Eclipse (all yours)

Über einen Internetbekannten hörte ich vor einigen Monaten erstmals von einer Band namens Metric, welche im Independent Pop/Rock-Bereich einzuordnen ist. (Zu Independent zähle ich persönlich gern Musiker, von denen ich weder einen TopTen-Hit noch ein Videoclip kenne.) Und eben jene Gruppe mit Sängerin erfuhr jüngst einen ordentlichen Schubser in Richtung Mainstream, und zwar durch die „Ehre“, den Titelsong zu einem Twilight-Film beisteuern zu dürfen. Kritiker dürfen sich nun gern damit befassen, was kitschiger ist – der Film, das Buch oder der Song. Mir jedenfalls gefällt das Lied und ich wählte es als Aufhänger, weil der Moment, an dem mir der Shuffle diesen Titel auf dem Heimweg von der Arbeit lieferte ein Highlight meiner Woche war.

Apropos Woche: selbige geht wieder schnell dem Ende, um wieder ein wenig auf die Smalltalk-Ebene zu rutschen.
Und pünktlich zum Abschluss kann ich doch noch ein paar Erfolgsmeldungen notieren:
Die Endzeit-Wolverine-Geschichte „Old Man Logan“ kann ich nun von der ToRead-Liste nehmen. Mark Millar hätte sich zwar bei den Feinheiten etwas mehr Mühe geben können, aber insgesamt war es wieder großes Blockbuster-Action-Kino in Comic-Form, was er abgeliefert hat. Und die Krönung kommt eh von Zeichner Steve McNiven, der erneut klarstellt, warum er zu den Top-Talenten der Szene gehört.
Es mag zwar komisch erscheinen, in einem Blog darüber zu schreiben, dass man in sein Tagebuch geschrieben hat, aber ich zähle es als Erfolg, weil ich das lange nicht tat und tun wollte. Dementsprechend umfangreich fiel das Update aus. Nur der Kugelschreiber wollte nicht so recht mitmachen heute. Ich dachte schon daran, wieder auf Füller oder Fineliner zurückzugreifen, aber da ist die Schmier- und „Durchdrück-Gefahr“ dann doch wieder zu hoch.
Und dann konnte ich mich auch endlich wieder beim Archivieren austoben, wobei das leider noch mit ordentlich Nacharbeit verbunden ist, was wiederum an iTunes liegt, welches irgendwie schlecht Tags ausliest. Und wenn ich dann noch für jedes Album das richtige Cover einfügen möchte, ist es noch mehr Aufwand. Noch ist kein Ende in Sicht. Leider.

Themenwechsel: Aus der Abteilung „probiert und danke“: Was von außen mit dem Wort Wellness in großen Buchstaben wohl für ein gutes Gefühl beim Kauf sorgen soll, entpuppt sich bereits beim ersten Schluck als 0-8-15-Zuckerwasser. „Kirsch Ginseng“ mag vielleicht die Vorlage gewesen sein, aber außer Aroma, Zitronen- und Kohlensäure kommt bei mir nicht mehr viel an. Na gut, ich gestehe, dass meine Erwartungen eh nicht hoch waren. Aber das Geschmack dann so lieblos zusammengeschustert wurde, hat mich dann doch enttäuscht.
Ebenso nicht zu empfehlen sind Naschereien kurz vor dem Mindesthaltbarkeitsdatum. Damit tut man sich keinen Gefallen. Ein Mitbewohner hat der Wohngemeinschaft die Freude gemacht, relativ nahmhafte Schokoladenprodukte „zur allgemeinen Vernichtung“ (Zitat von der Notiz) in der Küche zu hinterlassen. Leider verging mir die Freude angesichts des muffigen Geschmacks. Aber alles hat sein Gutes. Ich habe darauf gleich mal in meinem Nasch-Depot einen Kontrollbesuch gemacht.

Themenwechsel: Gestern habe ich das „Trivial Pursuit“ mit DVD-Erweiterung spielen dürfen, was erstaunlich unterhaltsamer ist als die Standardvariante. Entweder das oder es lag an der Gesellschaft.

Und wo ich schon beim Wochenende bin, möchte ich noch kurz auf „Stickaid“ eingehen. Im Wesentlichen war das ein 24-Stunden-Livestream von Samstag bis Sonntag. Was nun genau das für ein Verein ist, kann man im Netz nachlesen. Was mich neben der Tatsache, dass da eine Gruppe junger Briten ehrenamtlich tätig war, fasziniert hat, war der Aspekt, dass es nicht wie eine normale Spendensendung im TV konzipiert war. Stattdessen wurde aktiv auf das Echo der „Zuschauer“ eingegangen. Und da es alles internet-basiert ablief, gab es neben Livechat und Twitter-Meldungen ausreichend einfache Möglichkeiten für den User, ohne große Umwege seinen Senf und seine Vorschläge für den Sendungsverlauf abzugeben. Das und der Verzicht auf Werbepausen sowie relativ unerfahrene Youtube-Vlogger vor der Kamera ergaben eine angenehme Präsentation, die schon fast einen anarchistischen Charakter hatte.
Auf jeden Fall musste ich darüber nachdenken, wie stark das Internet in das Leben junger Leute integriert ist. Ich frage mich, wie ich damit umgehen würde, wenn zu meiner Schulzeit schon gefühlt jeder zweite mit UMTS-Smartphone rumgelaufen wäre. Irgendwie will ich mir das dann aber auch nicht vorstellen.

Und schließlich noch ein Einschub zum Zeitgeschehen: Wenn derzeit wieder etwas für Zündstoff sorgt, dann ist es wohl die Meinungsfreiheit. Dabei stellt sich mir die Frage, inwiefern sich der Begriff allein erfassen lässt. Oder anders ausgedrückt: es mag vielleicht vielerorts kein Problem sein, eine Meinung zu haben, aber an dem Punkt, an dem man sich dazu bekennt, ist man auf einmal ganz schnell angreifbar.
Aber ist es noch Meinungsfreiheit, wenn man eine Meinung zwar haben, aber nicht äußern kann (jedenfalls ohne Folgen)?
OK, neben dem Was ist auch das Wie ein entscheidender Faktor, wobei aber die Gefahr besteht in mehrdeutigen Phrasen auszuweichen. Also: Erst der Ton, dann Ansichts- und noch Auslegungssache. Und gute Nacht.
Dann vielleicht doch lieber mal in den Raum werfen, dass die Erde der Mittelpunkt des Universums ist, und gucken was passiert? Wie dem auch sei… man muss ja nicht gleich Talkshows damit aufsuchen. 😉

Freuen Sie sich (vielleicht schon nächste Woche) auf den nächsten Beitrag zum Thema Integration und Volksverständigung.

Es verbleibt fern von geistiger Verdunkelung und erst recht nicht gänzlich Ihr
F.

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