Politische Alternativen?

Wie dem geneigten Leser vielleicht schon bewusst geworden ist, haben wir bald wieder die Qual der Wahl. Warum gleich zu Beginn so zynisch? Nun, selten finde ich mich so niedergeschlagen wieder, wenn es um die politische Landschaft in Deutschland geht. Sei es irgendwelche Vetternwirtschaft oder versemmelte Hundert-Millionen für fragwürdige Anschaffungen. Da muss ich noch gar nicht den internationalen „Wirtschaftsfeldzug“ oder die gut „geschmierte“ Lobby-Maschinerie berücksichtigen. Ohne Letztere geht es ja scheinbar gar nicht.

Aber zu den Alternativen:
Die einen machten sich einen Namen als Anti-Euro-Partei, obwohl sie die Gemeinschaftswährung an sich nicht abschaffen wollen, sondern „nur“ regional aufteilen. Vertrauenserweckend wirkte der Fakt, dass dort Leute mit akademischen Hintergrund (bzw. vielleicht sogar auch mit Ahnung) eingebunden sind.
Tja, und dann kamen vor wenigen Tagen entmutigende Details über innerparteiliche Machtkämpfe durch den Nachrichtenticker. Irgendwie wurde da ein Vorstand nur wenige Tage nach Antritt mit Vertrauensentzug belohnt. Nun, das ließe sich vielleicht auch so interpretieren, dass hier noch Politik agil gelebt wird.

Ebenso wird auch bei der anderen Fraktion mit der Segel-Rhetorik Basisdemokratie bis zum Kopfzerbrechen bemüht. Dies bekam ich überraschend deutlich über meinen Twitter-Feed mit, der doch ein paar mitteilungsbedürftige User enthält. Nur leider sorgen innere Streitigkeiten nicht gerade für ein positives Außenbild. Das hängt natürlich mit der Frage zusammen, ob die Wählerschaft so viel gelebte Transparenz ertragen möchte. Nicht zuletzt erhalte ich den Eindruck, dass politisches Engagement auch zum Nervenkrieg ausarten kann, wenn man an die „richtigen“ Kollegen gerät. Aber ist die Alternative hinter verschlossenen Türen besser?

Na ja, die Programme sind dann wohl bald fertig und öffentlich einsehbar. Der Rest wie Werbespots, Plakate und Parolen sollte mit kritischen Blick betrachtet werden. Und letztendlich sind es spätere Abstimmungen, die beweisen, wie viel wert alle Versprechungen sind.

Dabei haben die Neulinge in der Parteienlandschaft natürlich einen Bonus. Man kann noch nicht einschätzen, wie schnell das Ausrichten nach Lobbyisten erfolgen wird. Andererseits kann dort auch wenig Geleistetes angepriesen werden.

Fest steht nur, was sich unsere Regierung sowie Opposition geleistet haben und wie dort die Tendenzen aussehen. Alles nur Fähnchen im Wind des Kapitalismus? Schade, dass das Gemeinwohl keine Lobby hat.

Es verbleibt unschlüssig
F.

Advertisements

Schlagwörter: , , , , ,

Eine Antwort to “Politische Alternativen?”

  1. drbruddler Says:

    Kleine Anmerkung dazu. Die Wahl ist für uns schon verloren, bevor sie begonnen hat, fragt sich nur noch in welcher Höhe (moralisch und monetär).
    Denn die, die unsere Interessen wirklich vertreten, die wählen wir nämlich nicht, die kommen bei uns nicht einmal zu Wort.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: