Der ganz normale Wahnsinn

Da staut sich manchmal Einiges an politischem Inhalt bei mir an, dass ich mich aufgefordert fühle, ein paar Absätze dazu zu verfassen.

Auslöser war die Nachricht am Freitag, die aus meiner Sicht viel zu wenig Beachtung fand. In einer weiteren Nacht-und-Nebel-Aktion setzt unsere Regierung Dinge um, die man nicht an die große Glocke hängen will – in diesem Fall die Verlängerung der Urheberrechtsfristen. Und nicht nur die Medien ziehen da mit. Nein, sogar die Opposition sitzt mit an Bord!
Spätestens hier machen mir die Grünen klar, dass sie im Zweifelsfall wie die C?U und die Liberalen handeln würden, wenn die Lobby ruft. Das hätte ich eher von der SPD erwartet.
Wie schön, dass sich die Ökos kurz danach auf ihrem Parteitag Mut für den Wahlkampf machen. Mittlerweile bin ich an einem Punkt, an dem ich das Publikum bewundere, welches sich heutzutage noch politische Reden anhören kann. All die schön verpackten Aussagen, von denen man sich mindestens die Hälfte sparen könnte, liebe Freundinnen und Freunde.
Da wünsche ich mir lieber eine Datenbank, in der das Abstimmungsverhalten der Redenschwinger nachvollzogen werden kann. Denn das sind die Fakten, mit denen eine Partei werben sollte. Alles andere ist Schall und Rauch – soll sich gut anhören und mehr nicht. Wie oft kann man sein Vertrauen verlieren?

Da beruhigt es mich auch nicht, welche Krisen andere Länder beschäftigen. Durch (zugegebenermaßen etwas reißerisch aufgemachte) Beiträge des amerikanischen TV-Magazins „Vice“ bekommt man in angenehmer Infotainment-Länge verschiedene Themen aufbereitet. Dazu zählen:

  • die Folgen der Strahlungsbelastung im Irak (vermutlich durch die verwendete Munition im Krieg)
  • das Schutzbedürfnis von Politikern auf den Philippinen (wo es ausreichend Waffen in der Bevölkerung gibt)
  • die Irrungen und Wirrungen bei Familienplanung in China (Stichwort Frauenmangel)
  • Selbstmordanschläge in Afghanistan (verübt durch Minderjährige)
  • Flucht aus Nordkorea (Stichwort Menschenhandel)
  • der Grenzkonflikt zwischen Indien und Pakistan
  • die Radikalisierung in Spanien und Griechenland
  • die Schusswütigkeit in den USA, wo Kinder in religiösen Privatschulen für den Ernstfall „trainiert“ werden

Zu Letzterem gibt es ein Video von der Festnahme eines der mutmaßlichen Verantwortlichen für das Marathon-Drama in Boston, bei dem so viele Schüsse abgefeuert werden, dass man es fast für eine Parodie halten könnte. Da macht die nicht bestätigte Meldung, das Zählen der Schusswunden sei nicht möglich, irgendwie Sinn.

Zum Abschluss möchte ich noch auf eine Zeile aus dem Buch/Film „Nachtzug nach Lissabon“ verweisen, welche mir im Kopf blieb: „Wenn die Diktatur eine Tatsache ist, ist die Revolution eine Pflicht.

Es verbleibt nachdenklich
F.

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Eine Antwort to “Der ganz normale Wahnsinn”

  1. Phil Says:

    Die Datenbank, die du meinst könnte Abgeordnetenwatch.de sein.
    Gruß Phil

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