Don’t trust me

Der Titel könnte ein netter Slogan für ein Blog sein, verweist aber lediglich auf ein Lied der Gruppe 3OH!3, welches sich sogar auf zwei Alben finden lässt. In dieser Woche hatte ich mir vorgenommen, ein Titel dieser Gruppe zu verwenden, um mich daran zu erinnern, dass sie mich vor Kurzem beeindrucken konnten. Und zwar habe ich erfahren, dass sie so „fan-freundlich“ sind und nach einem Auftritt Live-Streams starten, um mit ihren Fans zu kommunizieren. Das finde ich erstaunlich. Könnte man denken, dass schon ein aktives Twitter-Verhalten ein Fortschritt im Verhältnis von Popstar zu Medien ist, so setzen die Leute noch etwas drauf. Natürlich kann man das schlecht als Standard definieren, was man als so ein Künstler leisten muss. Aber es zeigt doch, wie sich die Zeiten geändert haben. (Ja, nach so einem Satz muss man sich zwangsläufig erwachsen/alt fühlen.)

Und mit dieser Einleitung geht es dann auch gleich wieder an die Aufbereitung der letzten Tage: Diese bestanden überwiegend aus Arbeit, einem „Music Monday“ mit Konzert-DVD, einem Kinobesuch, ein paar TV-Serien-Updates, einer leicht „fach-fremden“ wissenschaftlichen Verteidigung und einem tollen Gesellschaftsabend.
Letzterer ließ mich mit der Frage zurück, wie viele Leute wohl ein schwieriges Verhältnis mit dem eigenen Geburtstag haben. Was ja eigentlich als Freudentag im Kind- und Jungendalter wahrgenommen wird, entwickelt nicht selten ab einem bestimmten Zahlenwert eine unschönen Beigeschmack.

Ansonsten geriet ich jüngst wieder ins Grübeln über Datenschutz und die aktuelle politische Lage.

Zum ersten Thema trug nicht zuletzt auch der Facebook-Film „The Social Network“ bei, den ich mir im Vorfeld leichter vorgestellt habe, als er es dann im Endeffekt war. Generell wollte ich mich auch nicht so sehr im Vorfeld über den Film informieren. Es hat mich dann auch gewundert, dass der „Gründer“ eigentlich kein Informatik-Student war und dass die Seite keine 8 Jahre alt ist. Ich weiß im Nachhinein leider auch nicht mehr so genau, wann ich erstmals von diesem Netzwerk gehört habe. Aber ich weiß, dass ich nach der Anmeldung lange Zeit nicht sonderlich aktiv dort war. Das „war“ deutet einen Wandel an, der dann auch in den letzten Monaten stattfand. Mittlerweile ist auch der Anteil der Kontakte angestiegen, die man kennt und da wieder findet.
Aber zurück zum Datenschutz: Was noch relativ frisch zum Facebook-System gehört, ist die Ortung. Freunde können nun neben den üblichen Status-Updates nun auch mitteilen, wo sie gerade sind. Das hat natürlich mit der zunehmenden Verbreitung internet-fähiger Mobiltelefone zu tun. Da kann sich die Konkurrenz in Form von Foursquare, Gowalla und Co. bald ganz warm anziehen.
Apropos Gowalla: von diesem Netzwerk habe ich erst kürzlich erfahren und frage ich mich, warum der Anbieter nicht gleich mit Foursquare fusioniert. Die Features klingen fast identisch.
Aber zurück zum Datenschutz (mal allgemein): die Frage mit dem Umgang privater Daten im Internet ist nicht neu und doch immer wieder aktuell. Ich wusste zum Beispiel gar nicht, dass man sein YouTube-Konto sogar mit dem GoogleReader verbinden kann (was natürlich neben der Anbindung zum normalen Google-Konto, MySpace, Twitter oder Facebook nicht verwundert). Eigentlich ist es ja vorteilhaft, dass dem Nutzer seitens großer Anbieter ermöglicht wird, seine Konten zu koppeln. Denn so kann man sich den Aufwand sparen, jedes Netzwerk einzeln abzuklappern. Je nach Vorliebe bekommt man die Meldungen in sein favorisiertes Netzwerk geliefert (und kann natürlich auch seinen Senf gleich mehrfach austeilen). Grafisch betrachtet ergibt das bestimmt einen netten Baum. Drück einmal auf „Senden“ und es steht gleich in X-facher Ausführung in anderen Netzwerken.
Aber wie diese Weiterleitung funktioniert bzw. was vielleicht noch im Hintergrund erfasst wird, ist aus meiner Sicht nicht so wirklich nachzuvollziehen. Einfache Eigen-PR oder Verfolgungswahn? Den Nutzen oder Gefahrenwert muss jeder Nutzer selbst erschließen, wenn er denn den Aufwand betreiben möchte. Insofern: Wem‘s gefällt bzw. Ansichtssache.
Ein anderer Aspekt, der bestimmt noch aktuell werden wird, ist die Frage der Langzeitwirkung. Noch hat kein Mensch 40 Jahre lang ein Konto bei Netzwerk X und kann auf viele Meldungen zurückgreifen. Das dürfte sich dann aber ändern. Wie schön also, dass Speicher immer günstiger wird.

Themenwechsel: Es gibt wieder ein „neues“ Wort in den Medien: Bürgerbeteiligung. Vielleicht auch ein Synonym zu direkter Demokratie. Über letzteren Begriff habe ich jüngst in Bezug zu Gefahr/Bedrohung gelesen. Aber wie sieht es mit dem Bezug zu Chance/Gelegenheit aus? Es klingt ja gar nicht so verkehrt, wenn Steuerzahler neben der politischen Meinung auch mal einen Hauch von Mitbestimmung erfahren dürfen, was dann demnächst noch alles abbezahlt werden darf. Zumindest würde es mal etwas Frischwind in die üblichen Bestechungswege bringen.
Und schließlich noch ein Beitrag zur Integration: Ist „Multi-Kulti“ wirklich tot, wie es in einer Rede hieß? Wahrscheinlich wieder eine Frage der Definition. Aber an und für sich würde ich behaupten, dass in dem Wort die Zukunft liegt – kein Problem oder eine Lösung, eher die Herausforderung, die irgendwie schon immer da war und der sich doch jeder selbst stellen muss. Oder wie es einer meiner Lehrer oft formulierte: Der Mensch ist immer Mitmensch.

Es verbleibt variierend vertrauenswürdig
F.

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