300

Hinsichtlich meiner vielen Filmbesprechungen hier, könnte der Stammleser vielleicht denken, dass ich eine Comic-Verfilmung referenziere. Aber eigentlich geht es beim Titel um das erste Jubiläum in diesem noch jungen Jahr. Prost! Und auf die nächsten 300 Beiträge. (Sollte es auch ein Lied mit dem Titel geben, nehme ich den Querverweis auch gern in Kauf.)

Nichtsdestotrotz will ich hier kurz auf Fime eingehen, die ich zuletzt gesehen habe. Da wäre zunächst das komödiante Doppelpack zu nennen, welches mir den Jahresstart verschönert hat. „Forgetting Sarah Marshal“ (der deutsche Titel ist ziemlich platt) und „Get Him To The Greek“ („Männertrip“) sind seltene Ausnahmen, bei denen sich mehr Tiefe auftut als man es von Titel oder Trailer her vermuten mag. Beide Filme sind herrlich schräg und geben Russell Brand ausreichend Gelegenheit so zu spielen, wie er in den Medien daherkommt – frech und unkonventionell.
Weiter geht/ging es mit „The Ides Of March“, einem Politik-Drama, wie man es zum Einen selten präsentiert bekommt, und zum Anderen nicht unbedingt aus Amerika erwartet hätte. Selbige Ecke betont ja ihr Demokratie-Verständnis wie eine Dauerwerbesendung. Der Film offenbart dahingehend viele Schattenseiten, was natürlich fiktiv und durchaus übertrieben sein mag, aber dennoch genug Aspekte zum Nachdenken auftischt. Einer ist zum Beispiel die Schwierigkeit, als Atheist dort Wahlkampf zu machen. Auf jeden Fall sehenswert, wenn auch ein politisches Drama.

Letzteres findet man auch in so ziemlich allen aktuellen deutschen Nachrichten in dieser Woche. Beim „Rostocker Mittag“ wurde sogar beinahe gewettet, wann denn der Bundespräsident abdanken wird. Dabei finde ich die Berichterstattung mittlerweile nur noch nervend und würde mir lieber eine Sondersendung über die Zustände in Syrien antun, als die nächstbesten Politgrößen und Medienexperten über ein Staatsoberhaupt debattieren zu sehen, welches nicht mal vom Volk gewählt wird. Dass ein Abklingen gerade bei einem Zwist mit Medienvertretern (der meinungsbildenden Art) Wunschdenken ist, kann ich mir denken.
Und wieder kommt mir der Spruch in den Sinn, dass ein Volk genau die Regierung hat, die es verdient. Na ja, aber ist das eigentlich Regierung? Hierzulande weiht der Präsident doch eh nur irgendwelche „Baumärkte“ ein, kritzelt irgendwo seine Unterschrift drunter oder schüttelt die Hände von wichtigen Gästen oder freut sich, wenn er zum Jahresende mal kurz eine Rede im TV verbreiten darf. Ich mag Politikverdrossenheit nicht, aber die Situation füttert Zynismen geradezu.
Apropos Zynismus: vielleicht sorgt ja das Dschungel-Camp demnächst für andere Schlagzeilen.

Damit wäre das Thema „Vorbildfunktion von Politikern“ wohl auch vorerst abgehakt. Sich tolle Sonderdeals an Land zu holen, finde ich übrigens genauso verwerflich wie öffentliche Pauschalkritik – beides ist jedoch viel zu sehr gang und gäbe, als dass man sich dadurch die Laune vermiesen sollte.

Abhilfe kann man vielerorts finden: sei es bei einem Film, einem Buch, einem Quizabend, einem Essen (weniger bei einer Bahnfahrt mit ungewollter Techno-Beschallung) oder einfach nur bei einen vergnüglichen Weggeh-Abend. Meine Woche enthielt so ziemlich alles davon.

Und hier eine Geschichte aus der Vergangenheit: zu „Windows 98“-Zeitem habe ich unregelmäßig an einer Tabelle gearbeitet, die mit den Monats-Charts der amerikanischen Comic-Serien gefüllt wurde. Ich fand das interessant und schaue heute noch gern auf die aktuelle Auflistung (wenn auch nicht mehr so sehr analysierend wie damals). Folgendes fiel mir da heute auf: ich kann mich nicht erinnern, jemals eine Top 10 gesehen zu haben, bei der 80 % DC Comics waren – den Löwenanteil machte sonst immer Marvel aus. Aber die große DC-Neustart-Aktion vom September 2011 hat wohl ihre Wirkung erzielt.
Dazu sei noch angemerkt, dass ich das teilweise verstehen kann. Die neue Batman-Serie mit Scott Snyder als Autor und Greg Capullo als Zeichner (was hätte ich früher dafür gegeben, den als Batman-Zeichner zu haben) ist auch richtig gut. Nicht ganz so gut finde ich die neue „Justice League“-Serie, die mir etwas überladen erscheint – toll gezeichnet zwar, aber inhaltlich ganz schön dünn. (Ja, habe heute endlich wieder ein paar Comics gelesen.)

Ausblick: mehr Lesestoff, kommende Kinobesuche zu „Verblendung“, „Die Muppets“ und „Dame, König, As, Spion“ und den einen oder anderen Abend in Gesellschaft.

Es verbleibt am Ende einer doch sehr angenehmen Woche
F.

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