Better off dead

Der Titel stammt von The Sounds, einer Independent-Musikgruppe aus Skandinavien, deren Musik ich im vergangenen Jahr entdeckt habe. Dieses relativ aktuelle Lied besticht durch einen ungewohnt elektronischen Einfluss und den Kontrast zwischen Melancholie im Text und tanzbarer Vertonung mit grandiosen Stilwechseln.

Und damit hallo zu einem neuen Eintrag, der mich schon eine Weile begleitet – soll heißen: ich habe mir im Vorfeld schon ein paar Gedanken gemacht.
Beginnen möchte ich mit einem Rückblick: Es war toll, nach einiger Abstinenz mal wieder einen lokalen Club aufzusuchen, was sich passend zum Wochenende wieder einrichten ließ. Die Temperaturen sind einigermaßen annehmbar, was den stadtteil-übergreifenden Fußweg angenehm gestaltete. „Hard & Noisy“ war das Motto (nicht unbedingt mein Favorit, aber ich bin da flexibel). Jedoch zeigte der DJ, der im Bekanntenkreis schon als „schlecht“ bekannt war, dass er auch mal einen Ausreißer in die Playlist einbaut – nach härteren Indie-Rock-Nummern spielte er einen Katy Perry Remix, gefolgt von einer der penetrantesten Ohrwurmattacken der deutschen Tanzmusikgruppe Scooter. „Mutig“ könnte man denken, aber der Effekt war doch eher überwiegend irritiert, wenn ich die Reaktionen der Gäste richtig verstanden habe. Egal, der Abend war auch so eine willkommene Abwechslung, was mich auch gleich zum nächsten Punkt bringt.

Wenn es ein Land gibt, von dem wohl die meisten aktuell gehört haben, ist das Japan. Freitag ging es ja schon los mit den Meldungen und ersten Videos. Aber richtig angelaufen sind die Nachrichten am Wochenende, welches für mich dadurch einen „Dämpfer“ in der Entspannungswirkung erfuhr. Ironischer- und passenderweise war die Berichterstattung ebenfalls katastrophal – jedenfalls zum Teil, wenn Angaben nur vermutet oder bestritten wurden. Erdbeben, Tsunami, nuklearer Notstand – solch apokalyptische Verkettung des Unglücks erlebt man selten. Und wer weiß, wie lange das Drama andauern wird – wenn es sich nicht noch verschlimmert.
Für einen Moment erkennt man da, dass die Welt letztendlich im gleichen Boot sitzt bzw. sitzen sollte. Ein starker Sturm ist lokal, aber eine radioaktive Wolke kann zu einer globalen Gefahr werden. Und wie sieht es mit der eigenen Wahrnehmung des Lebens aus? Für einen Moment kommen einem Bedenken über Staatsverschuldung oder Nationalismus zweitrangig vor. Wenn eine meterhohe Flutwelle vor der Tür steht, wird diese bestimmt keine politische Gesinnung, Vorstrafenregister, finanzielle Lage oder Religion berücksichtigen. Das ist dann alles egal.

Gleiches gilt dann wohl auch für Zankereien in Online-Foren. So inspirierend ein energischer Meinungsaustausch auch sein kann, wurde mir das in Kombination mit Live-Tickern und Sondersendungen nach einer Weile zu viel. Irgendwann reicht es auch. Unabhängig von Atomkraft oder Naturgewalt ist Leben so oder so vergänglich. Wenn man den Großteil eines Tages damit verbringt, Newsticker-Meldungen zu verfolgen und sich um die Zukunft zu sorgen, frage ich mich, ob man den Tag dann genutzt hat.

Den Eintrag möchte ich jedenfalls noch für ein paar „Medienberichte“ nutzen: Ich habe nämlich die verbleibenden 3 Filme von den 10 Oscar-Nominierungen in der Kategorie „Bester Film“ gesehen.

  • The Fighter : Nun kann ich verstehen, warum gleich 3 Nebenrollen im Rennen um die Auszeichnung waren. Denn dieser Film ist ein wahres Fest für die beteiligten Schauspieler. Dagegen wirkt die Hauptfigur von Mark Wahlberg fast farblos. Und ja, Boxen spielt nur eine Nebenrolle in diesem Film um Familie und „Lebensverbesserung“. Fazit: mitreißendes Drama.
  • The Kids Are All Right : Gleiches Kalliber an Film, wenn auch etwas heiterer – tolle Cast und ein paar herrliche Lacher wurden in diesen Film um modernes Familienleben in Amerika eingebaut.
  • Winter’s Bone : Dieser Thriller ist kalt und rau, sowohl von der Szenerie als auch von den Charakteren her. Bis zum Ende ist der Zuschauer dabei, wie ein Familiendrama in der amerikanischen Provinz entfaltet wird. Oftmals konnte ich das Verhalten von Personen nicht ganz verstehen, was ich einfach mal auf die dargestellten Lebensumstände zurückführe.

Und schließlich noch aus der Lese-Ecke: ein neuer Band der Reihe „Astonishing X-Men“ ist erschienen, diesmal von Warren Ellis und Phil Jimenez. Während letzterer eigentlich konstant für gute und detailreiche Zeichnungen bekannt ist, wurde ich vom Autor Ellis etwas enttäuscht. Viel zu wenig Charakter-Momente und eine Aneinanderreihung von „Kampfgetümmel“ ließen mich relativ kalt. Dadurch, dass es relativ wenig Seiten waren, konnte sich eine Spannungskurve gar nicht aufbauen. Schade, denn ich weiß, Ellis kann besser schreiben. Ebenfalls traurig finde ich die Einstellung von Marvel, die Serie auf Krampf weiterlaufen zu lassen, obwohl sich absehen lässt, dass sie wohl nie wieder an die epochale Qualität des ursprünglichen Kreativteams um Joss Whedon und John Cassaday anknüpfen wird.
Vor Kurzem würde übrigens ein neues Kreativteam angekündigt – mal sehen, wie es dann aussieht.

Es verbleibt mit Abwasch
F.

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