Almost unreal

Wenn das mal kein Omen ist. Der Titel ist ein absoluter Favorit seit… meinem halben Leben? Na ja… über den Film, zu welchem dieser Song zuzuordnen ist, will ich hier kein Wort verlieren. Aber das Lied (samt Video) ist nach all den Jahren immer noch toll.

Heute habe ich erneut ein Buch von meiner Leseliste (klingt besser als ToRead) streichen können. Und zwar handelt es sich um die (wahrscheinlich) erste Fassung von „Justine“ (oder vom Mißgeschick der Tugend). Die Belesenen unter den Lesern werden wahrscheinlich schon wissen, dass der Autor ein gewisser Marquis de Sade war.
Die Handlung werde ich später mal in einer lovelybooks-Rezi anreißen und zum Autor sei nur vermerkt, dass er scheinbar ein paar Schrammen hatte und nicht umsonst einige Jahre im Gefängnis verbracht hat (damals in Frankreich so gegen 1780). In besagtem Buch lässt sich die Grundaussage derart zusammenfassen, dass in einer verkommenen (schlechten) Welt die Menschen, welche ihrer Tugenden treu bleiben wollen, zum Leiden verurteilt sind.

„Ey, was, Junge? Du willst einen auf anständig machen in Frevelhausen? Du hast wohl ’nen Schaden! Schau hin. Alles um dich herum ist niederträchtig und eigennützig. Also sei mal nicht so zimperlich und mach bei der ‚Alles schlecht‘-Parade mit oder du wirst ganz schön alt aussehen.“

Tugenden – das waren damals Gutherzigkeit, Mildtätigkeit, Ehrlichkeit, Gewissenhaftkeit und Schamkeit… äh… Scham. Die individuelle Bedeutung für die heutige Zeit kann sich jeder mal in einer stillen Pause denken. Auf Wahlplakaten wird man solche Worte wohl vergeblich suchen, obwohl das auch nichts heißen muss. Es kommt auf die eigene Handhabung damit an und die Grundlagen dafür legt wahrscheinlich das frühe Umfeld (Erziehung).
Mehr Klosterschulen? Hm… nein, nicht nach dem ausgiebigen Einblick dank des Marquis. Die Tugenden schienen damals nicht sonderlich beliebt zu sein… und heute bekommt man damit auch keine Gratis-Cola. Ich vermute, der Hauptgrund lässt sich als „Bequemlichkeit“ zusammenfassen. Der Weg des geringsten Widerstands – gab es doch mal in irgendeiner Wissenschaft, oder? Also warum schwer, wenn es doch so einfach sein könnte? Die Laster gibt es dann inklusive (wenn auch ohne Brummifahrer).

Apropos Laster: Stau auf der A1.. äh, ich meine, Hochkonjunktur. Wenn auch alle Kurse fallen, so wäre eine Investition in den „Laster-Index“ wohl stets lohnenswert (sogar im 18. Jahrhundert). Verfall an allen Ecken und Enden – das Wort „Modern“ hat vielleicht nicht grundlos eine Bedeutung als Adjektiv und als Verb (mit unterschiedlicher Betonung der Silben). Da ist es doch erstaunlich, wie schnell (und einfach) sich der Blick von Vergehen abwenden lässt. Aber vielleicht lässt sich Sündhaftes nur begrenzt ertragen.

Es verbleibt um ein paar Kenntnisse reicher
F.

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