Logbuch : Amsterdam im Herbst

AmsterdamIch denke, auf kaum eine Woche trifft das Adjektiv „ereignisreich“ besser zu in diesem Jahr als wie auf die Letzte. In der Frühe noch kurz ein Franzbrötchen verdrückt und schon machte ich mich auf den Weg zum Hamburger Flughafen.

Drei Stunden später kam ich in Amsterdam an, wo mich zunächst die Ausdehnung des dortigen Flughafens (Schiphol) verblüffte. Ich weiß gar nicht, wie viele Meter ich vom Gate zur Haupthalle zurücklegen durfte, um mir dann dort ein (erfreulich günstiges) Ticket für den IC in die Innenstadt zu holen. Es dauerte keine halbe Stunde, da war ich schon am Zielbahnhof – in unmittelbarer Nähe zu meinem Hotel, welches ich kaum hätte verfehlen können, weil direkt am Bahnhof „Bijlmer ArenA“ lag. Und ja, das kolossale Bauwerk mit dem selben Namen war auch nicht zu übersehen. Und als ich mich dort in der Gegend umschaute, verstand ich auch, warum das Areal auf Google Maps etwas uneindeutig erschien. Die Verkehrswege überlappten teilweise den Fußgängerraum, weil Straßen und Bahnstrecken ebenentechnisch darüber lagen.
Gegen Mittag nahm ich die Metro in die Innenstadt, die natürlich voll war. Dort angekommen bummelte ich durch die Straßen und Seitenstraßen und konnte mein Glück kaum fassen, einen Laden zu finden, welcher importierte Süßigkeiten im Angebot hat. Da nutzte ich die Gelegenheit, ein Marshmellow-Törtchen zu kosten und mir wieder die „Mango Madness“-Sorte von Snapples zu gönnen. Mit dem Zuckerschub konnte es dann weitergehen. Auf der Ecke zum Anne-Frank-Haus hatte ich gar nicht lange rätseln müssen, wo dass denn nun sei – die Menschenschlange verriet es. Ich entschied mich da dann doch für noch mehr Sightseeing der individuellen Art, bis sich das Wetter verschlechterte und ich auf dem Weg zum Hotel war, um endlich einzuchecken. (Hatte davor nur mein Gepäck abgeben können.) Das Zimmer war zufriedenstellend – da immerhin teuer genug. Eigentlich bemerkte ich schon leichte Erschöpfungsanzeichen, ließ mich allerdings nicht darauf ein, guckte kurz ins Internet und fuhr wieder in die Innenstadt. Als es dort allmählich dämmerte, waren die „roten Lichter“ eigentlich nicht zu verfehlen. Zum Abendessen probierte ich „Hollands Voted Nr 1 Fries“ (na ja, Fritten halt) und gönnte mir danach noch einen frischen Burger.
Was dann kam, bringt mich immer noch zum Schmunzeln. Ich wurde auf der Straße erkannt. Wie? Nun, im Vorfeld meiner Reise, schaute ich auf die Couchsurfing-Webseite von Amsterdam nach Foreneinträgen von Reisenden, die wie ich in der Stadt unterwegs waren. In zwei-drei Threads antwortete ich. Und so kam es, dass ich an meinem ersten Abend in Amsterdam mit einem Neuseeländer unterwegs war. Wie gut, dass ich ebenfalls vor der Reise Smartphone-Apps für Amsterdam installiert hatte. Das vereinfachte die Suche nach der nächstbesten Verbindung zurück zum Hotel, da die Metro nach 20 Uhr schon eingeschränkt fährt. Und damit noch nicht genug. Kaum wieder in der Bijlmer-Region angekommen, ging ich noch ins Kino. Warum? Grund Nummer 1: das Multiplex liegt gleich auf der anderen Seite vom Bahnhof/Hotel. Grund Nummer 2: es hat einen IMAX-Saal. Für die Spätvorstellung war zwar „nur“ der Metallica-Film „Through The Never“ im Angebot, aber das nahm ich in Kauf. (Die einzige Alternative wäre zu einer anderen Zeit sonst „Gravity“ gewesen. Und den Film wollte ich dann doch nicht noch ein drittes Mal sehen.)
Was soll ich sagen? „Through The Never“ ist in erster Linie ein Highend-Konzert mit ein paar Handlungsszenen, die ich als Nicht-Fan zum Teil schwer verständlich fand. (7/10) Der Sound war satt, das Bild groß – nur so viel besser als ein „herkömmliches“ 3D-Kinoerlebnis fand ich diese IMAX-Aufwertung nicht. Vielleicht war der Film auch nicht die optimalste Wahl. Dafür erfreute mich der IMAX-exklusive Vorgeschmack auf den neuen „Thor“-Film.
Gegen halb 1 war ich dann auch wieder in meinem Zimmer, sah „The Graham Norton Show“ auf BBC (mit Natalie Portman als Gast) und fiel dann in den tiefsten Schlaf seit langer Zeit.

