Ansichtssache: The Wolverine

Marvels muntere Mutantenbande wuselt nun schon seit über 10 Jahren über die Leinwand – und das sogar in einigermaßen intakter Zeitlinie ohne echten Reboot. Das ist schon eine Leistung. Wenn ich dann noch bedenke, dass Wolverine eigentlich immer dabei ist, sollte mich das als Fan glücklich machen. Aber wie sieht es nach dem jüngsten Kinoerlebnis aus?

Für einen „Weg des Kriegers“ beschäftigt sich der Film überraschend viel mit Aufarbeitung vergangener Schlachten bzw. dem Verlust des Lebensinhalts. Und ja, das gibt Wolverine schon ein wenig mehr notwendige Tiefe. Handlungsseitig führt es den zerrissenen Ex-Soldaten (oder auch Ronin, also führerlosen Samurai) nach Japan, wo eine mächtige Familie interne Streitigkeiten austrägt. Dass dabei sowohl Materialschäden als auch ein Bodycount an Handlangern involviert sind, versprach schon im Trailer. Außerdem ist Wolverines „Unsterblichkeit“ ein Schwerpunkt der Handlung, ein Thema, welches auch sehr gern in den Comics angeschnitten wird.

Wirklich zünden tut die Mischung allerdings nicht. Viele Charaktere sind nur Randwerk, weswegen zumindest mir deren Schicksal herzlich egal war. Und dann wäre da noch die Grundregel für Comic-Verfilmungen, nach der so ein Werk mit der Qualität des Gegenspielers steht oder fällt. Der Film hat keine „guten“ Schurken.

Dabei standen die Chancen nicht schlecht – hier die positiven Aspekte:

  • gute Eröffnungssequenz
  • exotischer Schauplatz
  • wenig bekannte Schauspieler
  • Bezug zu anderen X-Men-Filmen
  • Wolverine flucht
  • vielversprechende After-Credits-Szene

Fazit: „Wolverine: Weg des Kriegers“ bietet Hugh Jackman zwar die Möglichkeit, einem der beliebtesten Marvel-Helden ein weiteres Mal seinen Stempel aufzudrücken, macht aber wegen der Schwermütigkeit und den langweiligen Charakteren nur stellenweise Spaß. Die 3D-Konvertierung hätte man sich auch sparen können. (6/10)

In dem Zusammenhang möchte ich noch anfügen, dass mir die Wolverine-Comics zur Zeit leider auch wenig Lesefreude bereiten. Beide relativ jungen Serien „Savage Wolverine“ und „Wolverine“ (Volume 5) strotzen zwar vor bunten Action-Kampf-Einlagen, dümpeln dennoch sinnfrei nur so dahin. Beispiel gefällig? In der Eröffnungsgeschichte von Paul Cornell jagt Wolverine einer außerirdischen Laserpistole hinterher, die fliegen kann und Menschen zu Killern macht.
Richtig begeistern konnten mich dagegen die Abenteuer von Autoren wie Greg Rucka und Frank Tieri.

Es verbleibt nach viel investierter Zeit für diesen Beitrag
F.

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