Ansichtssache: Argo

Das wird wieder einer der schwierigeren Posts. Denn neben dem Thema der Filmkritik ergeben sich hier ernste Fragestellungen. Aber mal sehen…

Der Film heißt Argo und handelt von einer Geheimoperation, die es gegen 1979/1980 gegeben hat. Ort des Geschehens ist der Iran, wo das Lebens zu der Zeit nicht leicht war, um es mal in ganz einfachen Worten auszudrücken. Wie es dazu kommen konnte, wird kurz am Filmanfang zusammengefasst – das hilft dem Einstieg. Ich bin mir sicher, dass es zwecks Drehbuch ein paar übertriebene Elemente gegeben haben mag, empfinde das Gesamtbild jedoch als relativ realistisch.

Die Besetzung ist sehr gut. Die Effekte ebemso. Ben Affleck hat hier produktionstechnisch überzeugende Arbeit abgeliefert.

Was jedoch ganz schön auf den Magen schlägt, betrifft den Kontext der Spannung. Da sind Menschen teilweise sehr verängstigt, weil eine große Menge aufgebracht ist und gewaltbereit dazu. Und die Vorstellung, dass diese Anspannung, die der Zuschauer für knapp 2 Stunden erlebt, dort mehr oder weniger Alltag war, ist schwer zu fassen.
Auch über die Intention wunderte ich mich, was nicht heißen soll, dass hier mehr erklärt hätte werden müssen. Ich meine, wieso erscheint es für Leute keine Skrupel zu geben, wenn sie Angst verbreiten und dabei Opfer in Kauf nehmen. Gut, in abstrakteren Filmen nimmt man „Bösewichte“ ohne großes Nachfragen hin, wogegen es hier weniger Trennung zwischen Kunst und Realwelt gibt. Denn auch wenn die Handlung vor über 30 Jahren spielt, so erscheinen die Umstände problemlos in die Gegenwart transportabel.

Ein anderer schwieriger Aspekt bezieht sich auf die Randbedingungen, die es überhaupt zu so einer Rettungsmission kommen ließen. Denn einfach einer Revolutionsbewegung die Schuld zu geben, reicht da nicht aus. Sind es wirklich wieder die Wirtschaftsinteressen, welche der Politik die Haltung vorgaben? Gibt es also Entscheidungsträger, die keine Konsequenzen befürchten müssen?

Und schließlich wäre da noch die Wirkung des Films – damit meine ich den Eindruck, den das Publikum gewinnen könnte. Das Produktionsteam bewies zwar Mut mit der Umsetzung eines solch schwierigen Themas, konnte sich aber auch gleich ausrechnen, dass es nicht unbedingt ein massentauglicher Kassenschlager werden würde. Es freut mich, dass solche Filme gemacht werden, weil sie wichtig sind. Nur bin ich mir nicht sicher, ob ich den Film gern ein weiteres Mal schauen möchte.
Aber wie auch ein Foto unterschiedlich aufgefasst werden kann, bietet gerade so ein Film wieder Interpretationsspielraum. Wer ist bei dem Drama der „Böse“? Keine leichte Frage.

Fazit: beklemmendes und überzeugendes Drama, auf das man sich einlassen sollte. (8/10)

Es verbleibt manchmal überfordert
F.

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