Ansichtssache: Dredd

Ich gebe zu, ich war kurz davor, diesen Kinobesuch auszulassen. Irgendwie erschien mir der Eindruck (durch Trailer und Kritiken) ein wenig zu durchwachsen. Aber Owley’s Ausführungen ließen mich dann doch wieder neugierig werden.

Zur Handlung braucht man nicht viel sagen/schreiben. Da wurde im Trailer schon ausreichend verraten. Aber dies ist ein Film, den man eigentlich nicht wegen der Geschichte schaut, sondern wegen der Umsetzung.

Und ja, diese Umsetzung wirkt wesentlich unterhaltsamer als der 90er-Jahre-Trash mit Sylvester Stallone. Dabei erweckt „Dredd“ den Eindruck, er stämme aus den 80ern.
Inwiefern die Comic-Verfilmung der Vorlage entspricht, kann ich nicht beurteilen, da ich 2000AD (& Co.) nicht lese – und mir die Comic-Figur Judge Dredd nur in einem Crossover (mit DC’s Lobo) begegnete. (Ich glaube, da konnte sein Motorrad fliegen.)

Jedenfalls würde ich behaupten, dass der Film handlungstechnisch  wie die Hauptfigur rüberkommt – konsequent und linientreu bis zum Ende.

Auch ist dies ein Film, bei dem die Schauspieler kaum brillieren können – und das auch gar nicht nötig ist, solange ein Mindestmaß an Stimmigkeit (das Wort „Glaubwürdigkeit“ wollte ich nicht nehmen) vorhanden ist. Und das trifft allemal zu.

Der zurückhaltende Einsatz von Effekten passt auch – abgesehen von der 3D-Konvertierung, die hier (wie könnte es auch anders sein) nicht notwendig war. Ich würde da von „Low End SciFi“ reden, wenn viele Settings ohne Green-Screen-Technik auskommen. Das Budget wird nicht wahllos verschleudert, was mich wieder an den 80er-Jahre-Eindruck denken lässt.
Punkte sammelt das Werk noch durch die musikalische Untermalung, die in Spannungsmomenten schonungslos elektronisch brummt.

Was die Brutalität angeht, bin ich der Meinung, dass hier der Kontext stimmt – was es leichter hinnehmbar erscheinen lässt. Ja, die Figuren tun sich weh (Stichwort Schusswechsel), aber es wird nicht wirklich zelebriert (mit einer Ausnahme).

Fazit: „Dredd“ ist ein Old-School-SciFi-Action-Film mit einer überaus geradlinigen Umsetzung, die Retro-Gefühle weckt. Die Story ist simpel, aber nicht dämlich. Unterhaltsam, wenn man sich drauf einlassen kann. (7/10)

Es verbleibt ohne richterlichen Beschluss
F.

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