Ansichtssache: Django Unchained

So richtig verstehen konnte ich den Hype um Quentin Tarantino nie. Jedes seiner Werke war für mich im Bestfall „nur gut“. Und niemals hatte ich das Bedürfnis, einen Tarantino-Film in meine Sammlung aufnehmen zu müssen. Jedoch wecken seine neueren Filme stets mein Interesse. So also auch bei dem Western-Film „Django Unchained“.

Dafür, dass im Titel eigentlich schon das Wesentliche der Handlung steht, passiert in den über 2 Stunden noch ganz schön viel. Denn nach der Befreiung kommt noch so eine Art Ausbildung, bevor es mittels Komplott zum Rachefeldzug kommt. Und dieser verläuft auch alles andere als reibungslos.

Dann wären da noch die vielen Randbemerkungen, die den Film ausschmücken – von absurden Dialogen über einfältige Zeitgenossen bis hin zu… Gewaltdarstellungen natürlich. Für Letzteres wurde wieder ordentlich in Splatter-Effekte investiert, was aber auch so ziemlich die einzigen Effekte sind, die Tarantino verwendet. Der Rest ist (traditionelle) Handarbeit.

Und so gibt man vorwiegend den Nebendarstellern viele Möglichkeiten, ihr Können unter Beweis zu stellen. Dass dies nun mittlerweile schon mindestens einmal mit Auszeichnungen prämiert wurde, ist auch kein Geheimnis – wird stattdessen in der TV-Werbung angepriesen.
Und ja, Christoph Waltz bekommt hier (wieder?) eine Rolle so gut auf den Leib geschneidert wie seine Kleidung. Dagegen „verblasst“ der Hauptdarsteller Jamie Foxx nahezu ohne Zweifel. Aber auch Leonardo DiCaprio wetzt sich mit dem Film sein Milchbubi-Image gekonnt ab.

Was bleibt, ist eine sehr abgedrehte Geschichte im Amerika kurz vor dem Bürgerkrieg. So abgedreht, dass sie ebenfalls bereits ausgezeichnet wurde. Zurecht? Nun ja, originell auf jeden Fall.

Fazit: Tarantino- und Western-Fans können hier kaum nein sagen – zu einem Film, der dank Absurditäten, Dialogen, Schauspielern (inklusive Gastauftritten), Schießereien und (einem auffallend genialen) Soundtrack nur so schillert. Für den Rest sollten auch ein paar Unterhaltungswerte drin sein. Bzw. dafür, dass ich mich weder als Tarantino- noch Wester-( noch Jamie-Foxx-)Fan sehe, konnte ich mich gut amüsieren. (8/10)

Es verbleibt im kalten Nordosten
F.

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