Pyro

Da merke ich wieder meinen subkulturellen Hintergrund, da ich bei besagtem Titel zuerst an einen Mutanten aus dem Marvel-Universum denken muss, der sogar in der ersten X-Men-Trilogie vorkam. Aber hier handelt es sich dann doch um das gleichnamige Lied von den Kings Of Leon, welches ich im Rahmen meiner wöchentlichen Statistik-Auswertung zu meinem Musik-Konsum heute mehrfach hörte.

Das Wetter ist heute überraschend sommerlich und aus meiner Sicht nicht mal so sehr unangenehm, da es innen erträglich war und ich trotzdem ohne Klagen gegen 22 Uhr mit T-Shirt und kurzer Hose rumlaufen konnte. Na ja, was heißt rumlaufen – es war der Heimweg. Und warum so spät? Das liegt an meiner spontanen Entscheidung, doch noch zu einer politischen Diskussion mit dem einen Politiker zu gehen, dessen Namen ich hier nicht falsch schreiben möchte. Also erwähne ich in dem Zusammenhang nur, dass er schon etwas älter ist, die Farbe Grün mag und mal in den Charts mit einem Lied über Hanf war.
Tja, die Veranstaltung war gut besucht und wurde auch allseits mit Aufmerksamkeit verfolgt. Nur merke ich doch, dass es dann nach über 2,5 Stunden auch reicht. Zu den angesprochenen Themen gehörten die Aufstiegsgeschichte der Grünen, ein paar Eigenarten in dieser Partei, das Berliner Klima in der Basis-Politik und dann noch so einiges über Kriege und Konflikte.

Am interessantesten fand ich unter anderem den Gedanken des „vernunftbetonten Wohlstandes“. Was das ist? Nun, es sagt so viel aus wie „musst du echt diesen Luxusartikel haben, wenn die Leute in anderen Ländern nicht mal ausreichend mit Strom versorgt werden können?“. Das schließt eine verordnete Ablehnung von Habgier aus. Eher setzt man dabei auf die Aufklärung bezüglich weltpolitischer Mißstände, um eine Art Konsumbremse ins Bewusstsein der Leute zu schaffen.
Klingt ja irgendwie nett und so, aber wie wirksam dieser Ansatz angesichts Marketing und Mediengewalt sowie Wirtschaftsinteressen ist, darf kritisch betrachtet werden. Oder vereinfacht: Mama darf ja gern predigen, dass Söhnlein gefälligst mit nur einem iPad zufrieden sein soll, aber die Werbung wird dennoch darauf hinarbeiten, dass der Wunsch nach einem weiteren Apple-Produkt geweckt und genährt wird.

So, nun reicht es aber mit all der Ernsthaftigkeit. Mir fällt gerade ein Kommentar ein, bei dem ein junger Zeitgenosse im Publikum meinte, dass für ihn alles nur schlechter wird. Stimmt das? Wird alles nur schlechter? Japan verstrahlt. Kalifornien darf sich auch schon mal über das nächstgrößte Beben freuen, während anderswo Tornado-Saison ist. In Afrika herrschen Despoten. In Afghanistan und Pakistan kann jeder Mensch zur Zielscheibe im Kampf gegen den Terror werden. Den Amerikanern geht das Geld für so viele Kriegsplätze aus. China kauft sich weiterhin in der Welt ein. Frieden in Nahost ist immer noch ziemlich utopisch, selbst mit einer Zweistaatenlösung. Ach ja, und wenn es nicht Haushaltslöcher sind, kommt noch ein Virus im Inland dazwischen. – Um mal eine Auswahl an Themen anzubieten.
So, und nun zum Guten: die Welt dreht sich noch. Die Menschen reden noch miteinander. Und zum Ausblenden unangenehmer Randnotizen gibt es Medien, Kunst und Rauschmittel.

Es verbleibt mit feurigem Elan
F.

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