Oktoberwind

Wie es schon im Liedtext heißt, ist jeder Sommer irgendwann vorbei. Die Texter um Udo Jürgens haben bei diesem Titel wieder ordentlich geklotzt. Man mag ja zu dieser Art von Musik stehen, wie man will, aber grottenschlecht ist sie nicht – schon allein bei all der Mühe, die sich das Produktionsteam gibt. Und ebenfalls positiv sei vermerkt, dass hier keinen charts-tauglichen Trends nachgelaufen wird – also irgendwie zeitlos und „indie“. 😛

Alles andere als „indie“ war hingegen meine letzte Woche, die mich auch ordentlich durch den Wind gebracht hat. Warum? Na ja, da gab es zwei wesentliche arbeitsbezogene Vorbereitungen, die sich parallel durch die Tage wanden. Dann durfte ich wieder (zum vierten Mal) ein Zollamt besuchen, was ich dank Hilfe recht kurzfristig und ohne ÖPNV in den Dienstag einbauen konnte. Am Mittwoch bekam ich einen „FSR-Flashback“, dessen Ablenkung vom Alltag sehr willkommen war. Der Donnerstag war einfach nur lang, um dann vom Freitag in Zeitaufwand noch übertroffen zu werden. Wie gut, dass die Dienstreise nach Hamburg noch mit einem Besuch im (neuen) Apple Store verbunden werden konnte (nach dem dienstlichen Teil natürlich). Dieser war dermaßen voll, dass es schon wie ein schlechter Scherz aussah. Aber immerhin konnte man sich ein paar Geräte näher anschauen. Und schließlich habe ich fast das WE verschlafen und dann doch gestern und heute noch ein paar Comics lesen können. Und es gab hausgemachtes Gulasch.

So, nun zu den Comics: die 7 Werke aus dem Hause DC (Stichwort „The New 52“) kann ich in 3 Schubladen stecken: Kosmisch, Schwierig und Interessant. Na, neugierig? Egal, ich schreibe es trotzdem.

Zu „Schwierig“ zähle ich die Erstausgaben (#1) der aktuellen Auflage (Volume) von „Captain Atom“ und „Supergirl“. Erster hat gewiss einen komischen Namen (kommt wahrscheinlich von der militärischen Komponente der Entstehungsgeschichte und den Fähigkeiten, welche atomare Zusammensetzung beeinflusst), aber schwierig wird es erst, wenn man diese Figur in ein Universum (DCnU) mit Charakteren wie „Atom“ und „Firestorm“ setzt – denn die sind auch irgendwie themennah. Aber was wirklich schwierig war, ist Interesse an einer Fortsetzung des angefangenen Plots zu finden. Mit anderen Worten: mir doch egal, ob der Held gleich nach Ausgabe 1 ins Gras beißt. (Der stand schon mehrfach wieder auf… nach dem Tod.) Und namenlose 08/15-Monster sind auch nicht gerade ein Qualitätsmerkmal. Schade nur, dass ein guter Zeichner da verheizt wird.
Supergirl hat nun ein dämliches „Kostüm“ und ansonsten in ihrem Heft nicht viel zu sagen. Gleich am Ende von #1 kommt der große Cousin zur Stelle. Spätestens da wird dann auch wieder die Frage der Daseinsberechtigung ladas Titelbild der Erstausgabe von Supergirl (September 2011)ut. (Auf Anfrage äußere ich mich auch gern zu „Superboy“.)

„Kosmisch“ wurde die Entstehung des neuen „Blue Beetle“ gestaltet, was sich allerdings noch einigermaßen entwickeln könnte. Weniger Hoffnung habe ich beim Neuaufguss der „Legion of Super-Heroes“ – boah, war das anstrengend, gleich mal mit zig neuen Namen konfrontiert zu werden, die nicht mehr viel Platz für eine packende Erstausgabe ließen. Insofern Larifari und zu viele bunte Helden. Das Stichwort „bunt“ bringt mich dann auch gleich zu „Green Lantern: New Guardians“ – ebenfalls ziemlich flach gehalten. Leute sterben, bunte Ringe fliegen. Bla. Hauptsache massiv beworben. Und wieder ein guter Zeichner verbraten. Dagegen war „Green Lantern Corps“ (ja, es gibt aktuell eine Fülle von GL-bezogenen Serien… eine Verfilmung macht so Einiges möglich) bodenständig zu Beginn und driftete dann auch ins All, was ja bei der Abteilung legitim ist. Lustig, dass sogar im Heft selbst angesprochen wurde, dass es mit 4 menschlichen Ringträgern recht voll im erd-nahen Sektor des Alls ist.

Aber nun zu „interessant“ – das war aus meiner Sicht die Neuauflage von „Voodoo“, einer zweitklassigen Figur des damaligen Wildstorm-Labels (welches nun ins DCnU integriert wurde). Einmal war das Werk optisch 1A (nicht nur wegen der vielen nackten Haut), aber vielmehr gelang es dem Autor mit dem Schlussakt ordentlich Auftrieb in die Handlung zu bringen.

Fazit: Von 7 Serien-Neustarts betrachte ich vielleicht 2 als abo-würdig. Keine wirklich gute Bilanz.

Ja, mit solcher Literatur verschönere ich meine Freizeit (und mein Blog). Übrigens gehört dieser Auszug zu einem Mega-Pack von 52 Erstausgaben zum großen „Neustart-September“ von DC Comics. Mit Schnäppchenpreis kann ich bei dem dreisten Porto und nach dem Zollamt-Aufwand nicht mehr argumentieren. Aber zumindest ist meine Bibliothek nun um ein paar Kuriositäten reicher. Und Bekannte dürfen das gern in Anspruch nehmen.
Da fällt mir ein, dass ich kürzlich auch die ersten Seiten von Charlotte Roches letztem Angriff auf die „Anstandsnerven“ gelesen habe. Mit anderen Worten: amerikanischen Superheldencomics müssen nicht das Ende der Fahnenstangge sein. Ansichtssache.

Es verbleibt im Strudel des Oktoberwindes
F.

PS: kennt ihr noch ein Blog, in dem „Udo Jürgens“, „Green Lantern“ und „Apple“ in nur einem Artikel thematisiert werden? 😀

Advertisements

Schlagwörter: , , , , , , , , , , ,

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: