von Vorstand und Technik-Gruppe fernbleiben. Ergebnis: zwei Stunden Bla, von denen die erste mein Gehetze nicht wert gewesen wäre. Und am Ende war ich dann so schlau wie vorher bzw. doch wieder bewusst, wie komplex und chaotisch so ein Verein sein kann. (Alles eine Frage der Strategie und Formulierung bzw. Wo kommen wir denn hin, wenn wir nun schon in Mails auf unseren Ton achten müssen?)
Egal, verschob sich mein gemütlicher Abend eben um 3 Stunden. Dafür hatte ich neue Musik. 🙂

harbor_hro_2014-0514.05.14 : Von der neuen Musik konnte ich sogar etwas vorstellen in der Musikredaktion… nur kamen die neuen Coldplay-Songs nicht gut an. Teilweise allein wegen der Band. Was für eine Argumentation. Ich hoffe, dass ich nicht so bald an den Punkt gelange, in so einem Kontext Musik pauschal abzulehnen. Im Anschluss an das Treffen sahen wir uns in kleinerer Runde noch den Sonnenuntergang am Stadthafen an. Nur leider war es kalt.
Auf dem Heimweg machte ich noch kurz Halt im Hackspace, wo ich mir Infos wegen eines bevorstehenden Workshops holte.

15.05.14 : Und zu diesem Workshop ging ich dann auch am nächsten Morgen, fühlte mich auch an und für sich gut dabei. Nur war ich danach schon fast wieder in Zeitnot. Für den Abend nahm ich mir (seit längerer Zeit) wieder einen Kinobesuch vor. Und welch ein Zufall war es, dass ich eine Sitzreihe hinter mir G. und C. traf. Zum aktuellen „Godzilla“-Film wollte ich danach auch wieder etwas schreiben. Einen schönen Zerriss nämlich. Aber wie das so ist, gab es wichtigere Dinge. Und so ein Film muss ich auch nicht mit einem extra Artikel ehren. (5/10)

16.05.14 : Am Freitag machte ich gewissermaßen eine Mittagspause beim Radio, wo ich M. bei ihrer ersten Live-Sendung half. Natürlich kamen mir dabei meine ersten Moderations-Einsätze in den Kopf, was auch gar nicht so lange her ist. Und da freut es mich zugleich, dass ich in dieser Hinsicht ein wenig Gelassenheit entwickeln konnte.
Am späten Nachmittag bummelte ich mit G. in die Stadt, wo ich noch eine Erledigung auf meiner Liste hatte. Danach gingen wir einkaufen und trafen damit Vorbereitungen für einen ausgiebigen Schlemmer-Abend (inklusive Trash-TV).

17.05.14 : Wirklich wach wollte ich am Samstag nicht werden. Irgendwas zu einem sponaten Konzert am Mittag fiel dann scheinbar auch aus. Und erst zum Nachmittag war ich dann einigermaßen munter. Da erreichte mich dann auch die Nachricht, am Hafen zu grillen. Das Anzünden des Grills verlief dank des Windes nicht ganz störungsfrei, aber alles in allem wurde wieder allseits viel geschlemmt.

18.05.14 : Den letzten Sonntag kann ich sehr gut in einem Wort zusammenfassen: LOHRO. Von morgens, bis abends, bis in die Nacht. Sende-Vorbereitung, Sendung, Sende-Nachbereitung, Kreativpause mit der letzten SNL-Folge (der aktuellen Staffel) und den Rest des Tages mit Technik beschäftigt. (Und das meine ich völlig wertungsfrei – wie eine Bestandsaufnahme. Es ist ja meine Entscheidung.) Welch Zufall, dass sich dank FiSH noch eine Grillrunde in der Nähe befand, was für die Gesamtsituation aufmunternd wirkte. Etwas frustriert wurde ich dann erst, als der Abend immer länger wurde und ich mich mit der Tatsache anfreunden musste, dass die Zeit bis zum Wochenstart immer weniger wurde.

19.05.14 : Und so brauchte ich heute zum Aufstehen die Hilfe eines Weckers. Ja, das kommt nicht mehr oft vor. Der Tag verlief in etwa wie zu erwarten. Überstunden inklusive. Vorhin sah ich die 2014 Billboard Music Awards, was mir wieder bewusst machte, dass sich meine Einstellung zu solchen Event-Shows verändert hat. Früher hätte ich dieses Spektakel einfach genossen. Heute fasziniert mich dabei eher der Widerspruch zwischen Kommerz und Kunst. Das Ergebnis heute: von allen 18 Darbietungen fand ich nur 2 beachtenswert. Da halfen auch all die aufwendigen Settings und technischen Effekte nichts. Ach, und die Gewinner interessieren mich eh schon immer weniger. Allein die Zusammenstellung der Kategorien lässt bei dieser Veranstaltung eine ernsthafte Auseinandersetzung nicht mehr zu.

Es verbleibt mit neuen verträumten Coldplay-Klängen
F.

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