Afternoons & coffeespoons

Dieses Lied (siehe Titel) erinnert mich an die gute alte Zeit. Es mag übertrieben klingen, diese Phrase in einem relativ jungen Alter zu gebrauchen. Jedoch wird oftmals von der Schnelllebigkeit und dem rasanten Wechsel der Dinge geredet, dass ich mit meiner Wortwahl keine großen Probleme habe (mal abgesehen vom Quantum Wehmut). Ja, in den 1990ern hörte ich jenes Lied gern, ohne groß über den Inhalt nachzudenken.

Aber wer denkt schon viel nach in der Jugend? Überhaupt hat Denken scheinbar keinen großen Stellenwert. Das wird gern irgendwelchen Forschern oder Journalisten überlassen, die sich in Artikeln oder Sendungen darüber auslassen können, was mit der Generation XYZ nicht stimmt oder wo ein Trend zu erkennen ist. Das Forschen und Recherchieren soll damit nicht kritisiert werden – das sind gute Tätigkeiten. Nur finde ich es schade, wenn Ergebnisse in reißerische Parolen gepackt werden und die dann als Kanonenfutter für vermeintliche Moralapostel dienen. Und wenn dann Leute glauben, sie können sich durch die Behauptungen solcher Quellen das Denken sparen, und eher dazu neigen, eine wohlklingende These der Einfachheit halber zu übernehmen, dann sehe ich darin keinen großen Nutzen. OK… an dieser Steller zunächst: Ansichtssache!
Es kommt auf den Zusammenhang an… Pauschalisieren ist nicht immer der beste Weg. (Den letzten Satz könnte man durchaus mehrmals lesen)

Und so ist eine Meldung wie „Männer in der Sinnkrise – … Jungen unterliegen Mädchen…“ natürlich mit Vorsicht zu genießen. Die gesunde Portion Skepsis – sie ist die Abwechslung zur gesunden Portion Leichtgläubigkeit. Es fehlt eigentlich nur noch die Definition der „gesunden Portion“. Tja, das wäre wohl zu einfach, oder?

Und wo ich schon mal bei erschütternden Meldungen bin: Vor Kurzem wurde in einer ZDF-Reportage über die heutige Jugend berichtet, bei der es im übertragenen Sinne viel schneller zur Sache kommen muss – sprich: wenn Teenager gar nicht früh genug erwachsen werden können. (ein Link lohnt sich nicht, weil die Mediathek den Film nicht lange im Angebot hat) Da wäre auch wieder die Komponente Schnelllebigkeit, die sich hinsichtlich Schule ziemlich extrem zeigt. Wie unvorstellbar erscheint es mir doch, jetzt nochmal in dieser Phase zu leben. All die neuen „Umgebungsvariablen“, die (mit Verlaub) zu meiner Zeit nur ansatzweise durchschienen (bestes Beispiel: Mobilfunkgeräte), wirken auf mich sehr chaotisch. Aber vielleicht fehlt mir da auch nur die Weitsicht. Statussymbole gibt es ja nicht erst seit heute. Nur sind sie nun halt anders beschaffen (siehe Mode oder Computerspiele).
Theoretisch könnte ein früherer Verlust der Jugend / Unschuld auch evolutionsmäßig begründet werden (Stichwort: Zeitgeist) – muss aber nicht sein. Und ob nun durch Erwachsenenfilme oder durch Kriege oder durch Rauschmittel – Verlust bleibt Verlust.

Es verbleibt nach einem langen Abend
F.

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