Am Dienstag genehmigte ich mir dann eine Portion Kultur und reihte mich gleich am Vormittag für einen Besuch im Anne-Frank-Haus ein. Wie gut, dass der iPod ausreichend aufgeladen war. Eine Stunde anstehen wäre sonst unangenehmer gewesen. Nach der Tour durchs Museum, schaute ich mir noch die „Lehrvideos“ von „Free2choose“ im Multimedia-Bereich an, was mich dann doch etwas aufwühlte – viele kontroverse Themen eben. Na ja, das sollte es dann zum Thema Kultur für mich gewesen sein. Ich wollte danach in Richtung Vondelpark, den ich dann nach einigen Irrwegen (in Form eines Amerikanischen Buchladens und gesperrter Straßenbahnstrecken) auch erreichte und der mich (natürlich) an den Hype Park erinnerte. Zum Abend genehmigte ich mir Schawarma (was dort „Shoarma“ heißt). Lecker exotisch (wie eine Art Gyros-Döner). Zu lange sollte dieser Abend in der Innenstadt nicht werden, denn das Hauptereignis meiner Reise stand auf dem Plan.
Was soll ich sagen? Ich habe John Mayer live gesehen. Damit erfüllte ich mir einen Traum. Das Konzert war sehr professionell. Jeder im Publikum, der wie ich nicht so weit vorne saß, konnte immerhin die riesige LED-Wand mit den verträumten Animationen genießen. Und als Bonus zeigte Gabrielle Aplin im Vorprogramm ihr Talent.

Für Mittwoch konnte ich das Ausschlafen knicken, weil die Rückreise entsprechendes Timing erforderte. Ich kann erfreut vermelden, dass ich mich beim Frühstücksbuffet so intensiv gestärkt hatte, dass ich den Snack-Buden im Flughafen problemlos widerstand. Erst am Hamburger Hauptbahnhof war der Appetit wieder da – so wie ein Stand mit frischen Franzbrötchen. Kaum zu Hause angekommen, war ich schon mit dem Update auf die neue iOS-Version beschäftigt, ging kurz zum Training und danach zur LOHRO-Feier, die inoffiziell auch als Geburtstag bezeichnet werden kann. Dort lernte ich J. kennen, die noch ins Barfuss wollte. K. und ich schlossen uns ihr an.

Die Rückkehr in den Arbeitsalltag fiel mir nicht so schwer wie befürchtet und endete mit der Premiere, dass ich die Zeit (sowie mein Telefon) vergass und meinen Folgetermin kurzerhand verschieben musste. Schließlich ging ich noch zu einem LOHRO-Termin, der mir weitere Einblicke in die Struktur des Vereins einbrachte.

Der Freitag verlief insofern außergewöhnlich, da ich übermäßig früh zur Arbeit ging, um am Nachmittag bei einer Doktorverteidigung dabei sein zu können. Diese ging auch überwiegend sehr gut über die Bühne. Im Anschluss gab es belegte Brötchen sowie die Einladung zu einer Feier im Anschluss. Diese war auch sehr lustig.

Am Samstag fuhr ich wieder nach Rügen, wo ich mich wieder in der Küche austobte und die Nudelsauce dieses Mal mit Mango-Nuancen erweiterte. Zudem traf ich M. Im Supermarkt, die im Rahmen eines Erasmus-Ausfluges in Binz war. Zufälle gibts.

Heute habe ich hauptsächlich Serien geschaut – darunter „Saturday Night Live“, „Real Time With Bill Maher“ und „The Late Late Show with Craig Fergusson“.

Es verbleibt am Planen
F.

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