Raised right men

Wenn man wie Tom Waits an der Welt bemängelt, dass es zu wenig wohl erzogene Zeitgenossen gibt, lädt dies irgendwie zum jugendlichen Protest ein. Aber es ist ja nur ein Lied, das diesem Eintrag einen Titel gibt. Dazu sei angemerkt, dass ich es erheiternd finde, zu erleben, wenn jüngere Leute die Musik reiferer Künstler wie Tom Waits, Bob Dylan oder Björk bevorzugen, weil deren Musik ja nicht gerade die „einsteiger-freundlichste“ ist.

Mir fällt gerade ein, was für eine Woche hinter mir liegt. Und da werde ich müde. Warum? Na ja, die Woche fing schon mit Schlafmangel an und wird scheinbar auch damit aufhören.
In Kürze: zunächst unternahm ich eine Kurzreise, verlebte meine letzten Urlaubstage vor Weihnachten, stieg wieder in die Arbeit ein (über 160 Mails hatten sich angestaut) und ließ die Woche mit zwei schönen Ausgeh-Abenden ausklingen (vier Clubs in zwei Nächten). Das Wochenende kann ich darüber hinaus in einem Wort zusammenfassen: Aufräumen. Grund dafür ist ein bevorstehender Lebenswandel, der dann im nächsten Beitrag thematisiert werden soll.

Ja, eigentlich wollte ich vom Titel gleich auf den Eklat bei der Bambi-Verleihung überleiten. Aber eigentlich ist es mir dann doch egal, wen die hiesige Medienlandschaft auszeichnet. Überhaupt haben Preise doch eh nur einen bedingten Wert für den Fan, oder? Ich meine, wenn mir ein Film/Musiker/Buch gefällt, dann wird sich diese Haltung durch eine Auszeichnung nicht großartig ändern. Ich freue mich dann einfach nur kurz für meinen Favoriten und klopfe mir gedanklich für meinen Geschmack auf die Schulter (ach, geht mir weg mit dem Schmu über Eigenlob – es gibt Schlimmeres). Und wenn mir das Entscheidung der Jury nicht gefällt, rolle ich kurz mit den Augen und zucke dann mit den Schultern.
Kurzer Einschub: die MTV EMAs 2011 sind verblüffend „2010-ähnlich“, was die Gewinner angeht. Und so langsam macht es keinen Spaß mehr, wenn immer der gleiche kanadische Teenie-Superstar in der Kategorie „best male“ abräumt – und das wirklich fast bei jedem Event. (Was ist eigentlich aus Tokio Hotel geworden?)

Nun etwas Politik: ich habe den Eindruck, als ob dieses Jahr ziemlich historisch ausfallen wird. Nun gibt es also auch in Italien einen „Wechsel“ in der Führung, nachdem schon andere Staatschefs vorzeitig den Tisch räumen durften. Wechsel in Anführungszeichen, weil so ganz große Änderungen oftmals nicht eintreten. So zynisch es klingen mag, wird dabei allmählich deutlicher, dass (zumindest in Demokratien) der Amtsinhaber eh fast egal ist.

Ebenso unwichtig ist es doch, ob Shakespeare seine Stücke selbst geschrieben hat oder nicht (das Werk bleibt das Selbe). Das wird jedenfalls im Film „Anonymous“ (Anonymus) thematisiert, mit dem Roland Emmerich endlich mal das Genre wechselt. Unabhängig von der Fragestellung nach dem Urheber von Literatur, ist vor allem der Einblick in die damalige Gesellschaftsordnung faszinierend. Dazu noch grandiose Sets, gute Schauspieler und ein paar spannende Enthüllungen – damit kann man als Kinogänger zufrieden sein. Fazit: wer sich von der komplexen Thematik oder den historischen Aspekten nicht abschrecken lässt, kann sich auf ein kurzweiliges Drama mit vielen Anspielungen freuen.
Ich kann zwar nicht einschätzen, wie bedeutend Shakespeares Werke sind, habe aber zumindest Lust auf eine Leseprobe bekommen. Da fällt mir ein, dass ich in den vergangenen nicht so viel gelesen habe, wie ich gern wollte. Stattdessen trafen bei mir noch neue Bücher/Comics ein. Welch Ironie.

Nein, das wird nun kein neuer Absatz über Zeitmangel. Eher schließe ich mit einem positiven Erlebnis ab. Beim Aufräumen entdeckte ich nicht nur ein paar Entwürfe für Grafiken, sondern auch eine Themenliste für Lyrik. Bei einer Zugfahrt hatte ich mal überlegt, worüber ich gern Lieder hören würde. Dabei entstand eine Aufzählung, mit der man ein Album füllen könnte. Nur hatte ich das nie „auffindbar“ digitalisiert – bis heute. 🙂

Es verbleibt irgendwie schon erzogen
F.

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