Ansichtssache: The Monuments Men

Ist es wert, für Kunst zu sterben? Diese und andere Fragen gibt uns der neue Film von und mit George Clooney. Im Kontext des Zweiten Weltkriegs wird die Geschichte einer Spezialeinheit geschildert, denen es um den Erhalt der kulturellen Errungenschaften geht. Inwieweit alles im Film auf Tatsachen beruht oder was davon geschönt wurde, kann ich als Historiker-Muffel nicht sagen.

Was ich allerdings sagen kann, ist, dass der Film ähnlich schlicht und dröge erscheint wie das Plakat. Da machen sich die knapp zwei Stunden Spielzeit aus meiner Sicht durchaus bemerkbar. Grund dafür kann der wechselseitige Handlungsverlauf sein, den ich als eigenwillige Mischung aus Leichtigkeit und schwermütigem Drama sehe. Da hilft es auch nicht, eine namhafte Schauspielergruppe einbinden zu können. Bekannte Gesichter wie Bill Murray, Cate Blanchett oder John Goodman geben zwar gute Figuren ab, ihre Charaktere können aber nur bedingt Vielschichtigkeit offenbaren. Und wer einen typischen Kriegsfilm erwartet, wird sich bestimmt über die vielen Dialogszenen wundern. Spannungsmomente werden nur spärlich gestreut.

Mit anderen Worten: Das Endprodukt sowie die Akteure wirken „nur“ nett. Und darüber hinaus habe ich Probleme mit der dargestellten Ehrenhaftigkeit der „Helden“. Sollten die Alliierten damals wirklich so gutherzig Manpower investiert haben, um den Opfern von Kunstraub zu helfen? So ganz ohne Eigennutz?
Zumindest am Rande wurden Funde angedeutet, die wohl auch gut zum Teil als Lohn für die Bemühungen einbehalten werden könnten.

Wer kann das schon sagen – in einer Welt, in der die Geschichte von den Siegern geschrieben wird. Der Film ist amerikanisch und demnach sind die Hauptakteure nahezu fehlerfrei, während die Russen in ein anderes Licht gestellt werden.

Fazit: Fans von Kunst oder beteiligten Schauspielern werden wohl auf ihre Kosten kommen, wenn sie sich auf einen Film einlassen, der einen Nebenschauplatz im Zweiten Weltkrieg beleuchtet. Aber ein wirklicher Must-See ist das Werk nicht. (6/10)

Es verbleibt als Freund der Kunst
F.

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