Breath of life

Erneut gibt es einen Titel zu einem aktuellen Kinofilm. Die Truppe um die Formation namens Florence + The Machine steuert eine epische Nummer für die neue Schneewittchen-Interpretation bei.

Und so komme ich gleich zum Unterhaltungswerk, welches vielerorts als „Snow White and the Huntsman“ vermarktet wird. Um es gleich zu Beginn los zu werden: der Film macht den gleichen Fehler, wie so viele andere teure Produktionen – nämlich an Substanz (Handlung und Charakterentwicklung) zu sparen. Da würde ich fast nachfragen wollen, ob ein Plot mittlerweile so magersüchtig sein muss wie manch Schauspieler.
Natürlich könnte ich hier wie andere Kritiker hauptsächlich betonen, wie toll doch die Effekte, Kamera und Kulissen/Kostüme sind, aber das macht einen Film nicht unterhaltsam. Jedenfalls nicht, wenn er sich ernstnimmt bzw. so etwas wie Dramatik entwickeln möchte. Klar könnte ich das auch als 120-Minuten-Werbespot für Produktionsteam und Fantasy-Unterhaltung ansehen, aber dann dürften die Schauspieler nicht dazwischenreden. Und das tun sie nunmal. Und das nunmal zum Teil ziemlich schwachsinnig. Und dann fallen mir die Unstimmigkeiten auf. Allen voran das Zeit-und-Raum-Verständnis. Dass Charakter X mal eben von A nach B kommt, als wäre es nur eine Filmstudio-Halle nebenan – Problem: hier soll das aber als (ausgedehntes) Königreich verkauft werden. Und das betrifft nur die kleineren Logikfehler.
Ich weiß, als Filmnarr kann man schnell an vielen Dingen nörgeln. Und ja, ich habe gelegentlich die Befürchtung, zu hohe Ansprüche zu haben bzw. die simplen No-Brain-Popcorn-Streifen nicht mehr genießen zu können. Die Kunst eines Hollywood-Films ist es jedoch, im Gesamteindruck solche Makel verschwinden zu lassen. Ich sage, das funktioniert hier nicht. Allein schon wegen mangelnden Sympathie-Punkten für die „Guten“, was damit zu begründen ist, dass der Gegenseite mehr Charakter-Momente gegeben werden. (Ich meine, guckt doch einfach nur mal in die Vermarktung des Films… wie das Single-Cover von Florence + The Machine. Auch in den Trailern hat Snow White doch kaum ein Wort gesprochen. Dabei ist sie die Titelfigur.) Wie krass wäre das gewesen, wenn am Ende das „Böse“ triumphiert hätte. Bei der Vorstellung muss ich schmunzeln. Es würde geradezu konsequent sein bei dem Setting.
Ich muss an dieser Stelle nicht mal auf einzelne Schauspieler eingehen. Die tun eigentlich das, was deren (oftmals flache) Rolle abverlangt. Und für ihre (zweifelhafte) Ausstrahlung kann Kristen Stewart ja nicht wirklich was – oder doch?
Fazit: was wie ein spannender Mix aus „Herr der Ringe“ und Tim-Burton-Film aussieht, entpuppt sich als überwiegend sinnfreie Effekt-Schlacht mit öden Dialogen und ein paar Einblicken ins diabolische Monarchenleben.

So, und nun kommt noch eine Portion Frust eines Kinogängers: Als ob es nicht schon frech genug ist, wenn Besucher der Meinung sind, sich problemlos auf andere Plätze setzen zu können, nur weil sie vielleicht ein paar Minuten eher im Kinosaal eintreffen – der Sitzplatz steht doch nicht umsonst auf dem Ticket. Wo der Spaß echt aufhört, ist, wenn Leute der Meinung sind, während der Vorstellung lautstark diskutieren zu müssen. Ich gehe nicht ins Kino, um mir die „Max-Mustermann-Kommentar-Audio-Spur“ simultan zum ersten Sehen des Films zu geben! Dazu ist der Zeit/Geld-Aufwand für Kinobesuche echt zu wertvoll. Ich halte meinem Sitznachbarn ja auch nicht ein Buch vors Gesicht, damit er weniger von der Leinwand sieht.

Es verbleibt bei vitalem Atem
F.

Advertisements

Schlagwörter: , , , , ,

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: